Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

01.07.2011

12:34 Uhr

Interview mit Strafrechtler

"Hafterleichterung für Strauss-Kahn"

Der Fall Strauss-Kahn könnte nach den Zweifeln an der Glaubwürdigkeit des vermeintlichen Vergewaltigungsopfers eine Wendung nehmen. Strafrechtsexperte Thomas Weigend glaubt nun an eine Kompromiss-Suche der Staatsanwälte.

Im Fall DJK könnte auf eine Hauptverhandlung verzichtet werden. Quelle: Reuters

Im Fall DJK könnte auf eine Hauptverhandlung verzichtet werden.

BerlinDie Staatsanwaltschaft hat offenbar Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Zimmermädchens und hat Gespräche mit der Verteidigung geführt. Was steckt dahinter?

„Die Staatsanwaltschaft strebt möglicherweise eine Kompromisslösung an, die eine Hauptverhandlung erspart und dennoch zeigt, dass der Vorfall in dem Hotel nicht in Ordnung war. Die Verteidigung kann sich auf eine Geldstrafe einlassen oder auf einen Freispruch spekulieren.“

Die Zweifel an der Zeugin kommen nicht von der Verteidigung, sondern den Anklägern - ist das nicht ungewöhnlich?

„Die Staatsanwaltschaft versucht, vor allem in so einem prominenten Verfahren, vor der Hauptverhandlung zu klären, wie wasserdicht ihr Fall ist. Wenn die Ankläger das Gefühl haben, es könnte einen Freispruch geben, versuchen sie dies natürlich zu vermeiden. Außerdem dürfen Staatsanwälte Informationen, die zur Entlastung des Angeklagten beitragen könnten, nicht zurückhalten. Sie müssen diese der Verteidigung vor der Hauptverhandlung

mitteilen.“

Strauss-Kahn wurde in der Öffentlichkeit regelrecht vorgeführt. Hat die Staatsanwaltschaft eventuell zu voreilig gehandelt?

„Nein. Herr Strauss-Kahn war bei der Festnahme bereits im Flieger und wollte ausreisen. Hätte man ihn nicht festgenommen, wäre der Vorfall womöglich nie aufgeklärt worden. Es ist nachvollziehbar,  dass sich die Behörden damals für die Sicherheitsmaßnahme entschieden haben.“

Elektronische Fußfesseln, Kameras in der Wohnung, bewaffnete Sicherheitskräfte vor der Tür: Das sind bislang die Auflagen von Strauss-Kahn. Erwarten Sie, dass diese jetzt zumindest gelockert werden?

„Das ist durchaus wahrscheinlich. Wenn jemandem wegen schwerer Vergewaltigung eine hohe Haftstrafe droht, dann ist der Anreiz, aus dem Land zu fliehen, sehr hoch. Wenn sich herausstellt, dass der Vorwurf geringer ist, dann spricht alles dafür, dass der Beschuldigte zunächst das Gerichtsverfahren abwartet. Dann können auch die Auflagen gelockert werden.“

Von

dpa

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

01.07.2011, 14:22 Uhr

Die information, dass die Cheffin der Manhatten Sex Crime division Frau Lisa Friel am 30 Juni Ihren Posten abgibt, spielt natuerlich keinerlei Rolle.

https://www.nytimes.com/2011/06/30/nyregion/chief-of-sex-crimes-unit-leaving-manhattan-district-attorneys-office.html?_r=1

Und eine fadenscheinige Begruendung existierte bereits, so dass Ihr Abgang damit verbunden werden kann:

http://www.nypost.com/p/news/local/manhattan/in_reel_trouble_TSg7Gm7CyMQr5MRloeuFQN

Ein sehr intelligentes Komplott, bei dem die Abzugsbegruendung bereits im Voraus bereit lag fuer die Medien.

Niemand fragt weiter.

Account gelöscht!

01.07.2011, 15:03 Uhr

10.2.2011 - UK Telegraph

"Dominique Strauss-Kahn, managing director of the International Monetary Fund, has called for a new world currency that would challenge the dominance of the dollar and protect against future financial instability.....

He suggested adding emerging market countries' currencies, such as the yuan, to a basket of currencies that the IMF administers could add stability to the global system....Strauss-Kahn saw a greater role for the IMF's Special Drawing Rights, (SDRs) which is currently composed of the dollar, sterling, euro and yen, over time but said it will take a great deal of international cooperation to make that work."

http://www.telegraph.co.uk/finance/currency/8316834/International-Monetary-Fund-director-Dominique-Strauss-Kahn-calls-for-new-world-currency.html

Rainer_J

01.07.2011, 21:10 Uhr

Strauss-Kahn ist schuldig, wie man nur schuldig sein kann. Die linke Pressekampagne, um Strauss-Kahn troz seiner Schuld rauszuboxen, wird scheitern!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×