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28.06.2014

03:21 Uhr

Im Kampf gegen Isis

Kerry hofft auf syrische Opposition

Während der US-Kongress über 500 Millionen Dollar für die syrische Opposition berät, trifft sich Kerry mit deren Repräsentanten in Riad. Der US-Außenminister hofft auf ein Heilmittel gegen Isis.

Im Kampf gegen die sunnitische Extremistengruppe Isis setzte US-Außenminister John Kerry setzt auf die moderaten syrischen Rebellengruppen. AFP

Im Kampf gegen die sunnitische Extremistengruppe Isis setzte US-Außenminister John Kerry setzt auf die moderaten syrischen Rebellengruppen.

RiadUS-Außenminister John Kerry setzt im Kampf gegen die sunnitische Extremistengruppe Islamischer Staat im Irak und in Syrien (Isis) auf die moderaten syrischen Rebellengruppen. Vor allem die Nationale Syrische Koalition (NSC), ein Zusammenschluss mehrerer Oppositionsgruppen, könne eine wichtige Rolle dabei spielen, Isis zurückzudrängen.

Kerry traf sich bei seiner Nahost-Reise am Freitag mit dem NSC-Präsidenten Ahmed al-Dscharba in der saudischen Hauptstadt Riad, um über die Lage in Syrien und im Irak zu sprechen. „Er kennt die Menschen der Region, seine Meinung ist für ein Vorankommen sehr wichtig“, sagte Kerry. Al-Dscharba kommt aus dem nordsyrischen Kamischli, das mehrheitlich von Kurden bewohnt wird. Zugleich repräsentiert er den sunnitischen Schummar-Stamm, dessen Angehörige in Syrien wie im Irak leben.

Al-Dscharba sagte im Gespräch mit Kerry, die syrische Opposition brauche größere Unterstützung seitens der USA und regionaler Mächte wie Saudi-Arabien. „Mittlerweile beherrschen sektiererische Milizen unser Land“, mahnte der Exilpolitiker.

Die US-Regierung will moderate syrische Oppositionskräfte mit neuen Finanzmitteln unterstützen. US-Präsident Barack Obama hatte den Kongress am Donnerstag aufgefordert, 500 Millionen Dollar (367 Millionen Euro) zur Unterstützung bereitzustellen.

Die Terrorgruppe Islamischer Staat

Ziel

Die Organisation Islamischer Staat (IS), früher Islamischer Staat im Irak und in Syrien (Isis) genannt, gehört zu den radikalsten islamistischen Gruppen im Nahen Osten. Sie kämpft für einen sunnitischen Gottesstaat im arabischen Raum.

Ursprung

Der IS ging aus dem irakischen Widerstand der 2003 gegründeten Gruppe „Tawhid und Dschihad“ hervor, die sich gegen die US-Invasion im Irak wandte. Erster Anführer war der für seine Grausamkeit berüchtigte Jordanier Abu Mussab al-Sarkawi. Seit 2013 leitet der Iraker Abu Bakr al-Baghdadi den IS.

Aktivitäten

Die Gruppe griff Im Irak nicht nur US-Soldaten an, sondern verübte auch Selbstmordanschläge auf Schiiten und Christen im Land. Al-Sarkawi wurde 2006 von der US-Armee getötet. Seither führen Iraker die Organisation. Deren zweiter früherer Name „Islamischer Staat im Irak und der Levante“ verdeutlicht den Anspruch, einen sunnitischen Großstaat zwischen Mittelmeer und Euphrat zu errichten.

Entwicklung

An Macht gewann der IS, als sie sich im Frühjahr 2013 in den syrischen Bürgerkrieg einmischte. Dort überwarf sie sich mit der aus syrischen Salafisten bestehenden Al-Nusra-Front, obwohl beide Gruppen damals dem Terrornetzwerk al-Qaida nahestanden.

Standorte

Vor allem im Nordosten Syriens greift der IS syrisch-kurdische Städte an und massakriert die Zivilbevölkerung. Im Irak profitiert die Miliz vom Streit der von Schiiten dominierten irakischen Regierung mit den sunnitischen Parteien des Landes. Am 29. Juni rief der IS das Kalifat in den von im kontrollierten Gebieten aus – mit al-Baghdadi als Kalif.

Finanzierung

Der IS finanzierte sich anfangs vor allem durch Spenden aus den Golfstaaten Katar und Saudi-Arabien, aber auch durch Wegzölle entlang der Grenzen zwischen Irak und Syrien. Mit den Landgewinnen nahmen die Gewinne aus illegalen Ölverkäufen der kontrollierten Felder zu.

Söldner

In den Reihen der Gruppe kämpfen internationale Brigaden, darunter Muslime aus Nordafrika und den arabischen Golfstaaten sowie Konvertiten aus Europa und Nordamerika.

Allerdings ist die syrische Opposition zerstritten. Das NSC-Bündnis unterteilt sich unter anderem in Soldaten der Freien Syrischen Armee (FSA) und eine im türkischen Exil gegründete syrische Interimsregierung. Am Donnerstag hatte diese Regierung eigenmächtig den FSA-Oberbefehlshaber abgesetzt. Die FSA protestierte, Al-Dscharba widerrief die Order umgehend.

US-Außenminister Kerry traf sich nach saudischen Medienberichten in Riad auch mit König Abdullah. Saudi-Arabien gilt als einer der größten Unterstützer verschiedener syrischer Rebellengruppen im Kampf gegen den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Nuri al-Maliki, Ministerpräsident des Iraks, wirft Abdullah jedoch vor, auch extremistische Gruppen zu unterstützen. So werde Isis mit saudischen Geldern finanziert, um gegen die schiitische Regierung in Bagdad zu kämpfen.

Von

ap

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