Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.06.2014

13:00 Uhr

Irak-Krise

Konflikt im Irak beeinträchtigen Ölexport

Der Angriff sunnitischer Terroristen bremst den irakischen Ölexport. Die Sorge ist groß, dass es die Angreifer bis in den ölfördernden Süden des Landes schaffen. Experten zufolge dürften dann Lieferengpässe drohen.

Sunnitische Terroristen stürzen den Irak in die Krise. Davon betroffen ist auch die Ölförderung des Landes. dpa

Sunnitische Terroristen stürzen den Irak in die Krise. Davon betroffen ist auch die Ölförderung des Landes.

BagdadDer von Konflikten gezeichnete Irak ist der zweitgrößte Erdölproduzent der OPEC, der Organisation Erdöl exportierender Länder. Das Land produziert mehr als drei Millionen Barrel pro Tag - nur in Saudi-Arabien sind es mehr. Das Vorkommen auf irakischem Territorium ist gigantisch: 140,3 Milliarden Barrel Öl (ein Barrel sind 159 Liter) und 3158 Milliarden Kubikmeter Erdgas verbergen sich nachgewiesenermaßen unter der Erdoberfläche. Doch das Land bleibt nach drei Kriegen weiter von Gewalt geplagt, wie die Offensive der Dschihadisten im Norden zeigt.

Nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) produzierte der Irak im Mai 3,37 Millionen Barrel Öl täglich. Gefördert wird das Öl vor allem im schiitischen Süden, wo die riesigen Ölfelder von Rumaila liegen, und im Norden rund um Kirkuk. Im vergangenen Monat exportierte der Irak laut eigenen Angaben 80,04 Millionen Barrel Öl, durchschnittlich also 2,58 Millionen Barrel pro Tag. Bis Ende des Jahres strebt das Land eine tägliche Exportmenge von drei Millionen Barrel an.

Der Reichtum an Öl zahlt sich für den Irak aus: Im Mai verdiente der Staat durch den Ölexport 8,68 Milliarden Dollar. Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) machen die Erdölverkäufe 75 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und mehr als 90 Prozent der Einnahmen des Staates aus.

Zusammenarbeit mit Iran: Washington schmiedet „Achse des Guten“

Zusammenarbeit mit Iran

Washington schmiedet „Achse des Guten“

Lange war zwischen USA und Iran Eiszeit. Das Mullah-Regime gehörte zu Bushs berüchtigter „Achse des Bösen“, ebenso wie der Irak. Nun wollen Washington und Teheran gemeinsam vorgehen – gegen die Isis-Kämpfer im Irak.

Doch Gewalt und Konflikte erschweren den Export. Seit einem Anschlag Anfang März ist eine der wichtigsten Pipelines im nun von Dschihadisten besetzten Norden geschlossen. Sie kann eigentlich täglich 500.000 Barrel Öl von der nordirakischen Stadt Kirkuk ins südtürkische Ceyhan pumpen.

Im Norden beeinträchtigt auch der Konflikt zwischen der Zentralregierung in Bagdad und der autonomen kurdischen Region den Erdölexport. Kurdischen Einheiten gelang es im Windschatten der Dschihadisten-Offensive in der vergangenen Woche erstmals die Ölstadt Kirkuk unter ihre Kontrolle zu bringen. Dort waren 1926 die ersten Förderbrunnen des Landes in Betrieb genommen worden.

Von

afp

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×