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17.04.2013

22:47 Uhr

Interview mit Assad

Westen wird für Rebellenunterstützung „Preis zahlen“

Für seine Unterstützung der Rebellen werde der Westen „den Preis im Herzen Europas und im Herzen der USA zahlen“, sagte Syriens Staatschef. Außerdem warnte er von einem Übergriff der Kämpfe auf Jordanien.

Der syrische Staatschef Baschar al-Assad in einem Interview im syrischen Staatsfernsehen. ap

Der syrische Staatschef Baschar al-Assad in einem Interview im syrischen Staatsfernsehen.

Damaskus/KairoSyriens Staatschef Baschar al-Assad hat vor einem Übergreifen des Bürgerkriegs in seinem Land auf Jordanien gewarnt. „Das Feuer wird nicht an unseren Grenzen Halt machen, die ganze Welt weiß, dass Jordanien ebenso schutzlos ist wie Syrien“, sagte Assad am Mittwoch im syrischen Staatsfernsehen. Assad wirft dem Nachbarland regelmäßig vor, gegen seine Truppen kämpfende Rebellen auszubilden.

Der jordanische Informationsminister Mohammed Momani kündigte indes die Entsendung von 200 US-Soldaten nach Jordanien an. Sie sollten die jordanische Armee „angesichts der sich verschärfenden Lage in Syrien“ unterstützen, sagte er der Nachrichtenagentur AFP. Ob mit den Soldaten auch Kriegsgerät nach Jordanien verlegt werde, sei offen. In dem Land lebt derzeit etwa eine halbe Million Flüchtlinge aus Syrien.


Weiter warnte Assad den Westen vor der Unterstützung terroristischer Gruppen in seinem Land gewarnt. „Der Westen hat die Al-Kaida in Afghanistan in ihrer Anfangsphase unterstützt und später einen hohen Preis dafür bezahlt. Heute unterstützt er die Al-Kaida in Syrien, Libyen und an anderen Orten. Dafür wird er später den Preis im Herzen Europas und im Herzen der USA zahlen“, sagte Assad.
In dem Interview des regimetreuen Senders Al-Ichbarija schien Assad auf die radikale Al-Nusra-Front, die in mehreren syrischen Provinzen gegen die Regierungstruppen kämpft, Bezug zu nehmen. Diese hatte erst vor wenigen Tagen ihre Zugehörigkeit zur Al-Kaida erklärt. In der Vergangenheit hat das syrische Regime oppositionelle Gruppen immer wieder als „terroristische Banden“ bezeichnet.

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In Syrien gibt es seit Mitte März 2011 einen Aufstand gegen Assad, seit dessen Beginn nach Angaben der Vereinten Nationen mehr als 70.000 Menschen getötet wurden. Assad sagte am Mittwoch in seinem Fernsehinterview, es sei die „Entscheidung des Volks“, ob er sich zurückziehen werde, ohne nähere Ausführungen zu machen.

Kommentare (9)

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Account gelöscht!

18.04.2013, 00:21 Uhr

So war es schon immer und wird es auch immer sein: Jeder wird das ernten, was er gesät hat.

Der Westen agiert hier machtpolitisch willkürlich. Der 'Aufstand', der keiner ist, sondern von zugereisten Söldnern gekämpft wird, wäre schon längst zu Ende, würde nicht permanent seitens der westlichen 'Demokratien' für steten Nachschub gesorgt.

Ist der betriebene Umsturz aus purer Machtambition legitim? Sicher nicht. Das Leben wird es zeigen - auch der Westen wird 'ernten'...

Rechner

18.04.2013, 02:09 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Boltar

18.04.2013, 08:24 Uhr

Assad hat recht...der ganze "arabische Frühling" ist nichts als die neue Kriegstaktik und Strategie von USrael. Das sterbende Imperium bedient sich dabei islamischer Vollpfosten - was in Afghanistan gegen die Sowjets funktionierte, erprobt man nun in Nordafrika und nahem Osten.
Chaos schaffen mit "Stellvertretern" daß diese Länder unregierbar - aber dafür besser auszuplündern sind - und mit der Taktik China und Russland einkreisen...

Da die beiden Mächte China und Russland nicht dumm sind, bleibt die Frage wie lange die sich noch das Vorgehen von USrael sich bieten lassen.
Allein China kann mit seinen Dollarüberschüssen mit einer Flutung in "Sekunden" das wackelige Dollarimperium zum Einsturz bringen...mal sehen, womit dann das Militär bezahlt werden soll - mit "Gutscheinen"?

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