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14.06.2012

08:57 Uhr

In Aufsichtsräten

EU will Frauenquote gesetzlich regeln

VonThomas Ludwig

ExklusivDie Europäische Union will die Frauenquote in Aufsichtsräten von Konzernen nun doch gesetzlich regeln. Ein entsprechender Richtlinienvorschlag ist für den Oktober geplant.

Frauenquote: Noch unternehmen die Firmen zu wenig, meint die EU. dapd

Frauenquote: Noch unternehmen die Firmen zu wenig, meint die EU.

BrüsselMindestens 40 Prozent der Aufsichtsratsposten börsennotierter Unternehmen sollen 2020 mit Frauen besetzt sein. Den entsprechenden Gesetzesvorschlag will EU-Justizkommissarin Viviane Reding im Oktober vorlegen. Das erfuhr das Handelsblatt aus Kreisen, die mit den Vorgängen vertraut sind. Bisher hatte Reding Vorgaben für eine freiwillige Verpflichtung gemacht. Demnach sollte der Anteil von Frauen in Aufsichtsräten bis 2015 auf 30 Prozent und bis 2020 auf 40 Prozent steigen.

Im März hatte die Kommissarin kritisiert, die Firmen unternähmen zu wenig, um die Ziele zu erreichen. Damals blieb unklar, wie Reding den Prozess vorantreiben würde. Nun steht fest: Die Kommission wird es nicht bei einer Empfehlung an die Staaten belassen, für mehr Frauen in Aufsichtsräten zu sorgen, sondern sie mit einer Richtlinie auf ein entsprechendes Vorgehen verpflichten. Derzeit schätzt Brüssel die Folgen des geplanten Gesetzes ab.

Die Selbstverpflichtung, bis 2015 den Frauenanteil in der Spitze auf 30 und bis 2020 auf 40 Prozent zu erhöhen, unterschrieben in ganz Europa bis März nur 24 Unternehmen, wie die Kommission damals erklärte. In Deutschland ist der Frauenanteil in den Kontrollgremien von Großkonzernen einer am Mittwoch vorgelegten Studie zufolge zuletzt jedoch deutlich gestiegen. Demnach sind knapp ein Fünftel (18,2 Prozent) der Posten in Aufsichtsräten der 30 Unternehmen aus dem Deutschen Aktienindex (Dax) mittlerweile von Frauen besetzt. Anfang 2011 habe die Quote noch bei 13,4 Prozent gelegen.

Geltendes Gesetz wird der EU-Vorschlag nur, falls EU-Länder und Europaparlament ihn verabschieden. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder lehnt eine verpflichtende Quote ab. Sie setzt auf die „Flexiquote“ und damit auf Freiwilligkeit.

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Mit Material von dpa und afp

Kommentare (22)

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Skyjumper

13.06.2012, 18:21 Uhr

Richtig so. Und eine Quote für braunhaarige, und eine für linkshänder und ganz wichtig: Selbstverständlich gehört in das Gremium der Kapitalvertreter auch eine Quote für unschuldig überschuldete Landkreisabgeordnete.

Einfach widerlich diese Regelungswut.

LG Skyjumper
(Und im übrigen bin ich der Meinung der Euro müßte zerstört werden)

Account gelöscht!

13.06.2012, 18:37 Uhr

Auch hier kennt der Irrsinn keine Grenzen. Entweder haben die Frauen beruflich was drauf und können sich in der Wirtschaft durchsetzen oder sie geben sich damit zufrieden, was auch bisher ohne Quoten möglich war. In Ihrer Regelungswut scheuen die eigentlich überflüssigen "Mandatsträgerinnen" in EU, Bund, Behörden, etc. nicht davor zurück, weitere Pöstchen zu schaffen, die zwar keinem, außer sich selbst, nützen, jedoch weitere überflüssige Kosten bedeuten, die vom Steuerzahler letztendlich erwirtschaftet werden müssen. Ein Herunterfahren von Quoten ist allgemein angesagt, nicht ein weiteres Ausdehnen! Das gilt für alle Quotenemporkömmlinge.

d1034646

13.06.2012, 21:08 Uhr

In Norwegen zeigt sich ja wohin das führt.
1 Frau - 9 Aufsichtsratposten...kommt diese Frau aus den Unternehmen? Nein. Sie kam extern dazu...

...wird die Leistung der Frauen im Unternehmen honoriert? Nein.

Ich bin nicht perse gegen eine Quote...aber die Argumente für eine...überzeugen mich einfach nicht.

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