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10.07.2013

07:45 Uhr

Industriezone Kaesong

Süd- und Nordkorea verhandeln weiter

Die beiden Koreas nähern sich an. Die Gespräche über die Wiedereröffnung der seit April geschlossenen Industriezone Kaesong gehen weiter. Am Mittwoch sollen südkoreanische Fabrikbesitzer ihre Anlagen inspizieren können.

Ein Bus mit der südkoreanischen Delegation überquert die Grenze nach Kaesong. dpa

Ein Bus mit der südkoreanischen Delegation überquert die Grenze nach Kaesong.

SeoulSüd- und Nordkorea haben ihre Gespräche über eine Wiederinbetriebnahme des seit April geschlossenen Industrieparks in Kaesong fortgesetzt. Vertreter beider Seiten seien am Mittwoch zu Arbeitsgesprächen in der nordkoreanischen Grenzstadt Kaesong zusammengekommen, teilte das Vereinigungsministerium in Seoul mit.

Beide Länder hatten sich am Wochenende prinzipiell geeinigt, die Produktion im gemeinsamen Kaesong-Komplex wiederaufzunehmen. Allerdings fordert Seoul auch ein Abkommen über Maßnahmen, die künftig eine Schließung der Sonderwirtschaftszone ohne beiderseitige Zustimmung verhindern. Nur durch solche Richtlinien könne das Projekt weiterentwickelt werden, sagte der südkoreanische Delegationsleiter Suh Ho vor Journalisten vor seinem Grenzübertritt nach Nordkorea.

Die Sonderwirtschaftszone Kaesong

Was ist Kaesong?

Kaesong trägt die offizielle Bezeichnung Spezielle industrielle Verwaltungsregion Nordkoreas. Mit den dort angesiedelten südkoreanischen Unternehmen fungiert der Industriekomplex als gemeinsame Wirtschaftsentwicklungszone. Die Unternehmen aus dem Süden zog es vor allem wegen billiger und qualifizierter Arbeitskräfte dort hin.

Wie kam es zur Gründung von Kaesong?

Kaesong ist ein Ergebnis der sogenannten Sonnenscheinpolitik Südkoreas - der zwischen 1998 und 2008 betriebenen interkoreanischen Aussöhnung. Diese Politik zielte darauf ab, die Kontakte zwischen beiden Staaten zu beleben. Seit seiner Gründung 2004 ist der Industriekomplex das einzige Überbleibsel der Zusammenarbeit zwischen Nord und Süd, nachdem die offiziellen Beziehungen seit 2010 auf Eis liegen.

Wo liegt Kaesong?

Die Sonderwirtschaftszone liegt in Nordkorea, zehn Kilometer von der Grenze zum Süden entfernt. Es gibt eine direkte Straßen- sowie Zugverbindung in den Süden. Insgesamt hunderte Arbeiter und Manager aus Südkorea überqueren täglich den nach Kaesong führenden Grenzposten. Ihre Namen werden den nordkoreanischen Behörden im Vorfeld übermittelt, diese geben dann grünes Licht für die Einreise.

Wer arbeitet in Kaesong?

Aktuell sind in Kaesong 123 südkoreanische Unternehmen tätig, die meisten davon stammen aus der Textil-, der Elektronik- und der Chemiebranche. Beschäftigt sind mehr als 53.000 nordkoreanische Arbeitskräfte sowie knapp 900 Südkoreaner im Managementbereich.

Wie erfolgreich war Kaesong bislang?

Südkoreanische Unternehmen investierten insgesamt 850 Millionen Dollar (664 Millionen Euro) in die Zone. Nach einem zunächst schleppenden Start meldete Kaesong erstmals 2011 einen Gewinn. Für 2012 wurde ein Umsatz von 469,5 Millionen Dollar vermeldet, für den Zeitraum seit 2004 wird der Wert mit 1,98 Milliarden Dollar angegeben.

Warum ist Kaesong so wichtig für Nordkorea?

Kaesong ist eine wichtige Quelle für ausländische Devisen für Pjöngjang. Die dort beschäftigten Nordkoreaner verdienen im Monat im Schnitt 144 Dollar. 2012 verlangte Nordkorea von acht der dort vertretenen Firmen Steuerzahlungen in Höhe von 160.000 Dollar.

Auch sollten Mittwoch südkoreanische Fabrikbesitzer ihre zurückgelassenen Anlagen in Kaesong inspizieren können. Das kommunistische Regime in Pjöngjang hatte den Komplex vor drei Monaten „vorübergehend“ geschlossen. Hintergrund waren die zunehmenden Spannungen beider Länder. Der Industriepark gilt als wichtiger Devisenbringer für den verarmten, aber hochgerüsteten Norden.

Von

dpa

Kommentare (1)

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10.07.2013, 09:44 Uhr

Das Sükorea sich das alles bieten lässt hängt wohl damit zusammen, dass der wirtschaftliche Vorteil enorm ist die Schwestern und Brüder im Norden auszubeuten. Ansonsten hätte man Kaesong schon längst aufgegeben und wäre hinter den Grenzzaun gezogen. Also alles läuft richtig, Nordkorea erpresst ab und zu und Südkorea wartet bis die Tage vorüber sind.

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