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07.06.2012

08:58 Uhr

Internationale Kritik

Hundert Tote bei „Massaker“ in Syrien

In Syrien sind der Opposition zufolge Regierungstruppen und Verbündete in zwei Dörfer eingefallen, und haben um die hundert Menschen getötet. Auch Frauen und Kinder seien erschossen oder erstochen worden.

Der Konflikt in Syrien hält seit nunmehr 15 Monaten an. dapd

Der Konflikt in Syrien hält seit nunmehr 15 Monaten an.

BeirutBei einem neuerlichen Massaker sind in Syrien am Mittwoch nach Angaben von Regierungsgegnern etwa hundert Menschen getötet worden. Unter den Toten in den Dörfern Al-Kubeir und Maarsaf seien auch etwa 20 Frauen und ebenso viele Kinder, sagte ein Sprecher des oppositionellen syrischen Nationalrats. Er machte syrische Regierungstruppen und mit ihnen verbündete Milizen für das Blutbad verantwortlich.

Nach Angaben des Oppositionssprechers wurden mehrere der Opfer durch Messerstiche getötet, darunter Kleinkinder. Eine 24-köpfige Familie sei unter den Toten. Der Sprecher forderte die UN-Beobachter in Syrien auf, sofort an den Ort des Dramas zu reisen.

Außenminister Guido Westerwelle hat das jüngste Massaker in Syrien verurteilt. Bei einem Besuch in Istanbul sprach Westerwelle am Donnerstag von „schockierenden Nachrichten“. „Das zeigt, wie dringlich das Handeln der internationalen Gemeinschaft ist.“

Der Sprecher der in London ansässigen Oppositionsgruppe Syrian Observatory for Human Rights, Rami Abdel Rahman, sagte der Nachrichtenagentur dpa, dass das neue Massaker von Angehörigen der regimetreuen Schabiha-Miliz verübt worden sei, nachdem die Gegend tagsüber heftig mit Granaten beschossen worden war.

„Ich kann bestätigen, dass Dutzende von Menschen tot sind, darunter Frauen und Kinder“, sagte Abdel Rahman. Filmmaterial auf oppositionellen Webseiten zeigte Körper von Kindern, die bis zu Unkenntlichkeit verbrannt waren. Der arabische Fernsehsender Al-Arabija berichtete, in einem Dorf hätten nur vier Bewohner überlebt.

Nach ersten Informationen seien mindestens 87 Menschen getötet worden. Nach dem Beschuss durch Regierungskräfte seien Milizen in die beiden Dörfer eingedrungen und hätten die Einwohner erschossen oder erstochen. Rahman forderte die UN-Beobachter auf, das Gebiet umgehend zu besuchen. „Warten Sie nicht bis morgen, um dieses jüngste Massaker zu untersuchen“, erklärte er.

Am 25. Mai waren in der syrischen Kleinstadt Hula laut UNO mindestens 108 Menschen getötet worden, darunter zahlreiche Kinder. Nach wie vor ist unklar, was genau geschah. Nach Angaben des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte ergaben erste Untersuchungen, dass weniger als 20 der 108 Toten durch Artillerie- oder Panzerbeschuss der Regierungstruppen getötet wurden.

Einwohner berichteten laut UNO, es habe zwei „Sammelhinrichtungen“ durch regierungsnahe Milizionäre gegeben. Die syrische Regierung wies jede Verantwortung für die Taten zurück und machte „bewaffnete Terroristen“ dafür verantwortlich.

Kommentare (13)

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Account gelöscht!

07.06.2012, 03:10 Uhr

Ihr Artikel enthält einige fragwürdige Annahmen. Eine sehr wichtige davon ist, die syrischen Rebellen hätten erst nach dem Massaker von Houla vom Friedensplan Abstand genommen. Sehr wichtig für die Einschätzung: die sogen. "Freie Syrische Armee" und die hinter ihnen stehenden Mächte (v.a. die Briten, Katar und die Saudis, unter dem Schutzschirm von Madam Clinton) haben dem Friedensplan NIE zugestimmt, sondern u.a. mit fürchterlichen Terroranschlägen eskaliert. - Was mir als Leser ihrer Zeitung, die ja eine Wirtschaftszeitung ist, auffällt: sie sprechen überhaupt nicht über die Interessen der Firmen, die zum Teil seit vielen Jahren Geschäfte in und mt Syrien laufen haben. Was ist hier eigentlich wirtschaftlich alles so im Spiel? Von der für die deutsche Wirtschaft sehr schädlichen Sanktionspolitik gegen den Iran einmal ganz abgesehen. Hier fehlen in ihren Artikeln notorisch die nötigen Hintergrundinformationen, über Volumina, Sparten, bevorzugte Handelsgüter auch außerhalb des Ölgeschäfts usw. Um ihren Jargon zu benutzen: ihre redaktionelle Performance ist hier etwas schwach hüstelig.

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07.06.2012, 07:24 Uhr

Genau so siehts aus! Die wichtigste Frage wird gar nicht gestellt: Wem nützt es?

Account gelöscht!

07.06.2012, 07:24 Uhr

Wenn die MSM berichten in China sei ein Sack Reis umgefallen kannst du ruhigen Gewissens davon ausgehen daß der Sack "umgefallen wurde".

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