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18.01.2015

12:40 Uhr

Indonesien

Proteste nach Hinrichtung von Ausländern

In Indonesien gelten äußerst strenge Drogengesetze. Jetzt wurden fünf Ausländer wegen Drogenvergehen exekutiert – trotz internationaler Proteste. Die Niederlande und Brasilien zogen ihre Botschafter aus Jakarta ab

Polizeikonvoi mit den Leichen der exekutierten Drogensündern: „Es gibt keine Entschuldigung für Drogenhändler“. dpa

Polizeikonvoi mit den Leichen der exekutierten Drogensündern: „Es gibt keine Entschuldigung für Drogenhändler“.

Trotz internationaler Gnadenappelle sind in Indonesien eine Einheimische und fünf Ausländer wegen Drogenvergehen exekutiert worden. Die vier Männer aus Brasilien, Malawi, Nigeria und den Niederlanden sowie eine Indonesierin seien in der Nacht zu Sonntag auf der Insel Nusakambangan von einem Erschießungskommando hingerichtet worden, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft. An einer Frau aus Vietnam wurde demnach in Boyolali das Todesurteil vollstreckt. Beide Orte liegen in der Provinz Jawa Tengah.

Aus Protest riefen Brasilien und die Niederlande ihren Botschafter aus Indonesien zurück, der indonesische Vertreter in Den Haag wurde zum Gespräch zitiert. Die Regierung in Jakarta bezeichnete ihr Vorgehen indes als notwendig im Kampf gegen zunehmenden Drogenhandel.

Gnadenersuche abgelehnt

Hinrichtungen wegen Drogenvergehen in Indonesien

Gnadenersuche abgelehnt: Hinrichtungen wegen Drogenvergehen in Indonesien

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Die Todeskandidaten waren zwischen 2000 und 2011 verurteilt worden. Der Brasilianer Marco Archer Cardoso Moreira wurde 2003 am Flughafen von Jakarta festgenommen, als Beamte 13,4 Kilogramm Kokain in seinem Drachenflieger entdeckten. Im gleichen Jahr wurde der holländische Staatsbürger Ang Kiem Soe verhaftet, als Polizisten Ausrüstung zur mutmaßlichen Herstellung Tausender Ecstasy-Pillen bei ihm sicherstellten. Bei den anderen Todeskandidaten handelte es sich um den aus Malawi stammenden Namaona Denis, den Nigerianer Daniel Eneumuo, die Indonesierin Rani Andriani und die Vietnamesin Tran Bich Hanh.

Die Organisation Amnesty International erklärte, die ersten Hinrichtungen unter dem neuen Präsidenten Joko Widodo seien ein Rückschlag für die Menschenrechte. Widodo hat bereits klargemacht, dass er auch die übrigen 64 wegen Drogenvergehen verurteilten Todeskandidaten nicht begnadigen werde.

Kommentare (1)

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Herr Wolfgang Trantow

19.01.2015, 13:12 Uhr

Proteste hier bedeuten? Wir sind für die Kriminellen und wollen Sie belohnt sehen!!! Was ist mit den normalen Bürger? Diese werden von den Politikern verachtet und ausgeplündert? Im Umkehrschluss: Politiker = Krimineller?????

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