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11.01.2014

00:32 Uhr

Indien

USA ziehen Diplomaten ab

Friedensangebot aus Washington: Weil eine indische Diplomatin faktisch ausgeweisen wurde, ziehen die USA ihrerseits einen Diplomaten aus Neu Delhi ab. Doch die Wogen schlagen hoch – aus fraglichen Gründen.

Die indische Diplomatin Devyani Khobragade entrichtet einen "Namaste"-Gruß bei ihrer Ankunft in Indien am Freitag, nachdem sie die USA verlassen musste. Die 39-jährige soll eine Angestellte in den USA wie eine Sklavin gehalten haben, weist aber alle Vorwürfe zurück. Reuters

Die indische Diplomatin Devyani Khobragade entrichtet einen "Namaste"-Gruß bei ihrer Ankunft in Indien am Freitag, nachdem sie die USA verlassen musste. Die 39-jährige soll eine Angestellte in den USA wie eine Sklavin gehalten haben, weist aber alle Vorwürfe zurück.

WashingtonDie USA werden einen Diplomaten aus der US-Botschaft in Neu Delhi abziehen, nachdem sie faktisch eine indische Diplomatin aus den USA ausgewiesen hat. Die Vize-Konsulin Devyani Khobragade war unter dem Verdacht festgenommen worden, gefälschte Einreisepapiere für eine Hausangestellte eingereicht zu haben und diese dann unter „sklavenähnlichen“ Bedingungen zu Mindestlöhnen in ihrem Haushalt beschäftigt zu haben. Sie habe laut Anklage eine 100-Stunden-Woche und sieben Arbeitstage pro Woche gehabt, bei einem Stundenlohn von knapp einem Dollar.

Es gab zudem weder Urlaubsanspruch oder Recht auf Krankheitstage. Die unter diplomatischer Immunität stehende Politikerin war am Freitagabend indischer Zeit in Delhi eingetroffen und von ihrer Familie und Anhängern begrüßt worden. Über ihre „unwürdige“ Behandlung hatte es massive Proteste in den politischen Kreisen Indiens gegeben. Wegen der Behandlung der Hausangestellten hatte es keine Proteste gegeben. Im Gegenteil hatte die indische Regierung ihre Auslieferung gefordert, da sie angeblich Geld und ein Mobiltelefon ihrer Arbeitgeberin gestohlen habe.

Die USA sind der Aufforderung nicht nachgekommen und haben Sangeeta Richards‘ Familie sogar die Einreise in die USA erlaubt, um sie vor Repressalien zu schützen. Das stachelte die Wut in Indien weiter an. „Das war eine extrem schwierige Zeit für die indisch-amerikanischen Beziehungen“, räumte Jen Ssaki, Sprecher des US-Außenministeriums in Washington ein. Er hofft, dass es jetzt, nach der Ausreise des US-Diplomaten, zu einer Normalisierung der Beziehungen kommen werde.

Von

rtr

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