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16.05.2014

08:05 Uhr

Indien

Hindu-Nationalisten gewinnen die Wahl

Die BJP führt bei Auszählung der Wahl in Indien Es könnte sogar für eine absolute Mehrheit reichen. Die regierende Kongresspartei steht vor einer Riesenblamage. Die Niederlage hat sie bereits eingestanden.

Narendra Modi von der BJP in Indien steuert auf einen Wahlsieg zu. ap

Narendra Modi von der BJP in Indien steuert auf einen Wahlsieg zu.

Neu DelhiIndiens Kongresspartei hat bei der Parlamentswahl eine historische Niederlage eingeräumt. „Wir akzeptieren den Willen der Wähler, heißen ihn willkommen und sehen unsere Niederlage ein“, sagte der führende Kongresspolitiker Satyavrat Chaturvedi laut der Nachrichtenagentur IANS am Freitag. Parteisprecher Rajeev Shukla sagte dem Nachrichtensender NDTV: „Die Trends sind sehr enttäuschend. Wir steuern auf das schlechteste Ergebnis in sehr vielen Jahren zu.“ Erste offizielle Ergebnisse zeigten am Freitag, dass die hindu-nationalistische BJP in 257 von 490 teilweise ausgezählten Wahlkreisen klar vorne liegt. Die bislang regierende Kongresspartei hingegen führte nur in 49 Wahlkreisen. Die BJP schickte sich sogar an, mit ihren Bündnispartnern die Marke von 272 Mandaten zu knacken. Damit hätte die Koalition bei der größten demokratischen Abstimmung der Welt eine absolute Mehrheit im indischen Unterhaus in Neu Delhi.

BJP-Spitzenkandidat Narendra Modi führte in beiden Wahlkreisen, in denen er antrat – sowohl in Vadodara in seinem Heimatstaat Gujarat als auch in der heiligen Tempelstadt Varanasi.

„Es sieht düster aus“, sagte hingegen Kongressparteisprecher Abhishek Manu Singhvi dem TV-Sender NDTV. Eine besonders schmerzliche Niederlage droht der bisherigen Regierungspartei im Wahlkreis Amethi. Dort trat Rahul Gandhi an, Spross der einflussreichen Nehru-Gandhi-Familie und inoffizieller Spitzenkandidat der Kongresspartei. Der Wahlkreis wird seit Generationen von der Familie gehalten. Gandhi lieferte sich dort ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der BJP-Kandidatin.

Mehr als eine halbe Milliarde Menschen hatte ihre Stimme mit Hilfe von elektronischen Wahlmaschinen abgegeben. Die 1,8 Millionen Maschinen wurden in 989 Zentren gebracht und dort nach und nach geöffnet. „Man muss nur einen Knopf drücken, um das Ergebnis jeder Maschine zu erhalten und dann werden die Ergebnisse zusammengetragen“, sagte Rajesh Malhotra von der Wahlkommission.

Die Wahlbeteiligung lag mit 66 Prozent so hoch wie nie zuvor in Indien. Insgesamt hatte sich die Abstimmung über fünf Wochen hingezogen, damit Wahlhelfer die gigantische Abstimmung organisieren und Sicherheitskräfte die Wahllokale bewachen konnten. Angetreten waren 8251 Kandidaten, darunter 668 Frauen und fünf Transsexuelle.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

16.05.2014, 10:08 Uhr

Über Indische Innenpolitik kann ich nicht kommentieren. Aber was die Wahldurchführung mit elektronischen Zählmaschinen angeht: sorry, damit ist für mich das Wahlergebnis schon disqualifiziert.

Ein besseres Instrument zur Wahlfälschung wie Elektronik, die man als Einzelwähler nicht kontrollieren kann (und wer vertraut schon heutzutage noch irgendwelchen Firmen, Organisationen oder Staaten), gibt es nicht. Da können die noch so viel erzählen wie fälschungssicher ihr System ist. Ein wohldurchdachtes Lowtech-System - das im Prinzip jeder in der Lage ist in allen Schritten zu kontrollieren - schlägt in diesem Fall einfach Hightech.

Account gelöscht!

16.05.2014, 10:11 Uhr

PS: aus diesem Grund würde ich auch jedem Abraten, BRIEFWAHL zu machen. Zwar ist dies nicht wirklich Hightech, aber: wo kann man hierbei jeden Schritt kontrollieren? Vor allem lohnt es sich an zentralen Sammel-Punkten zu fälschen - das ist bei 25% "Marktanteil" inzwischen äußerst attraktiv, im Gegensatz zu der mühsamen Fälschung in tausenden von kleinen Wahllokalen.

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