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14.10.2014

16:36 Uhr

Irak

Mehr als 180.000 Menschen fliehen aus Hit

Laut dem Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen fliehen derzeit etwa 180.000 Einwohner der irakischen Stadt Hit vor der vorrückenden Terrormiliz IS. Hit hatte bis vor kurzem noch als sichere Zuflucht gegolten.

Auch aus der bislang als sicher geltenden Stadt Hit fliehen die Menschen, etwa 180.000 sollen unterwegs sein. Damit spitzt sich die Flüchtlingslage im Irak weiter zu. dpa

Auch aus der bislang als sicher geltenden Stadt Hit fliehen die Menschen, etwa 180.000 sollen unterwegs sein. Damit spitzt sich die Flüchtlingslage im Irak weiter zu.

GenfDie Angriffe der Terrormiliz Islamischer Staat auf die irakische Stadt Hit hat die Zahl der Flüchtlinge im Irak dramatisch nach oben getrieben. Nach Schätzungen des Flüchtlingswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) haben allein über das Wochenende rund 180 000 Menschen die Stadt rund 180 Kilometer von Bagdad entfernt verlassen und Zuflucht an anderen Orten in der Provinz Anbar gesucht.

Bis vor kurzem habe Hit noch als sicherer Ort gegolten, weswegen dort mehr als 100 000 Flüchtlinge aus anderen Teilen der Provinz Schutz gesucht hätten, erklärte UNHCR-Sprecherin Melissa Fleming am Dienstag in Genf. Der Massenexodus von Hit sei bereits die vierte große Flüchtlingswelle im Irak innerhalb von weniger als einem Jahr.

Auch um die eingekesselte kurdische Stadt Kobane in Syrien ist die Situation laut UNHCR weiter angespannt. Eine wachsende Zahl von Menschen, die zunächst im türkischen Grenzgebiet Zuflucht gesucht habe, sei mittlerweile in die nordirakische Kurdenregion Dohuk weitergezogen.

Die Grenzstadt Kobane

Warum ist Kobane für Kurden so wichtig?

Die syrischen Kurden haben den Bürgerkrieg im Land zum Aufbau eigener regionaler Machtstrukturen in den mehrheitlich von ihnen bewohnten Gebieten genutzt. Nachdem sich die Truppen des Regimes von Baschar al-Assad 2012 zurückgezogen hatten, übernahmen sie die Kontrolle und gründeten später im Norden des Landes drei „autonome Kantone“. An der türkischen Grenze kontrollierten sie wichtige Enklaven: im Nordwesten um die Stadt Afrin, im Nordosten um die Städte Hasaka und Al-Kamischli sowie im Norden um Kobane. Eine Übernahme Kobanes durch die Terrormiliz IS wäre nicht nur der Verlust einer strategisch wichtigen Versorgungsroute, sondern auch psychologisch eine schwere Niederlage.

Wer sind die kurdischen Kämpfer, die sich den Dschihadisten entgegenstellen?

Die etwa 5000 Milizionäre gehören vor allem den kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) an. Sie sind mit der syrisch-kurdischen Partei der Demokratischen Union (PYD) verbunden. Volksschutzeinheiten und PYD stehen der kurdischen Arbeiterpartei PKK nahe, die in der Türkei verboten ist. Im Kampf gegen den IS werden offenbar auch Selbstmordattentäter eingesetzt: Kurdische Aktivisten meldeten am Wochenende, dass eine Kämpferin mit einem Selbstmordanschlag Dutzende Extremisten getötet habe. Experten gehen davon aus, dass PKK-Kämpfer die syrischen Kurden unterstützen. Die kurdischen Milizionäre in Syrien sind nicht zu verwechseln mit den kurdischen Peschmerga-Kämpfern, die im Irak gegen den IS im Einsatz sind.

Wie ist die Lage der Zivilisten vor Ort?

Nach kurdischen Angaben ist die überwiegende Mehrheit der verbliebenen Zivilisten an die türkischen Grenze in Sicherheit gebracht worden. Kobane wurde von den Volksschutzeinheiten zur „Militärzone“ erklärt. Laut türkischer Regierung sind mehr als 185 000 Menschen in die Türkei geflohen.

Warum greift die Türkei nicht ein?

Die türkische Regierung hat den Kurden in Kobane Unterstützung zugesagt, zugleich aber klargemacht, dass sie damit in unmittelbarer Zukunft keinen Einsatz von Bodentruppen meint. Zwar hat das Parlament der Regierung ein Mandat für Militäreinsätze in Syrien und im Irak für ein Jahr erteilt. Allerdings verlangt Ankara für einen Einsatz von Bodentruppen eine umfassende internationale Strategie, die auch den Sturz des Assad-Regimes in Damaskus beinhaltet. Zugleich befürchtet Ankara, dass die Kurden an der türkischen Südgrenze die Keimzelle für einen eigenen Kurden-Staat legen könnten, sollte es ihnen gelingen, die Terrormiliz IS zurückzuschlagen.

Warum schaffen es die USA und ihre Partner nicht, den IS mit Luftangriffen militärisch lahmzulegen?

