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26.02.2004

11:30 Uhr

In Bosnien

Mazedonischer Präsident mit Flugzeug abgestürzt

Der mazedonische Präsident Boris Trajkovski ist am Donnerstag bei einem Flugzeugabsturz im Süden Bosniens ums Leben gekommen. Ersten Angaben zufolge zerschellte die Präsidentenmaschine mit neun Menschen an Bord offenbar bei Nebel und Regen an einem Berg in Bosnien.

Boris Trajkovski Foto: dpa

Boris Trajkovski Foto: dpa

HB SKOPJE. Es habe keine Überlebenden gegeben, hieß es in einer Meldung des bosnischen Radios.

Die Nachricht vom Tod des 47 Jahre alten Trajkovski wurde zunächst in Dublin bekannt, wo der irische Ministerpräsident Bertie Ahern am Vormittag mit Vertretern Mazedoniens zusammenkommen sollte. Das Treffen sei abgesagt worden, „wegen der tragischen Nachricht, dass Präsident Boris Trajkovski bei einem Flugzeugunglück über Bosnien gestorben ist“, sagte Ahern.

In Regierungskreisen in der mazedonischen Hauptstadt Skopje hieß es, das Flugzeug sei in der Umgebung der Ortschaft Stolac abgestürzt, in einer Gebirgsregion östlich der kroatischen Hafenstadt Dubrovnik. Nach Angaben des bosnischen Innenministeriums war Trajkovskis Maschine gegen 09.00 Uhr MEZ von den Radarschirmen verschwunden. Zum Zeitpunkt habe in der Region sehr schlechtes Wetter mit starkem Regen und Nebel geherrscht. Das Gebiet ist bekannt dafür, dass dort im Winter häufig schwierige Wetterbedingungen für den Flugverkehr herrschen. Die örtliche Polizei berichtete, in den Bergen nahe Stolca sei eine Explosion zu hören gewesen. Unmittelbar danach begann die Suche nach dem Wrack, das nach einer Meldung des bosnischen Radios wenig später gefunden wurde.

In Skopje hieß es, der Präsident sei auf dem Weg zu einer Wirtschaftskonferenz in der bosnischen Stadt Mostar gewesen. Dabei sei er von mehreren Mitarbeitern begleitet worden.

Trajkovski war 1999 zum Präsidenten gewählt worden. Während seiner Amtszeit kam es in Mazedonien zu Auseinandersetzungen zwischen slawisch sprechenden Mazedoniern und einer albanischen Minderheit. 2001 führte Trajkovski den Vorsitz beim Zustandekommen einer von der Nato unterstützten Friedensvereinbarung zwischen beiden Gruppen. Damit wurde verhindert, dass aus den bewaffneten Auseinandersetzungen in der ehemalige jugoslawische Republik ein Bürgerkrieg wurde.

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