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16.02.2012

08:49 Uhr

Interview mit Karsai

USA und Afghanistan verhandeln mit Taliban

In einem Interview hat der afghanische Präsident Geheimverhandlungen mit den Taliban bestätigt. An den Gesprächen seien auch die USA direkt beteiligt. Karsai sagte, dass auch die Taliban-Führung Frieden wolle.

Der afghanische Präsident Hamid Karsai will mit den Taliban verhandeln. dpa

Der afghanische Präsident Hamid Karsai will mit den Taliban verhandeln.

KabulDie USA und Afghanistan haben Geheimverhandlungen mit den Taliban begonnen. Das erklärte der afghanische Präsident Hamid Karsai in einem Interview des „Wall Street Journals“. Karsai bescheinigte den meisten Taliban ein Interesse am Frieden. Details zu den Gesprächen wollte er nicht nennen, um den Prozess nicht zu gefährden.

„Es hat Kontakte zwischen der US-Regierung und den Taliban gegeben, es hat Kontakte zwischen der afghanischen Regierung und den Taliban gegeben“, sagte Karsai in dem am Donnerstag online veröffentlichten Interview. Zudem hätten sich alle drei Seiten an einem ungenannten „dritten Ort“ getroffen. Nach außen hin lehnen die Taliban Verhandlungen mit der afghanischen Regierung ab, die sie als Handlanger der USA sehen.

Karsai sagte dazu, die Kontakte seiner Regierung mit den Taliban hätten sich auch auf „die hochrangigsten von ihnen“ erstreckt. Auf die Frage, ob er glaube, dass auch die Taliban-Führung Frieden wolle, sagte Karsai: „Die Menschen in Afghanistan wollen Frieden, das beinhaltet die Taliban. (...) Ich bin geneigt zu sagen, ja, sie wollen Frieden.“ Auch viele Taliban-Anhänger wollten nicht, dass die Afghanen litten.

Karsai reiste am Donnerstag nach Islamabad. Dort sollte er an diesem Freitag bei einem Gipfel mit seinem pakistanischen Amtskollegen Asif Ali Zardari und mit dem iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad zusammenkommen. Eines der Themen ist ein möglicher Friedensprozess in Afghanistan.

Karsai sagte dem „Wall Street Journal“ vor dem Gipfel, Pakistans Kooperation würde Verhandlungen „für uns, für die Taliban und für die USA“ einfacher machen. Auf eine entsprechende Frage sagte Karsai in dem Interview, er hoffe, dass der pakistanische Militärgeheimdienst ISI bereit dazu sei, Aufständische in Afghanistan nicht mehr zu unterstützen. Mehr als „Hoffnungen“ habe er hinsichtlich der Kooperation Pakistans aber weiterhin nicht. Der ISI dementiert regelmäßig, dass er afghanische Aufständische unterstützt.

Von

dpa

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

16.02.2012, 11:03 Uhr

Wer jemals glaubte, Karzai wäre vom Westen über den ISAF Abzug hinaus als Marionette zu halten, ist entweder ein Narr oder hat an dem astronomischen Geldfluss in die Taschen der lokalen Clan-Chiefs gut verdient. Die westlichen Völker wurden über mehr als 10 Jahre systematisch über die Lage in Afghanistan belogen, das Leben und die Gesundheit unserer Soldaten für eine hirnrissige Politik geopfert. Die verantwortlichen Politiker in Deutschland, angefangen von Schröder und Struck ("Deutschlands Freiheit wird am Hindukusch verteidigt") gehören vor Gericht wegen Volksverhetzung.
Täglich fliegen die Clan-Chiefs Dollar-Millionen palettenweise nach Dubai und hoffen, dass der Geldsegen noch möglichst lange anhält. Afghanistan = perfides Geschäft zu Lasten Gutgläubiger Träumer im Westen und zum Nutzen einer skrupellosen Feudalkaste. Deutsche Soldaten verloren Leben und Gesundheit zum Schutz des Exportartikels Opium. Sowie Karzai keine Millionen mehr zu verteilen hat, übernimmt die Taliban wieder das Regime. Uns bleibt nur die Erkenntnis, mehr als 10 Jahre verblödet worden zu sein von Politik und Medien.

RechtundGesetz

16.02.2012, 11:24 Uhr

Schon wieder ein Volksverblödungs Artikel.

Hört das denn nie auf ?

Account gelöscht!

16.02.2012, 11:29 Uhr

Bestens dargestellt. Dem ist nichts hinzuzufügen.

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