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20.08.2014

12:08 Uhr

Im Gazastreifen

Israelisches Militär bombardiert 60 Ziele

Die Waffenruhe ist Geschichte: Nachdem sich Israelis und Palästinenser gegenseitig für das Ende der Feuerpauise verantwortlich machten, bombardiert 60 Ziele in Gaza. Ein prominentes Opfer fanden die Angriffe bereits.

Trümmer in Gaza: Was nach dem 50 tägigen Konflikt zwischen Israel und dem Gaza-Streifen bleibt. ap

Trümmer in Gaza: Was nach dem 50 tägigen Konflikt zwischen Israel und dem Gaza-Streifen bleibt.

GazaNach dem Scheitern der Waffenstillstandsgespräche ist ein Ende der wieder aufgeflammten Gewalt zwischen israelischer Armee und radikalen Palästinensern nicht in Sicht. Seit Bruch der Feuerpause am Dienstag habe die Luftwaffe 60 Ziele im Gazastreifen bombardiert, teilte das israelische Militär am Mittwoch mit. Aus dem Küstengebiet seien mehr als 80 Raketen auf Israel abgefeuert worden, einige davon hätten abgefangen werden können. Verletzt wurde in Israel nach diesen Angaben niemand.

Im Gazastreifen starben nach palästinensischen Angaben mindestens elf Menschen, darunter die Frau und der junge Sohn von Hamas-Militärchef Mohammed Deif. Damit seien seit Beginn der jüngsten Kämpfe Anfang Juli 2029 Menschen im Gazastreifen getötet worden, darunter zahlreiche Zivilisten, teilte das Gesundheitsministerium in Gaza weiter mit. Auf israelischer Seite sind seit Ausbruch der Auseinandersetzungen offiziellen Angaben zufolge 64 Soldaten und drei Zivilisten getötet worden.

Fragen und Antworten zum Gaza-Konflikt

Worum geht es der Hamas?

Die radikalislamische Hamas-Bewegung kämpft um ihr Überleben. Im Westjordanland wurde sie in den vergangenen Wochen durch Massenverhaftungen und Beschlagnahmungen fast zerschlagen, im Gazastreifen ist sie nach dem Machtwechsel in Ägypten isoliert und finanziell liegt sie am Boden - "sie hat nichts mehr zu verlieren", sagt Muchaimer Abu Saada, Politikprofessor an der Al-Aksa-Universität in Gaza. Deshalb sucht die Hamas die Unterstützung der breiten palästinensischen Bevölkerung durch schnelle Erfolge - sei es die Aufhebung der Gaza-Blockade, sei es durch einen spektakulären Angriff auf israelische Ziele. Deshalb weitete sie diese Woche Ziele und Zahl ihrer Raketenangriffe aus und startete Kommandoaktionen mit Tauchern und durch Geheimtunnel.

Was will Israel erreichen?

„Am Ende darf die Hamas keine Mittel mehr besitzen, um Raketen zu fabrizieren“, sagt Gilad Erdan, Angehöriger des Sicherheitskabinetts und in der Regierung für das Ressort Umwelt zuständig. Anders als bei der Eskalation im November 2012 will sich Israel diesmal nicht mit einer Feuerpause zufriedengeben. Die Regierung stimmt die Bevölkerung deshalb auf einen längeren Waffengang und mögliche eigene Verluste ein.

Entsendet Israel Bodentruppen nach Gaza?

Zwei unterschiedliche Bodeneinsätze werden diskutiert: Eine langanhaltende Invasion hätte zum Ziel, wie im Westjordanland alle Strukturen der Hamas zu zerschlagen. Kürzer könnte ein Einmarsch verlaufen, der sich auf die nachhaltige Schwächung der bewaffneten Gruppierungen in dem Küstengebiet konzentriert. "Die Hamas rechnet nur mit einer begrenzten Bodenoffensive Israels, da eine Wiederbesetzung des Gazastreifens praktisch unmöglich ist", sagt Abu Saada. Gegenwärtig bringt Israel 30.000 Soldaten in Stellung und rüstet sie aus. Kommt es zu tödlichen Angriffen in Israel, würde dies den Invasionsbefehl beschleunigen.

Wie lang kann die Hamas ihr Drohpotenzial aufrecht erhalten?

Israelische Militärexperten schätzen die Feuerkraft der Hamas auf rund 10.000 Raketen sehr unterschiedlicher Reichweite - wobei sie in den vergangenen Tagen damit überraschte, dass ihre Projektile Ziele in 160 Kilometern Entfernung im Norden Israels erreichten. Die mehrere hundert Raketen größerer Reichweite in ihrem Besitz wird die Hamas aber nur sehr kalkuliert einsetzen, erwarten die Experten. Amos Gilad, Strategieberater im Verteidigungsministerium, sagt, es sei sehr unwahrscheinlich, dass die libanesische Hisbollah der Hamas durch gleichzeitigen Raketenbeschuss aus dem Südlibanon zu Hilfe kommt.

Wie kann das Ausland helfen?

Alle schauen hier zuerst nach Ägypten, das Beziehungen zu Israel und zu den Palästinensern unterhält und 2012 erfolgreich tätig wurde. „Eine Vermittlungsinitiative im eigentlichen Sinne gibt es derzeit nicht“, sagt dazu Badr Abdel Lati, Sprecher des Außenministeriums in Kairo. Entsprechende Kontakte hätten „zu keinem Ergebnis geführt“. Da die aktuelle ägyptische Regierung die Hamas als feindliche Organisation einstuft, ist sie zudem kaum bereit, deren Bedingungen für einen Waffenstillstand gegenüber Israel nachdrücklich zu vertreten. Professor Abu Saada rechnet deshalb damit, dass die Islamisten das Emirat Katar oder die Türkei als Vermittler anrufen könnten.

Wenige Stunden vor Auslaufen einer Feuerpause waren am Dienstagnachmittag wieder Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert worden. Israel nahm daraufhin die Luftangriffe wieder auf und zog seine Unterhändler von den Verhandlungen mit den Palästinensern in Kairo ab.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr Tenzin Konchuk

22.08.2014, 10:05 Uhr

Sephardische Siedlungspolitik ist etwas anderes als Ashkenasen Siedlungspolitik. Das wusste auch Rabbi Yitzhak Kaduri.

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