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13.08.2014

07:29 Uhr

Irak

Anschlag vor Haus von möglichem Maliki-Nachfolger

Haider al-Abadi soll dem irakischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki im Amt nachfolgen. Ein Selbstmordanschlag vor seinem Haus verschärft nun die Brisanz im politischen Machtkampf zusätzlich.

Terror im Irak

Anschlag vor Haus von al-Abadi

Terror im Irak: Anschlag vor Haus von al-Abadi

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BagdadIm Irak hat sich ein Selbstmordattentäter in der Nähe des Hauses des designierten Ministerpräsidenten Haider al-Abadi in die Luft gesprengt. Der Attentäter habe den Sprengsatz an einem Kontrollpunkt an einer Zufahrt zum Haus des Politikers gezündet, sagten Polizisten. Berichte über Tote oder Verletzte gab es zunächst nicht. Das Büro Abadis war nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Abadi gilt als weniger polarisierend als der amtierende Ministerpräsident Nuri al-Maliki. Beide Politiker gehören der schiitischen Dawa-Partei an. Kritiker werfen Maliki vor, das Land durch die Ausgrenzung der Sunniten gespalten und damit den Vormarsch der radikal-islamischen Miliz Islamischer Staat ermöglicht zu haben. Maliki hatte sich Forderungen von Sunniten, Kurden, aber auch aus den eigenen Reihen widersetzt, auf eine dritte Amtszeit zu verzichten.

Im politischen Machtkampf hatte der irakische Staatspräsident Fuad Massum am Montag den Druck auf Maliki erhöht und Parlamentsvizepräsident Abadi mit der Regierungsbildung beauftragt.

Die Kurden im Irakkonflikt

Wie viele Kurden gibt es im Irak?

Von den fast 33 Millionen Einwohnern des Iraks sind rund 15 bis 20 Prozent Kurden. Sie stellen neben den arabischen Schiiten und Sunniten die dritte große Volksgruppe im Land. Die meisten Kurden leben im Norden des Landes, wo sie in ihrer Autonomieregion große Unabhängigkeit genießen. Dort haben sie ein eigenes Parlament und eine eigene Regierung.

Wie ist die Lage in den kurdischen Gebieten?

Während die Sicherheitslage im restlichen Teil des Iraks seit Jahren äußerst schwierig ist, galten die kurdischen Autonomiegebiete bisher als Insel der Stabilität. Die kurdische Hauptstadt Erbil erlebt seit Jahren einen Bauboom. Viele ausländische Firmen nutzen Erbil, um Geschäfte im Irak zu machen.

Welche Rolle spielen Kurden im Konflikt mit IS?

Nach ihrem Vormarsch ist die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) zuletzt jedoch näher an die Autonomiegebiete herangerückt. IS-Extremisten vertrieben kurdische Einheiten nördlich und westlich der Stadt Mossul. Die betroffenen Gebiete gehören zwar nicht zur kurdischen Autonomieregion, werden aber von den Kurden beansprucht. Als die irakischen Truppen nach Beginn des IS-Vormarsches Anfang Juni flohen, übernahmen dort zunächst die kurdischen Peschmerga die Kontrolle.

Welche Ziele verfolgen die Kurden?

Die Kurden wollen die verlorenen Gebiete zurückerobern und erhalten dafür Waffen von den USA. Unterstützt werden sie auch von Kämpfern der verbotenen türkischen PKK und deren syrischen Ableger.

Unterstützen Kurden den irakischen Staat?

In der irakischen Machtverteilung steht den Kurden der Posten des Staatschefs zu. Zuletzt trieb der Präsident der Autonomiegebiete, Massud Barsani, jedoch die Unabhängigkeit voran, ein alter Traum der Kurden. Im Machtkampf in Bagdad gehört Barsani zu den schärfsten Kritikern des bisherigen Regierungschefs Nuri al-Maliki.

Unterdessen erhöhen die USA ihre Präsenz im Irak: Das Pentagon hat 130 weitere Militärberater entsandt. Ziel ihrer befristeten Mission sei es, das Ausmaß der humanitären Flüchtlingskrise im Norden des Landes einzuschätzen, teilte US-Verteidigungsminister Chuck Hagel am Dienstag (Ortszeit) bei einem Besuch in Kalifornien mit. Es handele sich dabei aber nicht um eine Operation mit Bodentruppen, betonte er. Hagel äußerte sich in einer Rede vor Marinesoldaten im Stützpunkt Camp Pendleton.

Die 130 Militärberater trafen am Dienstag in der nordirakischen Stadt Erbil ein. Ein Pentagon-Mitarbeiter sagte, Aufgabe der entsandten Marine- und Spezialeinheiten werde es sein, mit Vertretern des US-Außenministeriums und der Entwicklungshilfebehörde USAID die Lage in Sindschar und Umgebung und humanitäre Hilfsoptionen zu prüfen. In der Region haben sich Tausende Mitglieder der Minderheit der Jesiden vor Kämpfern des Islamischen Staats auf ein Gebirge geflüchtet.

Kommentare (1)

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Herr Teito Klein

13.08.2014, 16:36 Uhr

Al-Maliki beharrt auf dritter Amtszeit
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Er will nicht weichen.
Mittlerweile gab es einen Selbstmordanschlag auf seinen designierten Nachfolger.

Im Irak hat sich ein Selbstmordattentäter in der Nähe des Hauses des designierten Ministerpräsidenten Haider al-Abadi in die Luft gesprengt.

Jetzt sitzt er zur Rechten Allahs und wird von Jungfrauen verwöhnt. Für seine Familie ist er ein Märtyrer und wird ewig in ihrer Erinnerung bleiben.

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