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23.07.2014

08:05 Uhr

Indonesien

Prabowo will vor Gericht ziehen

Machtkampf in der größten islamischen Demokratie der Welt: In Indonesien wir ein Gericht über den Ausgang der Präsidentenwahlen entscheiden. Der unterlegene Prabowo will den Wahlausgang nun doch prüfen lassen.

Stimmenauszählung in Denpasar auf Bali: Indonesien hat gewählt. dpa

Stimmenauszählung in Denpasar auf Bali: Indonesien hat gewählt.

JakartaNach seiner Niederlage bei der Präsidentenwahl in Indonesien will der frühere General Prabowo Subianto doch vor Gericht gegen das Ergebnis klagen. „Wir sind dabei, unsere Klage vor dem Verfassungsgericht vorzubereiten“, sagte ein Sprecher des Wahlkampfteams von Prabowo am Mittwoch.

Der Schritt kam als Überraschung, nachdem Prabowo wenige Stunden vor Verkündung des Ergebnisses am Dienstag seinen Rückzug aus dem Rennen angekündigt hatte. Aus seinem Team hieß es anschließend zudem, er wolle nicht vor Gericht gegen den Sieg von Joko Widodo Einspruch einlegen.

Der bisherige Gouverneur von Jakarta war am Dienstag nach einem knappen Rennen mit 53 Prozent der Stimmen zum Wahlsieger ausgerufen worden. Viele seiner Anhänger hoffen darauf, dass Widodo wichtige Reformen einleitet. Der 53-Jährige stammt aus einfachen Verhältnissen und gilt als volksnah. Der frühere General Prabowo gehört dagegen zur politischen und militärischen Elite des Lands und war lange mit einer Tochter des 1998 abgetretenen Machthabers Suharto verheiratet. Er hatte noch am Wahltag den Sieg beansprucht und seinem Gegner Betrug vorgeworfen.

Am Dienstag gratulierten die USA und Australien Wibodo zu seinem Wahlsieg und würdigten den Verlauf der Abstimmung. Mit der Klage vor dem Verfassungsgericht droht dem südostasiatischen Staat nun jedoch wochenlange Unsicherheit. Das Gericht hat bis Ende August Zeit, die Wahl zu prüfen. Zuletzt war die Lage im Land angespannt. Mehr als 250.000 Polizisten waren im Einsatz, um Zusammenstöße zwischen Widodos und Prabowos Anhängern zu verhindern. Der Sieger tritt die Nachfolge von Susilo Bambang Yudhoyono an, der nach zwei Amtszeiten nicht mehr kandidieren durfte.

Von

afp

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