Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

26.11.2013

10:08 Uhr

Inselstreit mit Japan

China entsendet Kriegsschiffe ins Südchinesische Meer

Eine Luftverteidigungszone über der umstrittenen Inselgruppe ist den chinesischen Militärs offenbar nicht genug: Jetzt hat China seinen einzigen Flugzeugträger in die Gewässer rund um die Senkaku-Inseln entsandt.

Kriegsschiff Liaoning: China hat seinen einzigen Flugzeugträger in das umstrittene Gebiet entsendet. ap

Kriegsschiff Liaoning: China hat seinen einzigen Flugzeugträger in das umstrittene Gebiet entsendet.

Peking/TokioMitten im neu aufgeflammten Territorialstreit in Fernost entsendet die Regierung in Peking mehrere Kriegsschiffe ins Südchinesische Meer. Der einzige Flugzeugträger des Landes „Liaoning“ sei begleitet von zwei Zerstörern und zwei Fregatten am Dienstag ausgelaufen, um in den Gewässern Tests, militärische Übungen und „wissenschaftliche Forschung“ vorzunehmen, teilte die Marine mit. Es handle sich um reine Routine.

Weitere Details wurden nicht genannt. China beansprucht die öl- und gasreiche Region nahezu vollständig für sich. Das kollidiert mit Ansprüchen der anderen Anrainer, darunter die mit den USA verbündeten Philippinen. Im benachbarten Ostchinesischen Meer liegt zudem eine unbewohnte Inselgruppe, die seit Jahren Zankapfel zwischen Japan und China ist.

China will über dem geostrategisch sensiblen Gebiet rund um die Inseln eine Luftverteidigungszone einrichten. Japan warnte als Reaktion umgehend vor einer weiteren Eskalation. Die Errichtung einer eigenen Luftverteidigungszone in dem umstrittenen Seegebiet durch China sei ein „einseitiger Versuch, den Status quo im Ostchinesischen Meer mit Gewalt zu ändern, und wird die Lage weiter eskalieren“, sagte am Dienstag der japanische Regierungssprecher Yoshihide Suga nach einem Treffen des nationalen Sicherheitsrats.

Japanischer Verteidigungsminister: Chinas Verhalten gefährdet den Frieden

Japanischer Verteidigungsminister

Chinas Verhalten gefährdet den Frieden

Eine „graue Zone zwischen Friedenszeit und Ausnahmezustand”: Chinesische Schiffe dringen in japanische Gewässer ein, Japan reagiert gereizt. Der Streit um eine Inselgruppe droht zu eskalieren.

Zuvor hatte das Außenministerium den chinesischen Botschafter einbestellt, um gegen Chinas Vorgehen zu protestieren. Japans Regierung rief heimische Fluglinien auf, Pekings neue Regeln zu ignorieren. Zuvor hatten Japan Airlines und All Nippon Airways (ANA) ihre Flugpläne an Chinas Behörden übermittelt. Beide Fluggesellschaften wollen die Angelegenheit prüfen, betonten aber, der Sicherheit der Passagiere absoluten Vorrang einzuräumen. In der neu errichteten „Identifikationszone zur Luftverteidigung“ (ADIZ) verlangt China seit Samstag, dass sich ausländische Flugzeuge zu erkennen geben und den Anweisungen seiner Luftwaffe folgen. Ansonsten drohen ihnen nicht näher beschriebene militärische Gegenmaßnahmen.

Das löste auch international Sorgen aus, dass es zu einem bewaffneten Zwischenfall kommen könnte. Australien etwa bestellte Chinas Botschafter ein, da das Vorgehen der Volksrepublik aus Sicht der Regierung in Canberra „nicht zur regionalen Stabilität beitragen wird“, wie Außenministerin Julie Bishop am Dienstag mitteilte.

Der Streit droht auch die Beziehungen Chinas zu den USA zu belasten. Chinas Regierung forderte die USA auf, sich aus dem Streit herauszuhalten und „keine unverantwortlichen Bemerkungen mehr zu machen“. Die Kritik wurde US-Botschafter Gary Locke in Peking förmlich übermittelt.

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

undertaker

26.11.2013, 12:53 Uhr

"Wissenschaftliche Forschung" ist gut, das wird den Japanern einleuchten, denn die Japaner betreiben ja auch Walfang nur aus "wissenschaftlichen Gründen"

Minx

26.11.2013, 19:17 Uhr

Sehr geehrter Herr Chefredakteur Stock,

unsere Medienlandschaft beschäftigt sich um den Inselstreit nur USA lastig, Japan eingeschlossen.
Interessanterweise übernahmen die USA nach 2.WK die Kontrolle über die Inseln! das besagt doch eindeutig eine Okkupation. Danach übergaben sie diese an Japan, diese kauften sie nun, bitte wer ist denn der Verkäufer? China bestimmt nicht! Also ist es nicht rechtmäßig. Die Einmischung der USA findet territorial überall da statt wo sich Rohstoffe befinden. Daraus folgert Ihre geopolitische Einstellung alles gehört der USA. Diese Respektlosigkeit anderen Völkern und Kulturen gegenüber haben einen negativen Beigeschmack und führten auch zu Terrorismus.
Historisch gesehen befährt China diese Inseln seit 1402 später Ming und Qing Dynastie. Der Streit ist völlig unnötig. Wenn man dieses bestreitet, dann bitte auch alle Kolonialgebiete des Commonworld und die USA gehören Spanien, etwas glossiert dargestellt. Aufzuarbeiten wäre international wie die USA dazu kamen die Kontrolle zu übernehmen. Was hat dieses Land dort zu suchen? Nichts!!!
Noch lächerlicher macht sich die Nation USA, China den Bündnisfall mitzuteilen, Vertrag mit Japan 1960. Erst atombomben sie Japan weg, nun stellen sie sich hin und erklären den Bündnisfall, wie irre muß eine Nation sein? Kleinere Brötchen backen wäre angemessener. Über die geführten Kriege und 750 Militärbasen weltweit, sowie Raketenschild möchte ich nicht weiter eingehen, außer das Spannungen mit Russland ebenfalls vorprogrammiert sind. Gefährlich ist die implodierende USA, die sich nicht eingestehen bereit ist zu akzeptieren, das ein Wechsel stattfindet. Wie dieses weltpolitisch aussehen wird hängt gerade davon ab wie diplomatisch und partnerschaftlich die USA damit umgeht, um ein nächstes Weltdesaster zu vermeiden. Die westliche Welt muß sich im Klaren darüber sein, das sich die Schwerpunkte verlagert haben und sich zurücknehmen muß.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×