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06.03.2012

11:56 Uhr

Interview

Putins Programm für die nächste Präsidentschaft

VonGabor Steingart, Oliver Bilger

Im Interview mit dem Handelsblatt und weiteren europäischen Medien skizziert Wladimir Putin sein Programm für die neue Amtszeit. Handelsblatt Online zeigt Ausschnitte im Video und beantwortet acht Fragen zum Gespräch.

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Unmittelbar vor seiner erneuten Wahl in Russlands Präsidentenamt hatte Wladimir Putin in einem langen Interview mit führenden europäischen Zeitungen erläutert, wie er sein Land zurück zu alter Stärke führen will. Mit Reformen und massiven Investitionen sollte Russland den Anschluss an die führenden Wirtschaftsnationen finden. Putins Ziel: ein Platz unter den ersten fünf Wirtschaftsnationen. Wie erwartet gewann Putin die Wahl am vergangenen Sonntag deutlich - und ist nun in der richtigen Position, seine Pläne umzusetzen. Handelsblatt Online bietet das komplette Interview im Wortlaut zum kostenpflichtigen Download an, zeigt wichtige Ausschnitte des Gesprächs im Video und erläutert die Hintergründe des Interviews.

1. Wo fand das Interview statt?
In der 30 Kilometer außerhalb Moskaus gelegenen Residenz des russischen Präsidenten. Auf dem mit einer Mauer abgeschirmten Waldgebiet, das über mehrere Hubschrauberlandeplätze verfügt, befinden sich sein Privathaus – ein zwischen Tannen und Birken versteckter moderner Bungalow – und die Residenz aus dem 19. Jahrhundert zum Empfang von Gästen. Putin wohnt auf dem Gelände seit seiner Zeit als Präsident. Das Interview fand in einem Speisezimmer mit Kachelofen im ersten Stock des Anwesens statt.

2. Wer waren die Teilnehmer?
Sechs westliche Chefredakteure aus sechs Ländern waren eingeladen. Ihm gegenüber saßen Ezio Mauro („La Repubblica“, Italien), James Harding („The Times“, London), John Stackhouse („Globe and Mail“, Kanada) und Yoshibumi Wakamiya („The Asahi Shimbun“, Japan). Zu seiner Rechten war die Chefredakteurin von „Le Monde“, Sylvie Kauffmann, platziert, Gabor Steingart, Chefredakteur des Handelsblatts hatte den Platz links neben Putin.

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3. Wie waren die Regeln?
Am Vorabend des Interviews hatte Putins Sprecher Dmitrij Peskow zum Umtrunk geladen. Er machte deutlich, dass sein Chef keine braven Fragen, sondern eine Debatte erwarte. „Fordern Sie ihn heraus“, sagte er. Wenn ihn das Gespräch langweile, bleibe er nur eine Stunde. „Wenn Sie ihn reizen, zwei Stunden.“ Putin blieb schließlich zweieinhalb Stunden. Eine Autorisierung des Interviews durch Putin oder sein Presseteam fand nicht statt.

4. Wie war die Stimmung?
Sein Sprecher hatte die Teilnehmer vorgewarnt. Nach monatelanger Präsidentschaftskampagne, die ihn quer durch das Riesenreich geführt hatte, sei Putin „müde und aggressiv“. Die Müdigkeit hat man ihm nicht angemerkt, wohl aber die Anspannung. Er ist ein sehr kontrollierter Mensch, kein Small Talker. Er trinkt nicht, raucht nicht und lacht selten. Auf kritische Fragen, etwa zum Rollentausch mit dem Noch-Präsidenten Medwedjew, reagierte er emotional und aggressiv. Die Runde gab sich allerdings auch keine große Mühe, allzu diplomatisch zu sein. Das Boulevardblatt „Komsomolskaja Prawda“ nannte die Chefredakteure nach dem Gespräch die „Haifische der Journalistik“.

Kommentare (4)

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Kurzbeschreibung

06.03.2012, 12:24 Uhr

Ein Mann - ein Präsident - ein Patriot (im guten Sinne)...

kuac

06.03.2012, 12:40 Uhr

Ohne Zweifel, Putin ist ein sehr kompetenter Mann. Es ist aber für eine Demokratie sehr schädlich, wenn einer 24 jahrelang regiert. Das führt zwangsläufig zur Einseitigkeit in der Umsetzung der Politik, Wirtschaft und alles andere, was mit der sozialen Gerechtigkeit zusammen hängt.

kuac

06.03.2012, 13:48 Uhr

@Moppelmann
Sie sind ein impulsiver Mensch und äussern nur gefühlsbetonte Meinungen. Aber, Sie gehen nicht auf meine Argumente ein. Sie sind gegen USA aber das Russische Model ist Amerikanisch! Denken Sie bitte darüber nach. Ich mache hiermit Schluss mit meinen Kommentaren hier.

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