Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

21.03.2011

14:37 Uhr

Insel Lampedusa

Flüchtlingsproblem verschärft sich

Jeden Tag erreichen mehr tunesische Flüchtlinge die italienische Insel Lampedusa. Mittlerweile gibt es auf der 20 Quadratkilometer großen Insel mit 4800 Flüchtlingen fast so viele Tunesier wie Italiener.

In überfüllten Booten kommen die Flüchtlinge auf Lampedusa an. Quelle: dpa

In überfüllten Booten kommen die Flüchtlinge auf Lampedusa an.

LampedusaDer Ansturm tunesischer Flüchtlinge auf die italienische Insel Lampedusa reißt nicht mehr ab. Nachdem in der Nacht zum Montag noch mehr Boote anlandeten, ist die Zahl der Immigranten auf der kleinen Insel auf etwa 4800 hochgeschnellt, wie italienische Medien berichteten. Damit kommt praktisch auf jeden Insulaner ein Flüchtling. Innerhalb von 24 Stunden erreichten knapp 1500 Flüchtlinge in 13 Booten die Insel. Ein Ende des Exodus ist nicht abzusehen.

Seit Jahresbeginn seien knapp 15.000 Flüchtlinge auf Lampedusa angekommen, sagte Innenminister Roberto Maroni am Montag nach einer Kabinettsitzung. Er warnte davor, dass sich auf dem Weg auch Terroristen einschleusen könnten. Die oftmals wenig seetauglichen Boote legen meist von der tunesischen Küstenstadt Zarzis oder von der Insel Djerba ab.

Die Bevölkerung von Lampedusa rebelliert zunehmend gegen die Flüchtlingsflut und fordert ein rasches Handeln der Regierung in Rom.

Diese will in den nächsten Tagen eine Vereinbarung mit der neuen Regierung in Tunis treffen, um die Immigrantenwelle aus dem Unruheland einzudämmen. Das Aufnahmelager auf Lampedusa ist wieder einmal heillos überfüllt. Das Lager ist nur für 850 Menschen ausgelegt. Per Schiff und Luftbrücke sollen die Ankömmlinge von Lampedusa in andere Aufnahmestellen in Italien verlegt werden.

Nach dem Sturz des tunesischen Diktators Zine el Abidine Ben Ali hatten allein Mitte Februar innerhalb weniger Tage mehr als 5600 Menschen aus dem nordafrikanischen Land Lampedusa erreicht. Die nur 20 Quadratkilometer große Insel selbst zählt knapp 5000 Einwohner. Sie liegt lediglich 130 Kilometer von Tunesiens Küste entfernt.

Von

dpa

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Zorro

21.03.2011, 18:12 Uhr

warum werden sie nicht einfach zurück gebracht ,
anstatt sie nach Italien zu bringen ?
Die stüruen ihre Regierung weil sie nicht zufrieden sind und jetzt wo es darauf ankommt was neues aufzubauen laufen sie weg !!!
und Europa nimmt sie mit offenen Armen auf.
Naja der Steuerzahler wird sich bedanken !

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×