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05.11.2012

19:36 Uhr

Internationale Konzerne

G20-Staaten wollen Steuersparmodelle stoppen

Großbritannien und Deutschland stellen einen Plan vor, der die Steuerflucht von Konzernen verhindern. Finanzminister Schäuble hält dabei ein abgestimmtes Verfahren für notwendig. Die OECD soll die Basis dafür liefern.

Ziehen an einem Strang: Schäuble und sein Amtskollege Osborne. Reuters

Ziehen an einem Strang: Schäuble und sein Amtskollege Osborne.

Mexiko-StadtDie G20-Länder sollen nach dem Willen Deutschlands und Großbritanniens verhindern, dass internationale Konzerne ihre Gewinne in Staaten mit niedrigeren Steuersätzen verschieben. Die Ressortchefs Wolfgang Schäuble und George Osborne stellten am Montag beim Finanzministertreffen der 20 führenden Industrie- und Schwellenstaaten in Mexiko-Stadt eine gemeinsame, von Frankreich und anderen Ländern unterstützte Initiative dazu vor. Sie zielt darauf ab, gemeinsame Standards zur Unternehmensbesteuerung zu erarbeiten. Damit sollen steuersparende Gewinnverschiebungen von Unternehmen in Niedrigsteuerländer unterbunden werden.

Die Basis für konkrete Schritte soll bis zum nächsten G20-Treffen der Finanzminister in Russland im Februar 2012 geschaffen werden.

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In einer gemeinsamen Erklärung der beiden Minister ist von der Sorge die Rede, dass durch solche Praktiken die Steuerbasis in Ländern wie Deutschland und Großbritannien mehr und mehr ausgehöhlt werde. Schäuble und Osborne riefen daher zu einer internationalen Zusammenarbeit auf. „Deutschland und Großbritannien wollen ein wettbewerbsfähiges Unternehmenssteuer-System, das global tätige Firmen anzieht, aber beide Ländern wollen auch, dass die Firmen diese Steuern bezahlen“, hieß es der Erklärung Schäubles und Osbornes. Darin wird beklagt, dass es Konzernen möglich ist, Gewinne aus Ländern, in denen sie erwirtschaftet werden, in Länder mit niedrigeren Ertragssteuern zu verschieben.

„Dies ist der Beginn eines Prozesses“, erklärte Osborne. „Wir möchten mit dieser gemeinsamen Initiative mit Deutschland sicherstellen, dass die Steuerstandards in diesem Bereich Schritt halten mit der modernen Entwicklung und ihren Veränderungen.“ Gewinne sollten da besteuert werden, wo sie erwirtschaftet würden. Über dieses Problem sei bei dem G20-Treffen gesprochen worden, und es werde auch im Abschlusskommunique thematisiert. Der Industrieländerverband OECD werde das Problem eingehender untersuchen und im Februar beim G20-Treffen einen Bericht vorlegen.

Kommentare (5)

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Charly

05.11.2012, 21:14 Uhr

Die OECD ist selber eine supranationale Terrororganisation, gesteuert von "Bilderberger & Co." oder in welche Schublade man die "Elite"-Gangsterbande sonst einsortiert.

Diese angebliche Friedensorganisation dient heute hauptsächlich dazu die Zivilgesellschaft mit den Regeln der Elite zu schikanieren.

"Gewinne sollten da besteuert werden, wo sie erwirtschaftet würden. Über dieses Problem sei bei dem G20-Treffen gesprochen worden, ....."
Und warum will man dann sogenanntes Schwarzgeld das im Ausland liegt besteuern, das erwirtschaftet doch gar keine Gewinne im Inland.!!

Von den politischen Banditen wird immer alles so gedreht, dass die Bürger maximal beschissen werden.

Deshalb braucht es endlich Führungspersönlichkeiten, welche die Staaten in den Generalstreik führen und die entarteten Regime stürzen.

Mazi

05.11.2012, 21:16 Uhr

Das hört sich vordergründig gut an. Aber die Tatsache, dass Konzerne Gewinne verschieben ist dem Umstand geschuldet, dass es sich lohnt.

Weshalb lohnt es sich?

Ganz einfach, weil die Beamten Steuergesetze geschaffen haben, die über Länder hinweg gesehen, unterschiedlich sind. Wer also die "Schuld" bei den Steuerpflichtigen sucht, der verkennt, dass die Steuerbeamten, auch unsrige, die Konzerne planvoll "anfüttern", bevor die selbst darauf reagieren.

Wenn sich hier etwas zum Gerechten bewegen soll, dann sind es die Steuerbehörden selbst. Gäbe es diese Steuerbeamten nicht, gäbe es keine Steuergesetze. Ohne Steuergesetze gäbe es keinen einzigen ehrbaren Kaufmann, der solche unsinnigen steuermotivierte Transaktionen durchführen würde.

Die Motivation zum "Steuertricksen", die Wertschätzung gegenüber diesen Leute würde sich gegen Null bewegen und deren Intelligenz würde der wahrhaften Steigerung der volkswirtschaftlichen Leistungnzugeführt.

Wenn sich hier etwas ändern soll, dann müssen erst die Gehirne der Steuerbeamten neu justiert werden. Solange die Politiker an ihre Förderer Wahlgeschenke verteilen, solange kommt es zu Fehlsteuerungen, Fehlsteuerungen manifestiert in den Steuergesetzen. Solange sich Politiker von Förderern anfüttern lassen, 25.000 Euro für einen Dummen Spruch erhalten, solange können Förderer auf Gegenleistungenmhoffen.

Die Tatsache, dass Deutschland weltweit über die umfangreichste Steuerliteratur verfügt, dokumentiert eindeutig den Hautschuldigen für die angeprangerten Missstände. Bekanntlich zählt Deutschland zu den wenigen Ländern, die die Korruptionsgesetze immer noch nicht ratifiziert hat.

Kein Wunder also, dass die Steuergesetze nicht auf einen "Bierdeckel" passen können.

wegimex

05.11.2012, 23:04 Uhr

Whow !! Genau das wollte ich eben auch schreiben. DANKE ! Man könnte noch hinzufügen, dass die OECD von Angel Gurria geleitet wird, einem Minister aus dem alten mexikanischen PRI-System der mit Sicherheit sehr vielfacher Millionär ist :-)

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