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18.12.2014

18:10 Uhr

Irak und Syrien

USA rechnen mit später Wende im Kampf gegen IS

Seit vier Monaten fliegen die USA Luftangriffe gegen die Islamisten. General James Terry rechnet jedoch frühestens in drei Jahren mit einer Wende im Kampf gegen den Islamischen Staat (IS).

James Terry ruft im Kampf gegen den Islamischen Staat zur Geduld auf. AFP

James Terry ruft im Kampf gegen den Islamischen Staat zur Geduld auf.

WashingtonDie USA rechnen in frühestens drei Jahren mit einer Wende im Kampf gegen den Islamischen Staat (IS) im Irak und in Syrien. Der für den amerikanischen Einsatz gegen die Extremistenorganisation zuständige General James Terry rief am Donnerstag zur Geduld auf. Drei Jahre seien das Minimum, sagte er vor Journalisten im Pentagon. Die Luftangriffe der USA gegen die Islamisten hätten erst vor vier Monaten begonnen.

Der IS hat große Landstriche in Syrien und dem Irak unter seine Kontrolle gebracht und dort ein Kalifat ausgerufen. Soldaten der beiden direkt betroffenen Länder, kurdische Milizen und die Luftwaffen der USA und Großbritanniens haben das Vordringen des IS in den vergangenen Monaten gebremst.

Die Terrorgruppe Islamischer Staat

Ziel

Die Organisation Islamischer Staat (IS), früher Islamischer Staat im Irak und in Syrien (Isis) genannt, gehört zu den radikalsten islamistischen Gruppen im Nahen Osten. Sie kämpft für einen sunnitischen Gottesstaat im arabischen Raum.

Ursprung

Der IS ging aus dem irakischen Widerstand der 2003 gegründeten Gruppe „Tawhid und Dschihad“ hervor, die sich gegen die US-Invasion im Irak wandte. Erster Anführer war der für seine Grausamkeit berüchtigte Jordanier Abu Mussab al-Sarkawi. Seit 2013 leitet der Iraker Abu Bakr al-Baghdadi den IS.

Aktivitäten

Die Gruppe griff Im Irak nicht nur US-Soldaten an, sondern verübte auch Selbstmordanschläge auf Schiiten und Christen im Land. Al-Sarkawi wurde 2006 von der US-Armee getötet. Seither führen Iraker die Organisation. Deren zweiter früherer Name „Islamischer Staat im Irak und der Levante“ verdeutlicht den Anspruch, einen sunnitischen Großstaat zwischen Mittelmeer und Euphrat zu errichten.

Entwicklung

An Macht gewann der IS, als sie sich im Frühjahr 2013 in den syrischen Bürgerkrieg einmischte. Dort überwarf sie sich mit der aus syrischen Salafisten bestehenden Al-Nusra-Front, obwohl beide Gruppen damals dem Terrornetzwerk al-Qaida nahestanden.

Standorte

Vor allem im Nordosten Syriens greift der IS syrisch-kurdische Städte an und massakriert die Zivilbevölkerung. Im Irak profitiert die Miliz vom Streit der von Schiiten dominierten irakischen Regierung mit den sunnitischen Parteien des Landes. Am 29. Juni rief der IS das Kalifat in den von im kontrollierten Gebieten aus – mit al-Baghdadi als Kalif.

Finanzierung

Der IS finanzierte sich anfangs vor allem durch Spenden aus den Golfstaaten Katar und Saudi-Arabien, aber auch durch Wegzölle entlang der Grenzen zwischen Irak und Syrien. Mit den Landgewinnen nahmen die Gewinne aus illegalen Ölverkäufen der kontrollierten Felder zu.

Söldner

In den Reihen der Gruppe kämpfen internationale Brigaden, darunter Muslime aus Nordafrika und den arabischen Golfstaaten sowie Konvertiten aus Europa und Nordamerika.

Von

rtr

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