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12.11.2014

17:22 Uhr

Irak-Krieg

Kurden wehren IS-Angriff mit deutschen Raketen ab

Erstmals seit Anfang Oktober verschieben die Kurden die Frontlinien in Kobane wieder gen Süden. Im Nordirak können kurdische Peschmerga einen IS-Angriff abwehren – mit Hilfe deutscher Waffen.

„Milan“-Raketen können Panzer und gepanzerte Fahrzeuge in einer Entfernung von 300 Metern bis fast zwei Kilometern zerstören. dpa

„Milan“-Raketen können Panzer und gepanzerte Fahrzeuge in einer Entfernung von 300 Metern bis fast zwei Kilometern zerstören.

KirkukErstmals seit der Verstärkung durch kurdische Kämpfer aus dem Nordirak sollen die Verteidiger des von Dschihadisten belagerten syrischen Kobane wieder Boden gut gemacht haben. Kurdische Kämpfer seien am Mittwoch im Südosten Kobanes gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vorgerückt, sagte Idris Nassan, ein Sprecher für auswärtige Angelegenheiten in Kobane, der Nachrichtenagentur dpa. Auch im Irak sollen Kurden die Dschihadisten zurückgedrängt haben. Mithilfe deutscher „Milan“-Raketen sei ein Angriff nahe des nordirakischen Kirkuk abgewehrt worden, sagte der Generalsekretär des Peschmerga-Ministeriums, Dschabar Jawar, der dpa.

Er korrigierte irakische Medienberichte, wonach es sich dabei um den ersten Einsatz deutscher Waffen gehandelt habe. In den vergangenen Wochen seien bereits mehrfach „Milan“-Raketen, unter anderem zur Befreiung der Provinz Summar, verwendet worden. Die unabhängige irakische Nachrichtenseite Al-Sumaria News hatte zuvor unter Berufung auf einen Peschmerga-Kämpfer berichtet, deutsche Waffen seien „heute zum ersten Mal genutzt“ worden. Vergangene Woche hatten die Deutschen nach Angaben des Verteidigungsministeriums ihre Waffenlieferungen an die Peschmerga beendet.

Fakten zur Panzerwaffe Milan

Die Panzerwaffe Milan

Zu den Waffen, die die Bundeswehr für den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Nordirak zur Verfügung stellt, gehört auch die tragbare Panzerabwehrwaffe vom Typ „Milan“. Das deutsch-französische Konsortium Euromissile (heute MBDA) entwickelte das Waffensystem zu Beginn der 1970er Jahre.

Quelle: dpa.

Schlagkraft des Milan

Es kann Panzer und gepanzerte Fahrzeuge in einer Entfernung von 300 Metern bis fast zwei Kilometern zerstören. Der über einen Lenkdraht gesteuerte und mit einem Gefechtskopf bestückte Flugkörper durchschlägt bis zu 70 Zentimeter dicken Panzerstahl. Mittels Wärmebildgerät kann das System auch bei Dunkelheit eingesetzt werden.

Verbreitung des Milan

Nach Angaben der Bundeswehr lieferte der Hersteller bis heute mehr als 10 000 Panzerabwehrwaffen dieses Typs in rund 40 Länder - darunter Italien, Spanien, Griechenland oder Südafrika. 1600 davon sind im Besitz der Bundeswehr. Deutsche Truppen nutzen sie im Rahmen des internationalen Einsatzes in Afghanistan. Britische Streitkräfte setzten sie unter anderem im Golfkrieg ein. Die kurdischen Kämpfer sollen aus Deutschland 500 davon bekommen.

In Nordsyrien bessert sich nach lokalen Medienberichten die Lage der von IS-Dschihadisten umzingelten Stadt Kobane. Am Mittwoch hätten Kämpfer der kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) eine wichtige Versorgungsroute des IS abgeschnitten, sagte Idris Nassan in Kobane. In heftigen Gefechten versuche die YPG, den strategisch wichtigen Mischtanur-Hügel im Süden der Stadt zu erobern. Auch die kurdische Nachrichtenseite Welati berichtet von den erneuten Gefechten um Mischtanur.

Der zwei Kilometer südlich von Kobane gelegene Hügel war Anfang Oktober von der IS-Miliz überrannt worden. Im Anschluss konnten die Dschihadisten weiter vordringen und weite Teile Kobanes, das an die Türkei grenzt, unter Kontrolle bringen. Insgesamt kontrollieren die Dschihadisten in Syrien und im Irak je rund ein Drittel der Landesfläche.

Eine von den USA angeführte internationale Allianz fliegt seit Anfang August im Irak und seit Ende September auch in Syrien Luftangriffe gegen die Extremisten. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte vom Mittwoch kamen allein in Syrien seit Beginn der Luftschläge 865 Menschen ums Leben, darunter 50 Zivilisten.

Die gemäßigte syrische Opposition forderte unabhängig von den Luftangriffen eine stärkere militärische Unterstützung vom Westen. Bislang hätten einige Einheiten der Freien Syrischen Armee (FSA) nur leichte und mittelschwere Waffen erhalten, sagte der Berater der syrischen Exil-Regierung im südtürkischen Gaziantep, Mohammed Sarmini, der dpa. Im Kampf gegen das Regime in Damaskus und die IS-Miliz werde aber schweres Gerät benötigt.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Teito Klein

12.11.2014, 21:05 Uhr

Kurden wehren IS-Angriff mit deutschen Raketen ab
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Das ist doch eine gute Nachricht!
Allerdings wird jetzt die Terrormiliz IS von ihren deutschen Anhängern und Rückkehrern aus der Ausbildungslagern des IS einfordern, Deutsche öffentlich zu enthaupten und Selbstmordattentate zu begehen.
Deutschland unterstützt mit ihren Waffenlieferungen die "Ungläubigen", und die Scharia fordert jeden aufrechten Gläubigen auf, die "Ungläubigen zu töten, wo immer man sie trifft.

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