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26.06.2012

14:39 Uhr

Ioannis Stournaras

Griechenlands Mr. Euro wird Finanzminister

Der Mann, der Athen auf Basis falscher Daten in die Euro-Zone geführt hat, soll das Land nun durch die Finanzkrise steuern. Doch trotz seiner Vergangenheit genießt der Ökonom und Banker Stournaras einen guten Ruf.

Ioannis Stournaras, Banker, Ökonom und jetzt Finanzminister. Reuters

Ioannis Stournaras, Banker, Ökonom und jetzt Finanzminister.

AthenGriechenlands neuer Finanzminister ist der Banker und Ökonomieprofessor Ioannis Stournaras. Nach dem gesundheitlichen Ausfall seines ersten Kandidaten griff Ministerpräsident Antonis Samaras am Dienstag auf Stournaras zurück, der zuletzt als Wirtschaftsminister in der Übergangsregierung gedient hatte. Der 55-Jährige hat große Erfahrung in der griechischen Finanzwirtschaft und Politik - die aber nicht nur für ihn spricht.

Wann Stournaras vereidigt wird, blieb zunächst unklar. Ebenso war fraglich, ob er schon an diesem Donnerstag am EU-Gipfel in Brüssel teilnehmen wird.

Stournaras war unter anderem Mitarbeiter der griechischen Zentralbank (Bank of Greece) und Vorstand der griechischen Handelsbank (Commercial Bank). Zudem hatte er Griechenlands Beitritt zur Euro-Zone 2004 als Chefunterhändler maßgeblich mitgesteuert. Inzwischen hat sich längst herausgestellt, dass Griechenlands Angaben über seine finanzielle Lage und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit damals glatt gefälscht waren - und das Land auf dieser Grundlage niemals Mitglied der Euro-Zone hätte werden dürfen.

Dennoch gilt Stournaras gerade deshalb als guter Kandidat, das Krisenmanagement zu übernehmen und das harte Reformprogramm der internationalen Kreditgeber durchzuziehen. Neben seiner fachlichen Qualifikation wird dafür in Athen auch seine politische Erfahrung und internationale Vernetzung angeführt. Er ist auch Chef des griechischen Instituts für Ökonomie- und Industrieforschung (IOWE).

Entsprechend positiv fielen die ersten Reaktionen auch bei ausländischen Experten und Beobachtern aus. Stournaras sei nicht nur ein erfahrener Fachmann, sondern kraftvoll und optimistisch. Der designierte griechische Finanzminister Vasilios Rapanos hatte am Montag aus gesundheitlichen Gründen auf sein Amt verzichtet. Er war in den vergangenen Wochen Wirtschaftsminister der Interimsregierung, die Griechenland zu den Neuwahlen am 17. Juni führte.

Stournaras war unter dem sozialistischen Reformpremier Kostas Simitis Ende der 90er Jahre Vorsitzender des Sachverständigenrates im Wirtschafts- und Finanzministerium. In dieser Zeit war auch Chefunterhändler auf dem Weg Griechenlands in die Währungsunion.

Ein weiteres Plus: Als CEO der Emporiki Bank sammelte er in den Jahren 2000 bis 2004 Erfahrungen, die ihm jetzt zugutekommen werden – die Probleme des schwer angeschlagenen griechischen Bankensektors stehen ganz oben auf der  Agenda des neuen Finanzministers.

Zuletzt leitete Stournaras das unternehmernahe Wirtschaftsforschungsinstitut IOBE, als dessen Direktor er in den vergangenen Jahren immer wieder öffentlich für marktwirtschaftliche Strukturreformen und eine entschlossene Haushaltskonsolidierung eintrat. In der griechischen Presse wird er aber auch dafür kritisiert, mit allzu optimistischen Prognosen über Griechenlands Wirtschaftswachstum die Verfehlungen der Vergangenheit mit befördert zu haben.

Kommentare (33)

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26.06.2012, 13:46 Uhr

"Der 55-Jährige Stournaras hat große Erfahrung als Mitarbeiter der griechischen Zentralbank (Bank of Greece) und Vorstand der griechischen Handelsbank (Commercial Bank). Zudem hatte er an den Verhandlungen zum Beitritt Griechenlands zum Euroland teilgenommen"

LAUTLACH :D *lol* Na dann kann ja nichts mehr schief gehen :D *ichkrümmemichvorlachen*

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26.06.2012, 14:07 Uhr

Bin gespannt durch wen unser Finanzminister Schäuble ersetzt wird. Da war kürzlich eine Meldung mit der Andeutung, dass er nicht auf einen Sitz im ESM hoffen kann.

Account gelöscht!

26.06.2012, 14:14 Uhr

Oha!

Einer von denen, die beim Betrug mitgemacht haben.

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