Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.07.2017

14:41 Uhr

Irak

Verstöße gegen Menschenrechte in Mossul eingeräumt

Bei der Rückeroberung der Stadt Mossul gibt der irakische Ministerpräsident vereinzelte Menschenrechtsverletzungen zu. Den Verstöße werde nachgegangen. Im Mittelpunkt stehen auch Familien mit IS-Verbindungen.

Gegen die Verantwortlichen für die Menschenrechtsverstöße in Mossul werde laut dem irakischen Präsidenten vorgegangen. dpa

Haidar al-Abadi

Gegen die Verantwortlichen für die Menschenrechtsverstöße in Mossul werde laut dem irakischen Präsidenten vorgegangen.

BagdadDer irakische Ministerpräsident Haidar al-Abadi hat Menschenrechtsverletzungen bei den Kämpfen zur Rückeroberung der Stadt Mossul eingeräumt. Dabei habe es sich jedoch um Einzelfälle gehandelt, sagte der Regierungschef am Dienstagabend. Die Täter würden zur Verantwortung gezogen. Zuvor waren in sozialen Medien Videos vom Vorgehen der Soldaten in Mossul aufgetaucht.

Al-Abadi hatte in der vergangenen Woche den „totalen Sieg“ über die Terrormiliz Islamischer Staat in Mossul ausgerufen. Videoaufnahmen zeigten, wie Soldaten nach dem Sieg mutmaßliche IS-Kämpfer von einer hohen Mauer stürzten und dann auf die Männer unter sich schossen. Auf anderen Bildern war ein Soldat zu sehen, der einen auf dem Boden knienden Mann erschießt.

IS-Anführer: Wieder einmal tot

IS-Anführer

Wieder einmal tot

Abu Bakr al-Baghdadi, der Chef der Terrororganisation Islamischer Staat, ist möglicherweise tot. Das wäre ein weiterer Rückschlag für die Dschihadisten-Miliz. Der Haken: Der Terrorboss wurde schon öfter für tot erklärt.

Solche Handlungen würden nicht toleriert, sagte Al-Abadi. Er äußerte allerdings auch die Vermutung, die Soldaten hätten eine Vereinbarung mit dem IS geschlossen, „um uns und die Sicherheitskräfte zu verleumden.“

Auch Human Rights Watch wirft den irakischen Truppen Menschenrechtsverletzungen vor. Sie hätten Frauen und Kinder mit mutmaßlichen Verbindungen zum IS in ein Lager nahe Mossul gebracht, das von den Behörden als „Rehabilitierungslager“ beschrieben wird. Mindestens 170 Familie seien dort untergebracht. Die irakischen Behörden dürften nicht ganze Familien für die Handlungen eines Verwandten bestrafen, sagte Lama Fakih von Human Rights Watch.

Von

ap

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Günther Schemutat

19.07.2017, 17:27 Uhr

Es wird nicht lange dauern und SPD,Grüne und Linke fordern vom Irak die Auslieferung von IS Kopfabschneidern nach Deutschland, wo sie ein faires Verfahren bekommen und
nach 5 Jahren ca. hier ihre Arbeit fortsetzen können. Wer Menschenrechte für Menschenverachtende Menschen fordert , der hat nicht begriffen , dass die Kuschelzeit für lange sehr lange Zeit vorbei ist. Auge um Auge im Irak und auf Deutschlands Strassen mittlerweile. Soviel Wangen wie Deutschland hinhalten will, hat nicht mal die Kirche zu bieten , sollte sie hier in massen angegriffen werden.

Ich will einen starken Demokratischen Staat und keine Gebilde aus lasst mich in Ruhe fett und bequem werden und macht mit den Bürgern was ihr wollt.

Deutschland 2017

Herr Paul Kersey

19.07.2017, 17:35 Uhr

Oh, jetzt stellt man fest, dass die Rückeroberung Mossuls womöglich nicht klinisch rein abgelaufen sein könnte. Die Mär vom sauberen Krieg! Mein Gott noch mal muss man heute wieder einen Mist über sich ergehen lassen. Das nennt sich Kollateralschäden und die muss man in Kauf nehmen, wenn es einer großen Sache dient. Und das tut die Befreiuung Mossuls.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×