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02.11.2013

03:28 Uhr

Irak und USA

„Strategische Partnerschaft“ gegen den Terrorismus

Die Zahl der Anschläge im Irak nimmt zu. Der irakische Ministerpräsident al-Maliki hofft im Kampf gegen den Terror auf die Unterstützung der USA. Obama bekräftigte beim Treffen in Washington die Zusammenarbeit.

Gespräche über die dramatische Gewaltwelle im Irak: US-Präsident Barack Obama hat den irakischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki im Weißen Haus empfangen. Reuters

Gespräche über die dramatische Gewaltwelle im Irak: US-Präsident Barack Obama hat den irakischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki im Weißen Haus empfangen.

WashingtonUnter dem Eindruck der dramatischen Gewaltwelle im Irak hat US-Präsident Barack Obama den irakischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki empfangen. Nach dem Treffen am Freitag in Washington sagte Obama, er habe mit seinem Gast über den Kampf gegen das Terrornetzwerk Al-Kaida beraten. Der irakischen Regierung zufolge wurden im Oktober so viele Menschen bei Anschlägen getötet wie seit über fünf Jahren nicht mehr.

In einer nach dem Gespräch veröffentlichten gemeinsamen Erklärung hieß es, dass Obama und al-Maliki die "strategische Partnerschaft" zwischen beiden Ländern bekräftigt hätten. Im Kampf gegen Al-Kaida und verbündete Gruppe gebe es "dringenden" Bedarf an "zusätzlichen" Militärhilfen für die irakische Armee. Die irakische Delegation habe den Wunsch ausgedrückt, weitere Rüstungsgüter von den USA zu kaufen.

Al-Maliki soll eine Wunschliste mit Waffensystemen mit nach Washington gebracht haben, auf der unter anderem Kampfhubschrauber stehen. Ob die USA wie vom Irak gefordert Apache-Hubschrauber bereitstellen, sagte Obama nicht. Nach Angaben von ranghohen US-Regierungsvertretern plant Washington eine stärkere geheimdienstliche Unterstützung des Iraks.

Obama sagte vor Journalisten im Weißen Haus, bei dem mehr als 90-minütigen Gespräch sei es um eine engere Zusammenarbeit zwischen den USA und dem Irak gegangen, um Al-Kaida "zurückzudrängen". Der US-Präsident versprach al-Maliki seine Unterstützung bei der Schaffung eines "demokratischen" und "wohlhabenden" Irak, in dem alle Bevölkerungsgruppen in Politik und Gesellschaft eingebunden seien.

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Die Anschläge im Irak reißen nicht ab. Am Sonntag kamen bei Explosionen 42 Menschen in Bagdad ums Leben. In Mossul tötete ein Selbstmordattentäter 14 Personen. Allein im Oktober forderte die Gewalt rund 500 Todesopfer.

Die blutigen Auseinandersetzungen zwischen den Religionsgruppen im Irak haben seit Januar wieder deutlich zugenommen. Genährt wird die Gewalt von einem Machtkampf zwischen dem schiitischen Regierungschef al-Maliki und der sunnitischen Opposition, die ihm einen autoritären Regierungsstil und die Diskriminierung ihrer Minderheit vorwerfen. Extremistengruppen mit Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida nutzen die angespannte Lage, um Kämpfer im Irak zu rekrutieren und Anschläge zu verüben.

Mit 964 Toten sei der Oktober der Monat mit der höchsten Zahl an Gewaltopfern seit April 2008 gewesen, teilten die irakischen Ministerien für Gesundheit, Inneres und Verteidigung am Freitag mit. Demnach wurden 855 Zivilisten, 65 Polizisten und 44 Soldaten getötet. Darüber hinaus seien 1600 Menschen verletzt worden. Im April 2008 hatten bei Anschlägen 1073 Menschen das Leben verloren.

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