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23.12.2014

19:28 Uhr

Internetausfall

Wurde Nordkorea gehackt?

Zwischen den USA und Nordkorea tobt ein Streit um einen Hacker-Angriff auf das Filmstudio Sony Pictures. Nun fällt in dem kommunistischen Land das Internet aus – eine weitere Cyber-Attacke?

Spekulationen über Hackerangriff

Nordkorea ohne Netz

Spekulationen über Hackerangriff: Nordkorea ohne Netz

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SeoulMitten im Streit mit den USA um einen Hacker-Angriff ist das ohnehin störanfällige Internet in Nordkorea stundenlang komplett ausgefallen. Erst nach neuneinhalb Stunden seien die Verbindungen wiederhergestellt worden, schrieb die auf Internetsicherheit spezialisierte US-Analysefirma Dyn Research am Dienstag beim Kurznachrichtendienst Twitter. Die Störungen vom Montag lösten Spekulationen über einen möglichen Hacker-Angriff aus.

Auch die südkoreanische Regierung teilte mit, das Internet in dem weitgehend isolierten Nachbarland sei stundenlang unterbrochen gewesen. Es werde überprüft, ob es sich um eine Cyber-Attacke oder einen internen Systemcheck gehandelt habe, hieß es aus Regierungskreisen in Seoul. Es habe keine Probleme mit nordkoreanischen Propaganda-Websites wie Uriminzokkiri oder Naenara gegeben, die über Server im Ausland erreichbar sind.

Der Großteil der Bevölkerung in Nordkorea hat keinen Internetzugang. Es gibt dort aber auf das Land beschränktes, nicht öffentliches Intranet. Nach Angaben nordkoreanischer Flüchtlinge kann das Intranet nur von Regierungsbeamten, dem Militär und Universitäten genutzt werden.

„Es gibt normalerweise vereinzelte Ausfälle, aber keine länger andauernden Verbindungsprobleme“, sagte der leitende Mitarbeiter von Dyn Research, Doug Madory, dem US-Nachrichtensender CNN. Er wäre nicht überrascht, wenn gegen das Land eine Art Cyber-Attacke laufen würde, sagte er demnach kurz nach dem Auftreten der Internetstörungen in Nordkorea. Es sei, „als wenn Nordkorea von der globalen Landkarte des Internets ausradiert wurde“, wurde Matthew Prince, Chef der Sicherheitsfirma CloudFlare, zitiert.

Die schlechtesten Passwörter 2013

Diverse Ziffernfolgen

Das häufigste Passwort ist „123456“, auf Platz 3 steht „12345678“, auf Platz 9 „123456789“: Ziffernfolgen sind beliebt. Auch „123123“ taucht in der Liste auf.
Quelle: Splashdata. Das US-Unternehmen hat gehackte und im Internet veröffentlichte Nuzterkonten analyisert.

Eine Ziffer mal sechs

Noch einfacher machen es sich Nutzer mit Passwörtern wie „111111“ (Platz 7) und „000000“ (Platz 25). Beide dürften Cyberkriminelle auf dem Zettel haben.

Problem erkannt

Etlichen Nutzern ist das Problem offenbar klar: Auf Platz 24 steht das Passwort „trustno1“, deutsch: Vertraue niemandem. Sicher ist es indes nicht.

Liebesgrüße im Browser

Unsicher, aber zumindest romantisch sind Passwörter wie „iloveyou“ (Platz 9) und „princess“ (Platz 22) – sofern sie sich auf den Partner beziehen.

Affe im Schatten

Warum die Begriffe als Passwörter beliebt sind, ist zwar unklar. Dennoch: „shadow“, deutsch: Schatten, und „monkey“, deutsche: Affe, stehen auf den Plätzen 18 und 17.

Firmenname als Hilfe

In der diesjährigen Auswertung ergibt sich eine Besonderheit: Da 38 Millionen Passwörter von Adobe-Kunden eingeflossen sind, tauchen sowohl der Firmenname als auch Produkte des Unternehmens auf, etwa in „adobe 123“ (Platz 10) und „photoshop“ (Platz 15).

Vertreter der US-Regierung erklärten am Dienstag, nichts mit dem Vorfall zu tun zu haben. Allerdings hatte US-Präsident Barack Obama erst vergangenen Freitag Nordkorea vorgeworfen, hinter dem Ausspähen der Sony-Firmen-Computer zu stecken und Konsequenzen angekündigt. Auch China, das von den USA um Hilfe gegen Nordkorea gebeten worden war, wies jegliche Verwicklung in den Zusammenbruch der nordkoreanischen Internet-Verbindungen zum Ausland zurück.

Nordkorea könnte nach Angaben südkoreanischer Ermittler auch hinter dem Hacker-Angriff auf die Betreibergesellschaft der 23 Atommeiler Südkoreas stecken. Am Montag waren Unbekannte in das Daten-Netzwerk des staatlichen Unternehmens eingedrungen. Präsidentin Park Geun Hye erklärte, die Internet-Attacke auf Korea Hydro and Nuclear Power (KHNP) sei schwerwiegend und inakzeptabel. Nach Angaben des Betreibers der Atomkraftwerke sind jedoch keine kritischen Daten gestohlen worden.

Nordkorea bestreitet, Drahtzieher der Angriffe auf das Hollywood-Studio zu sein. Allerdings hatte das international isolierte Land gewarnt, die Veröffentlichung des Films „The Interview“ – der von einem Attentat auf Nordkoreas Herrscher Kim Jung Un handelt – komme einem Kriegsakt gleich. Mit Südkorea befindet sich das Land noch formell im Kriegszustand. Zwischen nord- und südkoreanischen Grenztruppen ist es in der Vergangenheit wiederholt zu Zwischenfällen gekommen.

Die USA hüllten sich unterdessen in Schweigen. Eine Sprecherin im Außenamt in Washington weigerte sich, auf Journalistenfragen zu antworten, ob die USA hinter der Panne stecken. „Ich habe heute nichts Neues über Nordkorea mitzuteilen“, sagte die Sprecherin Marie Harf am Dienstag in Washington.

Sie verwies lediglich auf die Ankündigung von Präsident Barack Obama, dass es eine Reaktion auf den jüngsten Hackerangriff Nordkoreas auf das Sony-Filmstudio in den USA geben werde. Wie Obama nannte aber auch die Sprecherin keinerlei Einzelheiten.

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