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19.08.2013

11:50 Uhr

Indien

Währungssturz weckt Krisenangst

Die indische Währung ist so wenig wert wie nie. Und obwohl die Weltbank vor Überreaktionen warnt, fürchtet Indien den Absturz in die Krise. Es könnte sein, dass Indien nicht das einzige Krisenland in der Region wird.

Auch die indonesischen Rupiah entwertet sich rasch. Reuters

Auch die indonesischen Rupiah entwertet sich rasch.

Neu-DelhiDer anhaltende Absturz der Rupie schürt in Indien Krisenängste. Ein neues Rekordtief der Landeswährung zum Dollar drückte den indischen Aktienmarkt am Montag um mehr als zwei Prozent. Weltbank-Chefvolkswirt Kaushik Basu warnte vor Überreaktionen. Die aktuellen wirtschaftlichen Probleme des Landes seien mit der schweren Krise im Jahr 1991 nicht vergleichbar, sagte Basu in Neu-Delhi. Ähnlich hatte sich am Wochenende bereits Ministerpräsident Manmohan Singh geäußert. 1991 hatte das Land nur geringe ausländische Devisenreserven und war gezwungen, seine Goldbestände zu verpfänden, um Importe finanzieren zu können. Die Krise war Anstoß für eine Reihe von Reformen, mit denen die Öffnung der indischen Wirtschaft begann. Als deren Retter wurde Singh gefeiert, der damals Finanzminister war.

Die Regierung steuert nun bereits mit drastischen Mitteln wie Devisenhandelsbeschränkungen gegen den Verfall der Rupie - doch bislang wie auch die Notenbank ohne durchschlagenden Erfolg. Sie befürchtet eine Abwärtsspirale, die dazu führt, dass die Importe immer teurer werden und ausländische Investoren sich aus Indien zurückziehen. Solche Entwicklungen drohen das - ohnehin schon deutlich abgeschwächte - Wirtschaftswachstum weiter zu bremsen.

Experten gehen die Schritte nicht weit genug, sie verlangen tiefergreifende wirtschaftspolitische Reformen. Weltbank-Chefvolkswirt Basu, der früher Chefberater des indischen Finanzministeriums war, sagte, das Land solle die Rupie mit Hilfe ausländischer Devisenreserven stabilisieren. Diese seien ausreichend vorhanden. Einen Kredit des Internationalen Währungsfonds (IWF) benötige es nicht.

Ähnliche Probleme zeigen sich derzeit in Indonesien. Dort fiel die Währung Rupiah auf ein Vierjahres-Tief zum Dollar, und die Börse brach um mehr als fünf Prozent ein. Die Marktteilnehmer treibt die Angst um, dass das zunehmende Leistungsbilanzdefizit, die anziehende Inflation sowie die Konjunkturabkühlung in eine Krise umschlagen könnten.

Die deutsch-indischen Wirtschaftsbeziehungen

Exporte

Die deutschen Ausfuhren nach Indien haben sich von 2000 bis 2010 nahezu vervierfacht. Im vergangenen Jahr wurden dort Waren „Made in Germany“ im Wert von 9,25 Milliarden Euro abgesetzt, ein Plus von 14,3 Prozent. In der Rangliste der wichtigsten Exportkunden Deutschlands nimmt Indien damit Platz 21 ein. Größter Verkaufsschlager sind Maschinen, gefolgt von chemischen Produkten, Elektronik und Fahrzeugen.

Importe

Schneller als die Exporte wachsen die Einfuhren aus Indien. Sie legten 2010 um mehr als ein Fünftel auf rund 6,2 Milliarden Euro zu. Dabei stehen Textilien und Bekleidung an Nummer eins, gefolgt von chemischen Produkten, Elektronik, Maschinen und Nahrungsmitteln.

Unternehmen

Mehr als 3000 deutsche Unternehmen sind in Indien tätig, zum Teil schon seit Jahrzehnten. Darunter befinden sich so große Konzerne wie Siemens, Bosch, SAP und BMW. Umgekehrt gibt es rund 300 indische Firmen in Deutschland, die knapp 13.000 Mitarbeiter zählen. Dazu gehören der Windenergieanlagen-Bauer Repower und der Arzneimittel-Hersteller Betapharm.

Wirtschaftswachstum

Die Aussichten der deutschen Wirtschaft auf einen Ausbau ihrer Geschäfte mit Indien sind gut: Der Internationale Währungsfonds (IWF) sagt dem Schwellenland in diesem Jahr ein Wachstum von 8,2 Prozent und 2012 von 7,8 Prozent zu.

Indien und Indonesien gehören zu den Hauptleidtragenden der aktuellen Kapitalflucht aus Schwellenländern. Diese ist insbesondere Folge der Erwartung an den Finanzmärkten, dass die ultralockere Geldpolitik der US-Notenbank sich dem Ende zuneigt. Mit ihrem Kurs zur Stützung der US-Konjunktur hat die Federal Reserve in den vergangenen Jahren dafür gesorgt, dass Massen billigen Geldes in den aufstrebenden Volkswirtschaften Asiens und Lateinamerikas angelegt wurden, wo hohe Renditen winkten. Auch in Brasilien war der Real zuletzt trotz Interventionen der Zentralbank auf den tiefsten Stand seit 2009 gesunken.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

19.08.2013, 12:15 Uhr

Warum zeigen wir alle zusammen denen in Indien nicht mal, wie man unseren deutschen Länder-Finanz-Ausgleich nachbauen kann, und bietet Hilfe beim Aufbau eines Renten-, Sozial und Gesundheits-System nach deutschem Vorbild, mit den diversen demokratisch gewählten Berufskammern und den dazugehörigen volldemokratisch gewählten, föderal aufgebauten Verbänden der "verkammerten Freien Berufe", sowie den dazugehörigen Berufsständischen Organisationen und dem ganzen gesellschaftlichen und politischen Krimskrams, der damit zusammenhängt?

inquisitor

19.08.2013, 18:25 Uhr

bei der indischen nationalbank handelt es sich, wie bei der fed, der grichischen nationalbank, der schweizerischen und noch viele andere; um PRIVATBANKEN es sind KEINE staatlichen banken.

vielmehr scheint es so zu sein, dass, bevor die FED mit ihrem privaten us $, untergeht, est die anderen privaten länderbanken einschl. des € untergehen sollen, damit der US $ überlebt und die fünf us-besitzer der fed kasse machen können.

ein riesenswindel das ganze.

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