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19.09.2013

02:38 Uhr

Interview im US-Fernsehen

Assad hält Vernichtung der Chemiewaffen für kompliziert

Der syrische Präsident Assad hat in einem US-Fernsehinterview erstmals Pläne bestätigt, das Giftgas-Arsenal seines Landes vollständig zu zerstören. Den Angriff auf die eigene Bevölkerung bestritt er jedoch.

Assad will die Chemiewaffen seines Landes zerstören lassen. Das sei kostspielig und dauere ein Jahr, kündigte er in einem US-Fernsehinterview an. dpa

Assad will die Chemiewaffen seines Landes zerstören lassen. Das sei kostspielig und dauere ein Jahr, kündigte er in einem US-Fernsehinterview an.

WashingtonDie Vernichtung der Chemiewaffen in Syrien dauert nach Angaben von Machthaber Baschar al-Assad etwa ein Jahr. Der ganze Prozess koste zudem viel Geld, ungefähr eine Milliarde Dollar, sagte Assad in einem Interview des TV-Senders Fox News, dass am Mittwochabend (Ortszeit) ausgestrahlt wurde. „Es ist eine sehr komplizierte Operation.“

Assad kündigte an, dass sein Land dem Chemiewaffenabkommen der Vereinten Nationen vollständig nachkommen wolle. Dazu gehöre auch die Zerstörung des syrischen Arsenals. „Wenn wir als Syrien einer Vereinbarung beitreten, dann halten wir uns immer an solche Vereinbarungen.“

Zugleich bestritt er, dass sein Regime für den Chemiewaffenangriff auf die eigene Bevölkerung am 21. August verantwortlich sei. Das sei „nicht realistisch und nicht wahr“, sagte er und ergänzte: „Jeder kann Sarin machen“. Er erklärte, dass es sich bei der Attacke um ein Verbrechen gehandelt habe.

Nach einer Vereinbarung der USA mit Russland muss das Assad-Regime sein Chemiewaffenarsenal bis Samstag offenlegen. Bis Mitte 2014 sollen die Chemiewaffen aus dem Land gebracht und zerstört werden. Experten bezweifeln, dass der Plan mitten im Bürgerkrieg umgesetzt werden kann. Er sei damit einverstanden, dass die amerikanische Regierung die Waffen zur Vernichtung in die USA bringe, wenn sie bereit sei, „das Geld zu bezahlen“, sagte Assad in dem Interview.

Assad sagte, sich nicht wegen der US-Drohung mit einem Militärschlag zur Vernichtung des Giftgases bereiterklärt zu haben. „Syrien fügt sich nie einer Drohung. Wir haben vielmehr auf eine russische Initiative geantwortet und auf unser Bedürfnis und unsere Überzeugung“, sagte er.

Von

dpa

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

19.09.2013, 03:37 Uhr

Warum denn diese Chemiewaffen teuer zerstören?
Den Amerikanern übergeben, und diese können sie dann teuer in Krisenregionen verkaufen! Gibt doch sicherlich viele Länder, die so etwas gut gebrauchen können gegen ihre eigene Bevölkerung, wenn den Mächtigen die Absetzung droht. Wie wäre es mit Saudi Arabien oder etlichen despotisch regierten Golfstaaten?
Würde ja dann nur gegen sogenannte "Terroristen" eingesetzt nach deren Lesart.
Ob Obama da auch eine "rote Linie" zieht, wage ich zu bezweifeln wegen der politischen Verflechtung der Despotensysteme mit der US Industrie und Regierung wegen der Öllieferungen.
Nur ein Blick in die Vergangenheit: Wer lieferte denn Saddam Hussein damals im Irak das Giftgas, mit dem er dann die eigene Bevölkerung tötete, aber auch viele Iraner? Gab es damals eine rote Linie er einen Aufschrei der Empörung in den USA? Damals gehöre dieser Despot noch zu den Freunden der USA!
Oder: Wer finanzierte denn vor vielen Jahren auch Osama Bin Laden gegen die Russen in Afghanistan und liefert Waffen und Know How?

Account gelöscht!

19.09.2013, 04:02 Uhr

Assad kennt sich offenbar mit Sarin gut aus, wenn er sich öffentlich so darüber äußert. Wer gut ausgerüstete Labore besitzt, um dieses Zeug in großen Mengen zu produzieren, sollte auch in der Lage sein, es schnell und preiswert zu vernichten. Immerhin kann es durch Erhitzen zersetzt werden und in Wasser über Hydrolyse in kurzer Zeit abgebaut werden: http://www.labor-spiez.ch/de/dok/fa/pdf/sarin_d.pdf

Man sollte Assad jedenfalls nicht glauben, was er da über Zeit und Kosten erzählt.

Account gelöscht!

19.09.2013, 05:58 Uhr

@rokober

Zerstören ist besser - den Amis ist sonst zuzutrauen, daß sie genau damit dann die "Rebellen", ihre Al-Kaida-Söldner, beliefern, die derzeit wohl mit Giftgas saudischer Produktion auskommen müssen.

Hier läuft ein Angriffskrieg gegen Syrien, finanziert durch die Golfstaaten, insbesondere das Haus Saud, das diese Al-Kaida Verbrecher weltweit finanziert und finanzierte (u.a. auch in Tschetschenien - hier könnte Rußland durchaus ansetzen).

Diese Verbrechen gehören aufgeklärt, an die Öffentlichkeit gebracht und dann sollte internationale Gerichte das Sagen haben - die Verbrecher sich verantworten müssen. Natürlich ist dies mit dem derzeitigen politischen Establishment nicht möglich (siehe Link unten) - aber Zeiten ändern sich!

http://krisenfrei.wordpress.com/2013/09/17/uno-nur-noch-ein-instrument-imperialer-interessen/

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