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06.04.2013

15:46 Uhr

Innerhalb von zwölf Monaten

Italien will Milliardenschulden bei Firmen begleichen

Italien will die miese Zahlungsmoral der öffentlichen Verwaltung auf Vordermann bringen. Nach einem Erlass des Ministerrats sollen Schulden bei Unternehmen in Milliardenhöhe beglichen werden.

„Inakzeptable Situation, die lange akzeptiert wurde.“ Italiens Ministerpräsident Mario Monti. ap

„Inakzeptable Situation, die lange akzeptiert wurde.“ Italiens Ministerpräsident Mario Monti.

RomItalien plant einen Teil seiner ausstehenden Milliardenrechnungen zu begleichen. Der Ministerrat um den scheidenden Regierungschef Mario Monti verabschiedete am Samstag nach langer Diskussion einen entsprechenden Erlass. Demnach sollen Schulden in Höhe von 40 Milliarden Euro bei Unternehmen bezahlt werden. Die Regierung hofft, damit die Wirtschaft des Landes anzukurbeln. Die öffentliche Verwaltung solle das Geld innerhalb von zwölf Monaten zahlen, kündigte Monti bei einer Pressekonferenz in Rom an.

Dabei wolle man nach wie vor die EU-Defizitgrenze von drei Prozent des BIP einhalten. Aus Regierungskreisen verlautete, Wirtschaftsminister Vittorio Grilli werde am Montag in Brüssel mit EU-Wirtschaftskommissar Olli Rehn über die Maßnahmen sprechen.

Italien müsse zwei Dinge tun, sagte Grilli zu dem Beschluss: Die Erholung der Wirtschaft vorantreiben und gleichzeitig die Haushaltsdisziplin bewahren. "Es ist ein schmaler Pfad, aber es ist ein Pfad, den wir gehen können." Die Regierung werde im September die Lage neu prüfen. Sollte ein Überschreiten der Defizitgrenze von 2,9 Prozent drohen, könnten weitere Maßnahmen ergriffen werfen. Die Regierung in Rom hatte Ende März ihr Defizitziel auf 2,9 Prozent des BIP von bislang 1,8 Prozent erhöht.

Die verspätete Zahlung von Rechnungen sei „eine inakzeptable Situation, die lange akzeptiert wurde“, sagte der Regierungschef. „Die bis jetzt aufgehäuften Schulden der öffentlichen Verwaltung sind eine Last auf der Zukunft der Unternehmen und der Bürger.“ Insgesamt soll Italien Lieferanten und Dienstleistern zwischen 90 und 130 schulden, berichteten italienische Medien. Oft brauche der Staat jahrelang, um Forderungen zu begleichen, weshalb vielen Unternehmen die Pleite drohe.

Allerdings: Das für die Rückzahlung notwendige Geld will Italien durch die Ausgabe zusätzlicher Staatsanleihen beschaffen. Dadurch steigen das Haushaltsdefizit und die Verschuldung des Krisenlandes weiter an.

Kommentare (39)

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QueSera

06.04.2013, 16:17 Uhr

Und Beppe Grillo lacht sich eins dazu.

Mit Monti wären wenigstens wieder einhaltbaren Zahlungsbedingungen seriös ein Weg geebnet gewesen.

Aber "Il Improvisatore" wird das schon richten mit dem Schlendrian des novecento.

Prost Mahlzeit.

Micha

06.04.2013, 17:05 Uhr

Und wer kauft die diesbezüglichen Staatsanleihen?
Wer bezahlt also letztendlich die Milliardenschulden Italiens?
Es gibt nur eine Alternative für Deutschland: A.f.D.

Account gelöscht!

06.04.2013, 17:27 Uhr

"Italien will Milliardenschulden bei Firmen begleichen!

Ich will auch viel bis der Tag rum ist...

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