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17.11.2011

02:07 Uhr

Internationaler Währungsfonds

Chef der Europaabteilung verlässt den IWF

Mit 250 Milliarden Euro ist der Internationale Währungsfonds am Euro-Rettungsschirm beteiligt. Nun tritt dort ausgerechnet der Leiter der Europaabteilung zurück. IWF-Chefin Lagarde hat bereits einen Nachfolger benannt.

Ohne Europachef steht der IWF-Delegierte Poul Thomsen derzeit da. dpa

Ohne Europachef steht der IWF-Delegierte Poul Thomsen derzeit da.

Washington/New YorkMitten in den Rettungsbemühungen für überschuldete Staaten in der Euro-Zone ist der Leiter der Europaabteilung des Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückgetreten. Der Portugiese Antonio Borges verlasse den IWF aus „persönlichen Gründen“, teilte die in Washington ansässige internationale Finanzinstitution mit. Der 63-jährige Portugiese lege seinen Posten nun mit sofortiger Wirkung nieder.

IWF-Chefin Christine Lagarde habe als seinen Nachfolger Reza Moghadam nominiert, einen ranghohen IWF-Mitarbeiter britisch-iranischer Herkunft. Er soll seinen neuen Posten bereits an diesem Donnerstag antreten. Lagarde habe den Verwaltungsrat entsprechend informiert.

Borges hatte die Europaabteilung vor einem Jahr unter Lagardes Vorgänger Dominique Strauss-Kahn übernommen. Lagarde würdigte die Verdienste des einstigen Direktors von Goldman Sachs International insbesondere mit Blick auf die Eurokrise.

Er habe seinen Posten während einer „extrem schwierigen Periode“ für die Mitglieder der Eurozone innegehabt. Seine „reiche Erfahrung“ im öffentlichen und privaten Sektor „zusammen mit seiner Fähigkeit, starke Beziehungen zu den Behörden der Mitgliedsstaaten aufzubauen, waren bei der Antwort auf die Krise von großem Wert“, wurde Lagarde in der IWF-Mitteilung weiter zitiert.

Der IWF spielt eine wichtige Rolle beim Kampf gegen die Schuldenkrise in der Euro-Zone. Der Währungsfonds beteiligt sich mit Krediten im Umfang von 250 Milliarden Euro am Euro-Rettungsschirm. IWF-Experten überprüfen gemeinsam mit Vertretern der EU-Kommission und der Europäischen Zentralbank (EZB) die Spar- und Reformbemühungen der angeschlagenen Länder.

Alles andere als unerwartet empfindet der US-Ökonom Eswar Prasad den Rücktritt von Borges. Als ehemalige Führungskraft beim IWF lehrt Prasad heute an der Universität Cornell. Den Personalwechsel beim IWF kommentierte er im Wall Street Journal folgendermaßen: „Es gab bereits Befürchtungen innerhalb der Institution, dass der IWF in Europa keine Führungsrolle spielt. Reza ist ein alter Hase in der Einrichtung, er wird aggressiv darauf drängen, dass der IWF eine prominentere Rolle in Europa einnimmt.“

Kommentare (4)

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16.11.2011, 23:24 Uhr

...verlässt den IWF aus persönlichen Gründen - vermutlich hat er nach zwei Jahren bei diesem Verein seine volle Pensionsberechtigung erreicht !

schlingel

16.11.2011, 23:58 Uhr

Reserve Accumulation and International Monetary Stability, approved by Reza Moghadam:

"A global currency, bancor, issued by a global central bank (see Supplement 1, section V) would be designed as a stable store of value that is not tied exclusively to the conditions of any particular economy. As trade and finance continue to grow rapidly and global integration increases, the importance of this broader perspective is
expected to continue growing."

Damit ihr wisst, wo die Reise hingeht!

Account gelöscht!

17.11.2011, 01:26 Uhr

Für die jenigen die es immer noch nicht kapiert haben was in der EU oder Global abgeht, hier ein kleines Crashkurs Video..

http://www.youtube.com/user/KenFM2008

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