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05.01.2008

17:36 Uhr

Indien-Reise

Sarkozy und Bruni verwirren das Protokoll

Der zum Nationalfeiertag Indiens am 26. Januar eingeladene französische Präsident Nicolas Sarkozy hat das Protokoll in Neu Delhi offensichtlich in große Bedrängnis gebracht. Sarkozy will nach indischen Presseberichten vom Samstag nämlich mit der Chansonsängerin Carla Bruni anreisen. Die ist aber nur Freundin und nicht Ehefrau – ein protokollarisches Problem.

Ausflug zu dritt: Nicolas Sarkozy mit Carla Bruni und ihrem Sohn. Foto: ap ap

Ausflug zu dritt: Nicolas Sarkozy mit Carla Bruni und ihrem Sohn. Foto: ap

HB NEU DELHI/JORDANIEN. Die Verantwortlichen für Protokoll und Sicherheit wüssten aber nicht, wie sie mit dem früheren Topmodel umgehen sollen. Schließlich sei die 39- Jährige nicht die Ehefrau des Präsidenten. Im indischen Außenministerium herrsche Verwirrung, weil es einen solchen Fall noch nicht gegeben habe, berichtete die Nachrichtenagentur PTI. „Die Freundin wird nicht als Gattin betrachtet“, schrieb die Zeitung „Indian Express“ auf der Titelseite. „Es ist das erste Mal, dass wir mit einer solchen Situation konfrontiert sind“, zitierte das Blatt einen Beamten des Außenministeriums.

Carla Bruni soll während des gesamten Sarkozy-Besuches in Indien dabei sein. Auch ein Abstecher zum weltberühmten Taj Mahal ist den Angaben zufolge geplant. Das gewaltige Marmor-Mausoleum, das der Mogul-Kaiser Shah Jahan zu Ehren seiner Ehefrau Mumtaz Mahal errichten ließ, gilt als ein Symbol der Liebe.

Derzeit weilt der französische Staatspräsident samt neuer Freundin allerdings noch in Jordanien. Nicolas Sarkozy und Carla Bruni sind am Samstag händchenhaltend durch die antike jordanische Felsenstadt Petra spaziert. Das ehemalige Topmodell und der Staatschef waren zusammen mit Brunis Sohn als Touristen unterwegs. Sie trugen große Sonnenbrillen und legere Kleidung – er in Jeans, sie im kurzen schwarzen Rock. Es handelte sich in erster Linie um einen privaten Besuch, wie das französische Präsidialamt am Freitag erklärt hatte.

Sarkozy gab mehreren überraschten Touristen Autogramme. Nach ihrem Besuch der Unesco-Weltkulturerbestätte flogen sie mit dem Hubschrauber weiter in den Süden des Landes, nach Wadi Rum. Sarkozy war am Freitagabend mit dem jordanischen König Abdullah II. zusammengetroffen, um über die Situation im Nahen Osten und im Libanon zu besprechen. Der Staatschef logiert auf Einladung Abdullahs in dessen Palast in der Hafenstadt Akaba am Roten Meer, wie der Élysée-Palast am Freitag mitgeteilt hatte.

Die Felsenstadt Petra wurde in einer großen Online-Umfrage mit etwa 100 Millionen Teilnehmern im vergangenen Jahr zu einem der Sieben Weltwunder erklärt. Die Gebäude wurden vor etwa 2 000 Jahren in den Fels geschlagen und sind eine der wichtigsten Touristenattraktionen Jordaniens. Erst vor wenigen Tagen war Sarkozy aus Ägypten zurückgekehrt, wo er mit Bruni die Feiertage verbracht und Präsident Husni Mubarak zu Gesprächen getroffen hatte.

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