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14.01.2007

18:28 Uhr

Interview mit Staatssekretär Pfaffenbach

„Wir haben unsere Hausaufgaben erledigt“

VonAndreas Rinke , Die Fragen stellten Sven Afhüppe, Roland Tichy.

Im Juni treffen sich die Mächtigen der Welt zum G8-Gipfel im Ostsee-Bad Heiligendamm. Wirtschaftsstaatssekretär Bernd Pfaffenbach organisiert das Treffen. Das Handelsblatt sprach mit ihm über die Renaissance der Atomkraft, Russlands Öl-Lieferstopp, Chinas „fast koloniale“ Afrika-Politik und Deutschlands gewachsenes Selbstbewusstsein.

Bernd Pfaffenbach ist der so genannte G8-Sherpa. Er organisiert das Treffen in Heiligendamm. Foto: dpa dpa

Bernd Pfaffenbach ist der so genannte G8-Sherpa. Er organisiert das Treffen in Heiligendamm. Foto: dpa

Handelsblatt: Der Stopp der Ölzufuhr aus Russland hat auch die Atomdebatte wieder angeheizt. Werden Sie als G8-Sherpa nun das Thema auf die Agenda des Weltwirtschaftsgipfels setzen?

Bernd Pfaffenbach: Die deutsche Präsidentschaft wird dies nicht forcieren, auch keinen Programmpunkt „Kernenergie“ aufnehmen. Unsere Oberthemen sind im Bereich Energie eher die bisher vernachlässigte Energieeffizienz und die Verbindung zum Klimaschutz. Allerdings: Auch wenn wir das Thema Kernenergie nicht selbst auf die Tagesordnung setzen, werden es eben andere ansprechen. Es ist unvermeidlich, dass der G8-Gipfel dieses Thema anschneiden wird.

Um so seltsamer klingt es, dass der G8-Gastgeber das Thema nicht selbst aktiv aufgreifen will.

Ich sage ja nicht, dass wir darüber nicht sprechen wollen. Es kann aber nicht Aufgabe des G8-Sherpas sein, hier eine neue Politik einzuleiten. Das wäre Aufgabe der Koalitionsspitzen. Auf dem Weltwirtschaftsgipfel wird entscheidend sein, was die Staats- und Regierungschefs dann am Tisch besprechen.

Gibt es denn Verständnis für den deutschen Sonderweg?

Es ist zumindest bisher kein Druck auf Deutschland ausgeübt worden, auch nicht in der EU. Allerdings gibt es die klare Position fast aller G8-Partner, dass der Anteil der Kernenergie prozentual steigen soll. Auch die EU-Kommission tut dies ja nun mit dem Verweis auf mehr Umweltschutz.

Damit droht dem deutschen Gastgeber ein neuer Eiertanz wie auf dem letzten G8-Gipfel in St. Petersburg?

Im letzten Jahr war es bereits ein ziemlicher Balanceakt, das Drängen der G8-Partner nach einer stärkeren Atomenergie-Nutzung mit der deutschen Position nach dem Koalitionsvertrag zu vereinen. Am Ende wurde aber eine Formel gefunden, die dem Image der Kernenergie-Gegner nicht schadet, den Befürwortern aber Diskussionsstoff lässt.

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