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07.01.2007

10:26 Uhr

Irak

Pentagon schlägt Aufstockung vor

Der neue US-Verteidigungsminister Robert Gates soll Präsident George W. Bush empfohlen haben, die Truppen im Irak um 20 000 Soldaten zu verstärken. Die neue demokratische Mehrheit im Kongress stemmt sich jedoch vehement gegen eine solche zusätzliche Entsendung.

US-Soldat im Irak. Foto: dpa dpa

US-Soldat im Irak. Foto: dpa

HB WASHINGTON. Der Fernsehsender CBS berichtet, zunächst sollten 10 000 Soldaten abkommandiert werden. Im Frühjahr solle die Militärführung vor Ort noch einmal die Option auf weitere 10 000 Soldaten erhalten. Das Verteidigungsministerium und das Präsidialamt lehnten eine Stellungnahme zu dem Bericht ab.

Wenige Tage vor der Vorstellung seiner neuen Irak-Strategie hat Bush bereits militärische Schlüsselpositionen für den Golfstaat neu besetzt. Die neue demokratische Mehrheit im US-Kongress stemmt sich indes gegen eine von Bush erwogene Aufstockung der Truppen. Sie fordern - wie die unabhängige Expertenkommission um Ex-Außenminister James Baker jüngst auch - einen schrittweisen Truppenabzug und eine verstärkte Ausbildung der irakischen Sicherheitskräfte.

Knapp vier Jahre nach der US-Invasion ist der Irak von einem Ende der Gewalt und innerer Stabilität weiter entfernt denn je. Allein in den 24 Stunden bis Samstagabend fand die Polizei in der Umgebung der Hauptstadt Bagdad 71 Leichen. Iraks Ministerpräsident Nuri al-Maliki kündigte eine neue Offensive gegen sunnitische und schiitische Milizen in Bagdad an, die für einen Großteil der anhaltenden Gewalt verantwortlich gemacht werden.

Irakische und US-Truppen haben nach Angaben vom Sonntag in den vergangenen Tagen bei Razzien 84 Verdächtige festgenommen. Außerdem wurde eine Werkstätte zum Bombenbau zerstört, wie die US-Streitkräfte weiter erklärten. In Jussifija, 20 Kilometer südlich von Bagdad, seien bei der Durchsuchung von 33 Häusern am Dienstag 82 Menschen in Gewahrsam genommen worden. 69 von ihnen wurden nach einem Verhör wieder freigelassen. Die anderen 13 wurden beschuldigt, Bomben gelegt zu haben.

Zwei weitere Verdächtige wurden am Donnerstag bei einer Aktion in der Nähe von Mahmudija, 32 Kilometer südlich der irakischen Hauptstadt, festgenommen. Auch diese Aktion richtete sich den Angaben zufolge gegen Personen, die am Bau vom Bomben beteiligt sein sollen. Am Freitag zerstörten US-Truppen im Westen von Bagdad ein Waffenlager, in dem Sprengsätze montiert worden sein sollen. Gefunden wurden unter anderem rund 200 Pfund Sprengstoff, Zeitzünder, Reisepässe und Zündschnüre.

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