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30.08.2014

17:36 Uhr

Irak

Offensive zu Befreiung von Amerli beginnt

Die Turkmenen-Stadt Amerli wird seit zwei Monaten von der Terror-Organisation IS belagert. Nun hat ein Verbund aus irakischen Streitkräften sowie schiitischen und kurdischen Milizionären eine Offensive gestartet.

Im Irak hat eine Offensive zur Befreiung der belagerten Stadt Amerli begonnen. AFP

Im Irak hat eine Offensive zur Befreiung der belagerten Stadt Amerli begonnen.

KirkukIrakische Streitkräfte, schiitische Milizionäre und kurdische Kämpfer haben am Samstag eine gemeinsame Offensive zur Befreiung einer seit mehr als zwei Monaten von sunnitischen Dschihadisten belagerten Stadt begonnen.

Der Einsatz zur Befreiung des mehrheitlich von turkmenischen Schiiten bewohnten Amerli aus der Umzingelung durch Kämpfer des Islamischen Staates (IS) habe mit Unterstützung durch die irakische Luftwaffe begonnen, sagte Generalleutnant Abdulamir al-Saidi.

Ein Sprecher der schiitischen Badr-Miliz sagte, tausende Kämpfer der Miliz seien an der Seite von Freiwilligen und Soldaten im Einsatz. Nördlich von Amerli waren zudem zwei weitere Schiiten-Milizen im Einsatz.

Die Kurden im Irakkonflikt

Wie viele Kurden gibt es im Irak?

Von den fast 33 Millionen Einwohnern des Iraks sind rund 15 bis 20 Prozent Kurden. Sie stellen neben den arabischen Schiiten und Sunniten die dritte große Volksgruppe im Land. Die meisten Kurden leben im Norden des Landes, wo sie in ihrer Autonomieregion große Unabhängigkeit genießen. Dort haben sie ein eigenes Parlament und eine eigene Regierung.

Wie ist die Lage in den kurdischen Gebieten?

Während die Sicherheitslage im restlichen Teil des Iraks seit Jahren äußerst schwierig ist, galten die kurdischen Autonomiegebiete bisher als Insel der Stabilität. Die kurdische Hauptstadt Erbil erlebt seit Jahren einen Bauboom. Viele ausländische Firmen nutzen Erbil, um Geschäfte im Irak zu machen.

Welche Rolle spielen Kurden im Konflikt mit IS?

Nach ihrem Vormarsch ist die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) zuletzt jedoch näher an die Autonomiegebiete herangerückt. IS-Extremisten vertrieben kurdische Einheiten nördlich und westlich der Stadt Mossul. Die betroffenen Gebiete gehören zwar nicht zur kurdischen Autonomieregion, werden aber von den Kurden beansprucht. Als die irakischen Truppen nach Beginn des IS-Vormarsches Anfang Juni flohen, übernahmen dort zunächst die kurdischen Peschmerga die Kontrolle.

Welche Ziele verfolgen die Kurden?

Die Kurden wollen die verlorenen Gebiete zurückerobern und erhalten dafür Waffen von den USA. Unterstützt werden sie auch von Kämpfern der verbotenen türkischen PKK und deren syrischen Ableger.

Unterstützen Kurden den irakischen Staat?

In der irakischen Machtverteilung steht den Kurden der Posten des Staatschefs zu. Zuletzt trieb der Präsident der Autonomiegebiete, Massud Barsani, jedoch die Unabhängigkeit voran, ein alter Traum der Kurden. Im Machtkampf in Bagdad gehört Barsani zu den schärfsten Kritikern des bisherigen Regierungschefs Nuri al-Maliki.

Amerli wird seit mehr als zwei Monaten von IS-Kämpfern belagert. In der Stadt sind Trinkwasser und Nahrung knapp. Die Bewohner sind wegen ihres schiitischen Glaubens in Gefahr, den die sunnitischen Extremisten als Ketzerei betrachten. Zudem droht ihnen wegen ihres hartnäckigen Widerstands gegen die Islamisten im Falle einer Eroberung Amerlis harte Vergeltung durch die IS-Kämpfer.

Die USA erwägen nach eigenen Angaben den Abwurf von Hilfslieferungen aus der Luft ebenso wie Luftangriffe, um den Bewohnern der Stadt zur Hilfe zu kommen.

Von

afp

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