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09.04.2012

19:26 Uhr

Indonesien

Boom mit angezogener Handbremse

VonUrs Wälterlin

Indonesien ist der größte Markt in Südostasien und begeistert Investoren mit florierender Wirtschaft und starkem Konsum. Doch die Euphorie muss durch ein Nadelöhr: Die marode Infrastruktur belastet das Wachstum.

Eine mehrspurige Straße in der indonesischen Hauptstadt Jakarta. dpa

Eine mehrspurige Straße in der indonesischen Hauptstadt Jakarta.

JakartaDer Gang zur Eisdiele in Jakarta wird zum Symbol für den Aufstieg. „Magnum“-Eiskrem – Kalorienbombe und Alptraum jedes Ernährungsberaters – ist nicht selten ausverkauft. Als Unilever 2009 das Produkt in Indonesien lancierte, rechnete kaum jemand mit einem Erfolg. Ein Eis kostet 10.000 Rupiah, rund 1,10 Dollar – das entspricht rund einem Drittel des täglichen Durchschnittseinkommens. Aber die Nachfrage war so groß, dass der „Magnum“-Vertrieb zuerst regional beschränkt bleiben musste. Nach einer eiligen Erhöhung der Produktionskapazität 2010 konnte Unilever die Verkäufe um mehr als 1000 Prozent steigern. Erwartet hatte der Konzern ein Plus von zehn Prozent.

Mit knapp 240 Millionen Menschen ist Indonesien nicht nur die viertgrößte Nation der Welt, mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von über 720 Milliarden Dollar ist das Land auch der größte Markt Südostasiens. Und ein Traum für Konsumgüterhersteller: Sie profitieren von einer rapide wachsenden Mittelschicht, von jungen, kauffreudigen Berufstätigen mit einer kaum zu bändigenden Lust auf westliche Produkte.

Mehr als die Hälfte der Indonesier sind jünger als 30 Jahre alt. Die indonesische Handelsministerin Mari Pangestu erzählt freudestrahlend von der Faszination ihrer Landsleute an Mobiltelefonen und anderen Kommunikationsmitteln. Indonesien hat weltweit die zweithöchste Zahl von Facebook-Usern. Die Konsumfreude spiegelt sich im Wirtschaftswachstum der über 13.000 Inseln verteilten Nation wider – um stolze 6,4 Prozent legte die Wirtschaftsleistung 2011 zu.

Für ausländische Investoren wirkt Indonesien wie ein Magnet: 2011 stiegen die Direktinvestitionen auf insgesamt 20 Milliarden Dollar; ein Zuwachs von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Viele Weltkonzerne sind schon seit Jahrzehnten vertreten. Immer häufiger entdecken nun auch größere Mittelständler die Chancen, die Indonesien bietet.

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