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03.03.2006

14:09 Uhr

Irak

Schiiten drohen mit Öl- und Warenboykott

Die schiitisch-islamistische Fadhila-Partei in der südirakischen Hafenstadt Basra hat am Freitag gedroht, den Öl- und Warenverkehr aus dem Süden in die Zentralregion zu unterbrechen. Die Drohung werde wahrgemacht, wenn bei der Bildung der künftigen Regierung die Forderungen der Fadhila-Partei nicht berücksichtigt würden.

HB BASRA. Zu den Forderungen gehöre, dass der neuen Regierung keine „Überreste des alten Regimes“ von Saddam Hussein angehören dürfen und dass das Innen- sowie das Verteidigungsressort in den Händen der Schiiten-Allianz bleiben müssen, sagte das Führungsmitglied der Partei, Scheich Sabah al- Saedi, in seiner Freitagspredigt.

Die Fadhila gehört zu den kleineren Parteien der Schiitenallianz UIA, die bei den Parlamentswahlen im letzten Dezember die 128 der 275 Mandate errungen hatte, verfügt aber in Basra über großen Einfluss.Der ehemalige Diktator Saddam, der die Schiiten verfolgt und unterdrückt hatte und gegen den derzeit vor einem irakischen Sondertribunal in Bagdad ein Prozess läuft, müsse „hingerichtet“ werden, sagte der Kleriker.

Zwei Drittel des irakischen Erdöls liegt im Süden. Produktion und Transport des Öls aus den nördlichen Lagerstätten sind durch Sabotageakte der Aufständischen praktisch zum Erliegen gekommen. Basra liegt außerdem am einzigen Meereszugang, den der Irak hat. Die kurdische Allianz, die mit der UIA die derzeitige Übergangsregierung bildet, bezeichnete Al-Saedi als „Verräter“. Kurdische und sunnitische Politiker hatten am Vortag die UIA aufgefordert, die neuerliche Benennung des derzeitigen Übergangspremiers Ibrahim al-Dschafari für das Amt des Ministerpräsidenten zurückzunehmen.

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