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10.04.2015

19:38 Uhr

Irak

Islamischer Staat nimmt Teile von Ramadi ein

Die IS-Miliz befindet sich auf dem Vormarsch: Die Islamisten haben die Verteidigungslinien der Provinzhauptstadt Ramadi mit Autobomben und Selbstmordattentätern durchschlagen. Die Stadt appelliert an die Regierung.

Der IS hat große Teile des Iraks und Syriens unter seine Kontrolle gebracht und dort ein Kalifat ausgerufen, eine besondere Form eines islamischen Gottesstaates. Reuters

Rauch vor Ramadi

Der IS hat große Teile des Iraks und Syriens unter seine Kontrolle gebracht und dort ein Kalifat ausgerufen, eine besondere Form eines islamischen Gottesstaates.

BagdadDie Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS) ist in die Hauptstadt der irakischen Provinz Anbar eingerückt. Die Islamisten hätten in Ramadi den Außenbezirk Albu Faradsch erobert, sagte am Freitag Athal al-Fahawi, ein Mitglied des Provinzrates.

Nach Angaben aus Sicherheitskreisen hatten die Islamisten in der Nacht die Verteidigungslinien der Regierung mit Autobomben und Selbstmordattentätern durchschlagen. Anschließend seien die IS-Kämpfer zu Fuß vorgerückt.

Der Ratsvorsitzende Sabah Karhut rief Ministerpräsident Haider al-Abadi auf, dringend Verstärkung zu schicken. Den regierungstreuen Einheiten gehe die Munition aus, erklärte er.

Die Terrorgruppe Islamischer Staat

Ziel

Die Organisation Islamischer Staat (IS), früher Islamischer Staat im Irak und in Syrien (Isis) genannt, gehört zu den radikalsten islamistischen Gruppen im Nahen Osten. Sie kämpft für einen sunnitischen Gottesstaat im arabischen Raum.

Ursprung

Der IS ging aus dem irakischen Widerstand der 2003 gegründeten Gruppe „Tawhid und Dschihad“ hervor, die sich gegen die US-Invasion im Irak wandte. Erster Anführer war der für seine Grausamkeit berüchtigte Jordanier Abu Mussab al-Sarkawi. Seit 2013 leitet der Iraker Abu Bakr al-Baghdadi den IS.

Aktivitäten

Die Gruppe griff Im Irak nicht nur US-Soldaten an, sondern verübte auch Selbstmordanschläge auf Schiiten und Christen im Land. Al-Sarkawi wurde 2006 von der US-Armee getötet. Seither führen Iraker die Organisation. Deren zweiter früherer Name „Islamischer Staat im Irak und der Levante“ verdeutlicht den Anspruch, einen sunnitischen Großstaat zwischen Mittelmeer und Euphrat zu errichten.

Entwicklung

An Macht gewann der IS, als sie sich im Frühjahr 2013 in den syrischen Bürgerkrieg einmischte. Dort überwarf sie sich mit der aus syrischen Salafisten bestehenden Al-Nusra-Front, obwohl beide Gruppen damals dem Terrornetzwerk al-Qaida nahestanden.

Standorte

Vor allem im Nordosten Syriens greift der IS syrisch-kurdische Städte an und massakriert die Zivilbevölkerung. Im Irak profitiert die Miliz vom Streit der von Schiiten dominierten irakischen Regierung mit den sunnitischen Parteien des Landes. Am 29. Juni rief der IS das Kalifat in den von im kontrollierten Gebieten aus – mit al-Baghdadi als Kalif.

Finanzierung

Der IS finanzierte sich anfangs vor allem durch Spenden aus den Golfstaaten Katar und Saudi-Arabien, aber auch durch Wegzölle entlang der Grenzen zwischen Irak und Syrien. Mit den Landgewinnen nahmen die Gewinne aus illegalen Ölverkäufen der kontrollierten Felder zu.

Söldner

In den Reihen der Gruppe kämpfen internationale Brigaden, darunter Muslime aus Nordafrika und den arabischen Golfstaaten sowie Konvertiten aus Europa und Nordamerika.

Abadi hatte am Dienstag Anbar besucht und den Beginn einer Offensive bekanntgegeben, um die riesige, von Sunniten bewohnte Region zurückzuerobern. Der IS hat große Teile des Iraks und Syriens unter seine Kontrolle gebracht und dort ein Kalifat ausgerufen, eine besondere Form eines islamischen Gottesstaates.

Von

rtr

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