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22.02.2015

20:52 Uhr

Irak

Mindestens 19 Tote nach Anschlagsserie

Eine neue Anschlagsserie erschüttert den Irak: Bei den vier Angriffen kamen mindestens 19 Menschen ums Leben, 45 Personen wurden verletzt. Zudem fand die Polizei vier Leichen mit Schusswunden in den Straßen von Bagdad.

Mehrere Anschläge mit Sprengstoff haben im Irak 19 Menschen das Leben gekostet. (Archivfoto) Reuters

Sicherheitskräfte inspizieren Autowrack

Mehrere Anschläge mit Sprengstoff haben im Irak 19 Menschen das Leben gekostet. (Archivfoto)

BagdadEine neue Anschlagsserie im Irak hat mindestens 19 Menschen das Leben gekostet. Alleine acht Mitglieder einer schiitischen Miliz starben nahe der Stadt Tikrit, als ein Selbstmordattentäter sein mit Sprengstoff beladenes Auto in einen Kontrollpunkt rammte, wie Beamte am Sonntag mitteilten. Weitere sieben Menschen verloren am Abend ihr Leben, als eine Autobombe im westlichen Bagdader Bezirk Baijaa explodierte.

Jeweils zwei Tote gab es bei weiteren Anschlägen in Jussfija südlich von Bagdad und in dem Hauptstadtviertel Safaranija. Für die Angriffe, bei denen mehr als 45 Menschen verletzt wurden, übernahm zunächst niemand die Verantwortung.

In verschiedenen Stadtteilen von Bagdad fand die Polizei zudem vier Leichen mit Schusswunden an Kopf und Brust. In den Straßen zurückgelassene Tote gehörten während des Höhepunktes der religiösen Gewalt zwischen Schiiten und Sunniten 2007-2008 zum Alltag im Irak.

Die Terrorgruppe Islamischer Staat

Ziel

Die Organisation Islamischer Staat (IS), früher Islamischer Staat im Irak und in Syrien (Isis) genannt, gehört zu den radikalsten islamistischen Gruppen im Nahen Osten. Sie kämpft für einen sunnitischen Gottesstaat im arabischen Raum.

Ursprung

Der IS ging aus dem irakischen Widerstand der 2003 gegründeten Gruppe „Tawhid und Dschihad“ hervor, die sich gegen die US-Invasion im Irak wandte. Erster Anführer war der für seine Grausamkeit berüchtigte Jordanier Abu Mussab al-Sarkawi. Seit 2013 leitet der Iraker Abu Bakr al-Baghdadi den IS.

Aktivitäten

Die Gruppe griff Im Irak nicht nur US-Soldaten an, sondern verübte auch Selbstmordanschläge auf Schiiten und Christen im Land. Al-Sarkawi wurde 2006 von der US-Armee getötet. Seither führen Iraker die Organisation. Deren zweiter früherer Name „Islamischer Staat im Irak und der Levante“ verdeutlicht den Anspruch, einen sunnitischen Großstaat zwischen Mittelmeer und Euphrat zu errichten.

Entwicklung

An Macht gewann der IS, als sie sich im Frühjahr 2013 in den syrischen Bürgerkrieg einmischte. Dort überwarf sie sich mit der aus syrischen Salafisten bestehenden Al-Nusra-Front, obwohl beide Gruppen damals dem Terrornetzwerk al-Qaida nahestanden.

Standorte

Vor allem im Nordosten Syriens greift der IS syrisch-kurdische Städte an und massakriert die Zivilbevölkerung. Im Irak profitiert die Miliz vom Streit der von Schiiten dominierten irakischen Regierung mit den sunnitischen Parteien des Landes. Am 29. Juni rief der IS das Kalifat in den von im kontrollierten Gebieten aus – mit al-Baghdadi als Kalif.

Finanzierung

Der IS finanzierte sich anfangs vor allem durch Spenden aus den Golfstaaten Katar und Saudi-Arabien, aber auch durch Wegzölle entlang der Grenzen zwischen Irak und Syrien. Mit den Landgewinnen nahmen die Gewinne aus illegalen Ölverkäufen der kontrollierten Felder zu.

Söldner

In den Reihen der Gruppe kämpfen internationale Brigaden, darunter Muslime aus Nordafrika und den arabischen Golfstaaten sowie Konvertiten aus Europa und Nordamerika.

Das rund 130 Kilometer nördlich von Bagdad gelegene Tikrit befindet sich seit vergangenem Sommer unter der Kontrolle der Terrormiliz Islamischer Staat. Irakische Sicherheitskräfte und schiitische Milizen kontrollieren mittlerweile zwar die meisten Zufahrtstrassen und Gebiete um die Stadt, doch steht die Rückeroberung von Tikrit noch aus.

Von

ap

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