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19.08.2014

11:48 Uhr

Im Fall neuer Strafen

Russland droht Westen mit Gegensanktionen

Im Sanktions-Wettlauf zwischen Russland und dem Westen scheint kein Ende in Sicht: Auf neue Strafen gegen sein Land wird Präsident Putin wohl mit Gegenmaßnahmen reagieren. Dennoch sei Russland kein Freund von Sanktionen.

Der russische Präsident Wladimir Putin ist für den Fall neuer westlicher Sanktionen vorbereitet. AFP

Der russische Präsident Wladimir Putin ist für den Fall neuer westlicher Sanktionen vorbereitet.

MoskauDer russische Präsident Wladimir Putin bereitet Vergeltungsmaßnahmen für den Fall neuer Wirtschaftssanktionen des Westens vor. „Es werden verschiedene Optionen vorbereitet“, sagte Putins Sprecher Dimitri Peskow am Dienstag in Moskau. Russland sei zwar kein Freund von Sanktionen und initiiere auch keine. „Aber für den Fall, dass unsere Partner ihre unkonstruktiven und sogar zerstörerischen Praktiken fortsetzen, werden zusätzliche Maßnahmen ausgearbeitet“, sagte Peskow. Das Ausmaß der Sanktionen hänge von den Schritten des Westens ab.

Die russische Regierung erwägt, die Einfuhr westlicher Fahrzeuge teilweise oder vollständig zu stoppen, wie die Zeitung „Vedomosti“ am Montag berichtet hatte. Der russische Pkw-Markt ist fast so groß wie der deutsche und galt lange Zeit als Hoffnungsträger in Europa.

Die Russland-Geschäfte deutscher Konzerne

Eon

Der größte deutsche Energiekonzern hat seit 2007 rund sechs Milliarden Euro in den russischen Strommarkt investiert. Er hält knapp 84 Prozent an dem Kraftwerksbetreiber E.ON Rossiya OAO. Der Anteil des russischen Stromgeschäfts am Umsatz lag 2013 bei 1,5 Prozent und am operativen Gewinn bei gut sieben Prozent. E.ON beschäftigt rund 5000 Mitarbeiter in Russland. Der Versorger bezieht zudem 30 bis 40 Prozent seines Erdgases von dort. Die Düsseldorfer sind auch mit 25 Prozent an dem sibirischen Gasfeld Juschno Russkoje beteiligt und mit 15,5 Prozent an der Ostsee-Pipeline, durch die Gas - an der Ukraine vorbei - von Russland nach Deutschland fließt. Die Mehrheit an beiden Projekten hält der russische Gazprom -Konzern.

BASF

Der weltgrößte Chemiekonzern ist vor allem in seinem Öl- und Gasgeschäft kräftig in Russland engagiert. So ist der Konzern mit seiner Tochter Wintershall am Gas-Projekt ZAO Achimgaz, einem Joint Venture mit Gazprom, zu 50 Prozent beteiligt. ZAO Achimgaz produziert in Sibirien etwa 3.500 Kilometer nordöstlich von Moskau Erdgas. Ferner ist Wintershall über die Gesellschaft OAO Severneftegazprom nach eigenen Angaben mit insgesamt 35 Prozent an der Ausbeutung des sibirischen Gasfeldes Juschno-Russkoje beteiligt. Zusammen mit einer Tochter des russischen Erdölproduzenten Lukoil betreibt Wintershall zudem das Gemeinschaftsunternehmen Wolgodeminoil zur Förderung von Erdöl. Die BASF-Tochter hält daran 50 Prozent.

Deutsche Bahn

Die Deutsche Bahn ist im Schienenverkehr sowie im Logistik-Geschäft mit insgesamt fünf Unternehmen in Russland vertreten: Vier davon sind 100-Prozent-Beteiligungen. An einer weiteren Firma, die Schienentransporte quer durch Russland von China nach Deutschland organisiert, hält die Bahn einen Anteil von gut einem Drittel. Es ist ein Gemeinschaftsunternehmen unter anderem mit der russischen Staatsbahn RZD. Bahnchef Rüdiger Grube hatte das Geschäftsvolumen in Russland zuletzt mit rund 250 Millionen Euro beziffert.

