Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.03.2017

18:27 Uhr

Inhaftierter „Welt“-Korrespondent

Anwälte Yücels legen Widerspruch ein

Die Rechtsanwälte des inhaftierten „Welt“-Korrespondenten Deniz Yücel haben Widerspruch gegen den Haftbefehl eingereicht. Die Entscheidung widerspreche sowohl dem Menschenrechtsgerichtshof als auch türkischen Gesetzen.

Dem „Welt“-Korrespondenten wird Terrorpropaganda für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK und Volksverhetzung vorgeworfen. dpa

Deniz Yücel

Dem „Welt“-Korrespondenten wird Terrorpropaganda für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK und Volksverhetzung vorgeworfen.

IstanbulEine Woche nach der Verhaftung des „Welt“-Korrespondenten Deniz Yücel in der Türkei haben seine Rechtsanwälte Widerspruch gegen den Haftbefehl eingereicht. „Die Entscheidung des Haftrichters widerspricht unserer Meinung nach sowohl der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte als auch türkischen Gesetzen“, sagte Yücels Anwalt Veysel Ok am Montag nach Angaben der Tageszeitung „Die Welt“.

Die Anwälte Ok und Ferat Cagil begründeten den Widerspruch demnach unter anderem damit, dass Journalisten nach türkischem Recht nur höchstens vier Monate nach Erscheinen von Artikeln für deren Inhalte haftbar gemacht werden können. Die meisten der im Haftbefehl erwähnten Texte seien jedoch deutlich älter. Außerdem seien Yücels Texte zum Teil unpräzise übersetzt worden.

Inhaftierter „Welt“-Korrespondent: Erdogan bezeichnet Deniz Yücel als „deutschen Agenten“

Inhaftierter „Welt“-Korrespondent

Erdogan bezeichnet Deniz Yücel als „deutschen Agenten“

Bislang hatte sich der türkische Präsident Erdogan weder zum Fall Deniz Yücel noch zu den Absagen der Wahlkampfauftritte türkischer Minister geäußert. Am Freitagabend holt er dann zum Schlag gegen Deutschland aus.

Gegen Yücel war am Montag vergangener Woche Haftbefehl erlassen worden. Ihm werden Terrorpropaganda für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK und die Gülen-Bewegung sowie Volksverhetzung vorgeworfen. Die türkische Führung macht die Bewegung um den in den USA lebende Prediger Fethullah Gülen für den Putschversuch vom vergangenen Juli verantwortlich.

Der deutsch-türkische Journalist hatte sich im vergangenen Monat selber ins Polizeipräsidium in Istanbul begeben, weil nach ihm gefahndet wurde. Der 43-Jährige war vor der Verhaftung zunächst 13 Tage in Polizeigewahrsam.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×