Die IS-Kämpfer passen sich schnell und geschickt an die Luftschläge an. Sie verlassen Ziele, die von den USA ins Visier genommen werden und bringen Waffen und Geiseln an neue Stützpunkte. Zudem mischen sich die Kämpfer unter die Zivilbevölkerung und lassen auch viele ihrer schwarzen Flaggen wieder verschwinden. Weil Angriffe auf die IS-Infrastruktur schwieriger werden, hat sich auch das Tempo der Luftschläge verlangsamt, sagt David Schenker vom Washington Institute for Near East Policy. Die US-Regierung hat mehrfach betont, dass der IS nicht allein aus der Luft besiegt werden kann. Dem unabhängigen US-Instituts CSBA zufolge hat der Kampf bereits zwischen 780 und 930 Millionen Dollar (620 bis 740 Millionen Euro) verschlungen.

Bislang seien dort 5400 Menschen aus Kobane untergekommen, in den kommenden Tagen werde diese Zahl noch einmal um 10 000 bis 15 000 steigen. Als Gründe geben die syrischen Flüchtlinge unter anderem an, dass es in der Türkei Spannungen gebe, die Lebenshaltungskosten zu hoch und die Hilfe unzureichend seien.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Herr Marco Fiala

15.10.2014, 15:36 Uhr

Ein Neukölln in jedem deutschen Dorf!!!

Vor kurzem verbreitete der öffentlich-rechtliche Sender 3-Sat eine Paradebeispiel an dreister Pro-Asyl-Propaganda veröffentlicht. Es handelte sich um einen Bericht des Kulturmagazins Kulturzeit der uns trotz aller Lügen und Halbwahrheiten zeigte, um wen es bei den „Flüchtlingen“ handelt und uns Vorgeschmack darauf gibt, was für eine Zukunft die politisch-medialen Eliten für uns vorsehen:
http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=46789

Der Bericht stellt den CDU-Politiker Martin Patzelt vor, der deutsche Familien dazu aufrief, Asylbewerber -- „außereuropäische Familien“ wie sie das Magazin selbst nennt-- bei sich aufzunehmen, der samt seiner Idee vom Bericht gepriesen wurde.
Daneben wurden im kleinen rheinland-pfälzischen Dorf Büchenbeuren Familien portraitier, welche genau das raten -„außereuropäische“ Familien bei sich aufnehmen.

Wir sehen eine muslimisch-arabische Familie aus Syrien, mit Frauen verschleiert in langen Kopftüchern und einer ganzen Schaar voller Kinder. Eine andere Familie beherbergte Schwarzafrikaner.
Kulturell völlig fremde, streng-religiöse, nahezu ungebildete aber gebärfreudige Muslime und sonstige Nicht-Europäer – also solche Migranten, wie sie Brennpunktvierteln wie Neukölln, Wedding oder Duisburg Marxloh dominieren und den zur Minderheit verdrängten Europäern das Leben zur Hölle machen. Es sind also genau solche Migranten, die sich hinter den vielsagenden Begriff „Flüchtlinge“ verbergen, und die zu zehntausenden nach Deutschland strömen, und die größeren und kleinen „Neuköllns“ dieser Republik weiter wachsen lassen.

In jeden Dorf ein eigenes kleines Neukölln, Duisburg Marxloh oder Malmö Rosengarden, selbst in der kleine Gemeinde eine starke Bevölkerung "außereuropäischer", überwiegend muslimischer Dritte-Welt-Migranten – genau darauf läuft diese Politik hinaus und das ist wohl, was einige Politiker und Rundfunk-Journalisten wollen.

Herr Marco Fiala

15.10.2014, 15:50 Uhr

BAMF-Chef: Verdrängung der Deutschen (und Europäer ingesamt) muss "Normalität" werden

Passend zu diesem Bericht sind auch die Aussagen des Chefs des Migrationsbundesamtes, Manfred Schmidt, der am 5. 10 in der Taz interviewt wurde. Schmidt erklärte:

Ich sehe eine Herausforderung darin, dass die Realität, dass Deutschland ein Einwanderungs- und Integrationsland ist, zur Normalität wird.
http://taz.de/BAMF-Chef-ueber-deutsche-Asylpolitik/!147047/


Ob die Deutschen das überhaupt wollen, ist Herrn Schmidt natürlich scheißegal. Die autochthonen Deutschen werden erst gar nicht gefragt, ob sie Deutschland zum "Einwanderungsland" umgestaltet haben wollen, und durch Zuwanderung als "Normalität" vollends zur ethnischen Minderheit verdrängt werden möchten. Das wird alles "von oben" - von Personen wie Schmidt und den etablierten Parteien, die ihn eingesetzt haben beschlossen – freilich ohne die Deutschen über ihre eigne Zukunft im entferstesten demokratisch mitentscheiden zu lassen.

Die Deutschen wie auch die europäischen Zuwanderer haben sich dieser Eliten- Entscheidung zur Massenzuwanderzung zu beugen und sich kritiklos endgültig zur Minderheit verdrängen lassen.

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