Daimler

Der Autokonzern ist zusammen mit der Entwicklungsbank EBRD mit 15 Prozent an dem russischen Lkw-Bauer Kamaz KMAZ.MM beteiligt. Die Stuttgarter lassen in zwei Gemeinschaftsunternehmen in dem Land Lastwagen der Marken Mercedes-Benz und Fuso montieren, die besonders robust und damit an die dortigen Straßenverhältnisse angepasst sind. Im abgelaufenen Jahr wurden 5600 Lkw der beiden Marken in Russland ausgeliefert. Etwa die Hälfte davon wurde vor Ort gebaut, der Rest aus Deutschland importiert.

Metro

Russland ist für den Handelsriesen mit einem Jahresumsatz von rund 4,3 Milliarden Euro und 22.000 Mitarbeitern der wichtigste Auslandsmarkt. Der Konzern betreibt dort 73 Cash&Carry-Märkte und 57 Media-Saturn-Filialen. Den Börsengang seines russischen Großmarktgeschäfts hatte Metro im März wegen der Ukraine-Krise auf Eis gelegt.

Henkel

Für den Konsumgüterkonzern ist Russland der weltweit viertgrößte Markt. Der Hersteller von Persil und Pritt hatte dort 2013 rund eine Milliarde Euro Umsatz erzielt. Die Ukraine zählt zu den zehn wichtigsten Wachstumsmärkten Henkels. Im ersten Quartal war Henkel trotz der politischen Unruhen währungsbereinigt in Russland "im mittleren einstelligen Prozentbereich gewachsen" und in der Ukraine "ganz leicht" geschrumpft.

Adidas

Für den Sportausrüster ist Russland einer der wichtigsten Wachstumsmärkte. Infolge der Ukraine-Krise hat dem Konzern bisher vor allem der Verfall des Rubel zu schaffen gemacht. Schuhe und Kleidung mit den drei Streifen, die in Russland seit Sowjetzeiten etabliert sind, waren dort weiter gefragt. Adidas ist in Russland Marktführer.

Von

rtr

Kommentare (5)

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Herr Jürgen Realo

19.08.2014, 17:27 Uhr

Es ist in der Tat nicht mehr nachvollziehbar, diese unberechtigten einseitigen Vorhaltungen gegenüber Russland.
Man könnte meinen, hier wurde eine flächendeckende Gehirnwäsche betrieben.
Selbst der einfältigste Putin Hasser müsste doch ins Grübeln kommen.

Herr Thomas Podgacki

19.08.2014, 20:06 Uhr

Dennoch sei Russland kein Freund von Sanktionen.

AHA

Der Regierungschef der selbsternannten Volksrepublik Donezk, Alexander Sachartschenko, hatte am Samstag eingeräumt, dass die prorussischen Milizen Militärhilfe aus Russland erhalten haben. 1200 in Russland ausgebildete Kämpfer sowie 30 Panzer und andere gepanzerte Fahrzeuge seien in das von den Separatisten kontrollierte Gebiet geschafft worden, sagte Sachartschenko in einem im Internet veröffentlichten Video.

Putin ist wohl eher ein Freund von Annektionen.

Schönen Abend noch.

Frau Galina Bursow

19.08.2014, 21:22 Uhr

An Herrn T.Poldi

Sorry, haben sie mit eigenen Ohren gehört, was Herr Zachrchenko damals gesagt hat? Verstehen Sie russisch? Oder Sie haben ihn in Deutschem TV gesehen und deutsche Übersetzung von seinem angeblichen Auftritt gehört? Und Sie sind absolut sicher, dass ganau das ist die Wahrheit?

Arme, naive Deutsche...
Iere Köpfe werden jeden Tag mit amerikanischen Propaganda gewaschen, manchmal so grob, dass die gleiche Videos, aber mit 180° unterschiedlichen Kommentaren zeigen deutsche Sender. Leider...
Ich bin selber aus der Ukraine und ICH SCHÄME MICH für mein Land!!!! Sie töten zivile Befölkerung, sie töten da kleine Kinder, bombardieren Kindergärtner und Krankenheuser und sie kritisieren Putin???? Russland hat mehr, als eine Million Flüchtlinge aus der Ukraine aufgenommen. Darüber schweigen die deutsche Sender. Sie verschweigen Vieles.Leider...

Und Ihnen auch eienn schönen Abend

P.S. wollte Ihnen eine schöne deutsche Seite schicken -ist leider aus Internet gelöscht. Kopfwäsche leuft weiter:-(

http://unzensiertinformiert.de/nachdenken-ueber-krim-krimi-und-die-wahren-hintergruende/

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