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13.01.2005

19:42 Uhr

Im Herbst sollen erste Sonden ausgesetzt werden

Wissenschaftler bereiten Tsunami-Frühwarnsystem vor

Zur Vorbereitung eines Tsunami-Frühwarnsystems wollen Forscher bereits im Herbst erste Messgeräte auf dem Indischen Ozean verankern.

HB BERLIN. Nach einem mit der Bundesregierung abgestimmten Konzept zur Tsunami-Frühwarnung könne die Bevölkerung der betroffenen Regionen dann bereits in ein bis drei Jahren wirksam vor den Flutwellen geschützt werden, sagte Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn am Donnerstag bei der Vorstellung des Konzepts in Berlin. Forscher würden schon im Herbst die ersten Sensoren aussetzen, um die Meerestopographie zu erforschen.

Die Bundesregierung wolle das Konzept noch im Januar auf der UN-Konferenz im japanischen Kobe der Staatengemeinschaft vorstellen. Bulmahn schätzt, dass noch in diesem Jahr entschieden wird, ob dieses System zum Einsatz kommt. Sie zeigte sich optimistisch, dass die anderen Staaten das Modell akzeptieren. Deutschland sei auf dem Gebiet der Geowissenschaften weltweit führend. Das Modell von Geowissenschaftlern arbeite genauer als bestehende Systeme.

Der Ausbau der ersten Stufe, bei der Messgeräte im Indischen Ozean verankert werden würden, koste etwa 25 bis 30 Millionen Euro, sagte Bulmahn. Daneben sehe das Konzept in einer zweiten Stufe den Ausbau der Warninfrastruktur vor. Dazu bedürfe es aber noch vieler Schulungen des Personals. „Naturkatastrophen sind unvermeidbar, aber wir können die Folgen verringern“, sagte sie.

Friedrich Wilhelm Wellner vom Leibniz-Institut für Meeresforschung in Kiel wies darauf hin, dass das jetzige Konzept auch auf die Europa umgebenden Meere angewandt werden soll. Hier gebe es noch kein Frühwarnsystem, obwohl auch Europa nicht vor Naturkatastrophen sicher sei.

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