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09.07.2012

17:41 Uhr

Indonesien

Armes Konsumparadies

VonUrs Wälterlin

Indonesien ist trotz seines Reichtums an Rohstoffen bitterarm: Obwohl die Wirtschaft wächst und die Mittelschicht expandiert, sinkt die Lebensqualität und die Schere zwischen arm und reich wird immer größer.

Jakarta: Die Schere zwischen arm und reich wird immer größer. AFP

Jakarta: Die Schere zwischen arm und reich wird immer größer.

DenpasarTrotz seines Reichtums an Rohstoffen und trotz des starken wirtschaftlichen Wachstums ist Indonesien ein bitterarmes Land. 12,5 Prozent, mehr als 30 Millionen Menschen, leben unter dem Existenzminimum. Kommentatoren kritisieren, dass der Graben zwischen Arm und Reich parallel zum wirtschaftlichen Aufstieg wächst. Gleichzeitig schrumpft die Lebensqualität. Auf dem Human Development Index der UNO steht Indonesien auf Platz 124 von 187 Ländern, sogar nach Palästina.

Ein Bevölkerungszuwachs von 1,5 Prozent pro Jahr in einer Nation von 240 Millionen hat Konsequenzen für die Luft- und Wasserqualität, für die ökologische Vielfalt, für die Nahrungsmittelsicherheit. Experten meinen, die Verbesserung der Kommunikationsmittel in abgelegenen Regionen des Archipels könnte die Armut und mit verhältnismäßig geringem technischem Aufwand lindern und die Lebensqualität substantiell verbessern. Mit Hilfe von modernen Internetverbindungen könnten auch Kinder in entfernten Regionen eine qualitativ hochwertige Ausbildung genießen und mit dem Gelernten eine Existenz aufbauen – an Orten, wo heute ein Telefonanschluss als purer Luxus zählt.

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Gleichzeitig expandiert die Mittelschicht. Das wiederum bietet Anlegern Chancen. Für Teddy Oetomo ist klar, wo er im indonesischen Aktienmarkt investieren würde: im Konsumsektor. Der Forschungschef bei Credit Suisse in Jakarta hat eine umfassende Verbraucherbefragung durchgeführt, die das Kaufverhalten mit dem in anderen Schwellenländern vergleicht. Das Ergebnis: der indonesische Verbraucher schaut in wachsendem Maß über das Lebensnotwendige hinaus. Mit dem steigenden Wohlstand einer expandierenden Mittelschicht wächst der Bedarf nach Konsumgütern, Kredit und Transport, so Oemoto im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Credit Suisse empfiehlt die Papiere von Bank Rakyat Indonesia (BRI) als besten Einstieg in den wachsenden Konsumkreditmarkt. Als eine der größten Banken Indonesiens kontrolliert BRI einen wesentlichen Anteil des Kleinkreditmarktes im Land.

Ebenfalls attraktiv sei Indonsat, der zweitgrößte Mobilfunkanbieter des Landes. Schließlich sind Astra International ein idealer Kauf für jene Anleger, die sich am steigenden Bedarf für Autos beteiligen wollen – oder fast noch bedeutender – für Motorräder. Astra kontrolliert die Hälfte des indonesischen Kraftfahrzeugmarktes, und 40 Prozent des Motorradgeschäfts.  Motorräder sind in fast allen Gegenden in der Regel die erste größere Anschaffung eines Haushalts. Credit Suisse rechnet mit einem jährlichen Anstieg der Nachfrage nach Autos und Motorrädern zwischen 10 und 15 Prozent.

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