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12.01.2015

18:02 Uhr

ILO-Angaben

Wenige Frauen weltweit in Spitzenpositionen

Nur in wenigen Firmen weltweit haben Frauen das Sagen. Vor allem große Unternehmen in Industriestaaten haben Nachholbedarf. In anderen Teilen der Welt gibt es positive Anzeichen, wie eine Studie zeigt.

Die Ausnahme: Bundeskanzlerin Angela Merkel ist eine von nur wenigen Frauen in Führungspositionen weltweit. Reuters

Die Ausnahme: Bundeskanzlerin Angela Merkel ist eine von nur wenigen Frauen in Führungspositionen weltweit.

GenfLediglich fünf Prozent der großen globalen Unternehmen werden von Frauen geführt. Das geht aus einer Erhebung der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) hervor, die am Montag in Genf vorgestellt wurde. Je größer ein Unternehmen ist, desto seltener steht demnach eine Frau an seiner Spitze.

Insgesamt leiten Frauen laut der UN-Sonderorganisation heute weltweit etwa 30 Prozent aller Firmen. Dabei handele es sich jedoch vor allem um Kleinunternehmen. „Eine immer größere Zahl von Studien weist positive Einflüsse von Frauen in Führungspositionen auf die Leistung von Unternehmen nach“, sagte Deborah France-Massin von der ILO. Bis zu vollständiger Gleichberechtigung sei es aber noch ein weiter Weg. Wenn nichts unternommen werde, bestehe die „gläserne Decke“ für Frauen auch in 100 Jahren noch.

In sämtlichen Führungspositionen sind Frauen in Industrieländern unterrepräsentiert. In den USA sind etwa 43 Prozent der Führungsstellen mit Frauen besetzt, in Deutschland rund 31 Prozent. In Entwicklungs- und Schwellenländern ist der Anteil deutlich höher.

Frauen in den Chefetagen

Wie hoch ist der Frauenanteil europaweit?

In börsennotierten Unternehmen innerhalb der EU besetzen Frauen 13,7 Prozent der Posten in den höchsten Entscheidungsgremien. Besonders niedrig ist der Frauenanteil in Malta (3 Prozent), Zypern (4) und Ungarn (5). In Finnland (27 Prozent), Lettland (26) und Schweden dagegen (25) ist er relativ hoch. Deutsche Unternehmen kommen auf 16 Prozent. In Japan haben Frauen fast gar keinen Einfluss auf Entscheidungen: Sie besetzen nur 0,9 Prozent der Führungsposten.

Wie entwickelt sich der Frauenanteil?

Der Frauenanteil nimmt in den 27 EU-Ländern langsam, aber nahezu stetig zu. Seit 2003 steigt die Quote im Schnitt jährlich um 0,6 Prozentpunkte. In den vergangenen beiden Jahren beschleunigte sich die Entwicklung etwas. Ausreißer ist Frankreich: Der Anteil an weiblichen Führungskräften stieg innerhalb von 15 Monaten von 12,3 auf 22,3 Prozent. Per Gesetz müssen hier bis 2017 mindestens 40 Prozent der Posten in Führungsgremien weiblich besetzt sein.

Gesetzliche Quoten

Frankreich, Italien und Belgien haben 2011 eine verpflichtende Frauenquote für die Unternehmensspitzen erlassen. Auch die Niederlande und Spanien haben Gesetze beschlossen, bei Verstößen drohen aber keine Strafen. In einigen EU-Ländern gibt es Quoten in staatseigenen Betrieben.

Vorbild Norwegen

In Norwegen sind die Entscheidungsgremien in den größten börsennotierten Unternehmen zu 42 Prozent von Frauen besetzt. 2003 wurde eine gesetzliche Quote von 40 Prozent beschlossen, die seit 2006 verpflichtend ist. Ein Unternehmen, das die Vorgaben nicht erfüllt, kann per Gerichtsbeschluss aufgelöst werden.

Spitzenreiter ist Jamaika mit einer Quote von knapp 60 Prozent. An letzter Stelle steht der Jemen. Dort werden nur etwa 2 Prozent der Führungspositionen von Frauen besetzt.

Auch in Aufsichtsräten sind die Geschlechter nach ILO-Angaben noch sehr ungleich verteilt. Lediglich in vier von 80 untersuchten Ländern beträgt der Anteil von Frauen in Kontrollgremien mehr als 20 Prozent: in Finnland, Norwegen, Schweden und Großbritannien. In 13 weiteren Staaten liegt die Quote zwischen 10 und 20 Prozent, darunter in den USA und Deutschland.

Die Arbeitsorganisation empfiehlt unter anderem Maßnahmen für mehr Vereinbarkeit von Arbeit und Familie. Zudem müsse stärker gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz vorgegangen werden.

Von

dpa

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

12.01.2015, 18:44 Uhr

Welche Frau von Format möchte sich schon als "Quotenfrau" denunzieren lassen.
Und das auch noch durch den - wie immer - unsensiblen Gesetzgeber.
So bleibt die kluge, intelligente und strebsame Frau doch lieber in der Selbständigkeit, die man sich i.d.R. jedenfalls selbst erarbeiten muß.

Herr Peter Spiegel

12.01.2015, 19:24 Uhr

Frau Murksel ist ein denkbar schlechtes Beispiel.

Herr Günther Schemutat

13.01.2015, 08:40 Uhr

Das Angela Merkel als Qoutenfrau aufgebaut wurde,gestützt durch Männer und von der Presse gelobt bis der Honig schmilzt hat sich ja rausgestellt. Selbst Politiker und Presse anderer Länder machten sich den Spass ,Angela Merkel als mächtigste Frau darzustellen.


Warum? weil Angela Metkel eigentlich schwach ist und nur gestützt überleben kann. Regieren kann sie nicht, sonst wäre unsere Gesellschaft nicht zerrissen und die Ukraine würde nicht brennen.

So enden Ouotenfrauen! Wenn sie dann anfangen zu Glauben sie wären eine Spitzenpolitikerin und mächtig!

Das freut die Strippenzieher.

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