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25.01.2005

18:29 Uhr

Irak-Wahl 2005

Diese Parteien treten an

Zu den Parlamentswahlen am 30. Januar im Irak präsentieren sich 111 Parteien, Einzelkandidaten und Wahlallianzen. Die aussichtsreichsten und bekanntesten unter ihnen.

Diesen Stimmzettel müssen die irakischen Wähler zur Parlamentswahl am 30. Januar ausfüllen. Foto: dpa

Diesen Stimmzettel müssen die irakischen Wähler zur Parlamentswahl am 30. Januar ausfüllen. Foto: dpa

HB BAGDAD. Vereinigte Irakische Allianz (UIA) - Block der maßgebenden schiitischen Parteien SCIRI (Oberster Rat der Islamischen Revolution) und Dawa. Auf der Sammelliste kandidieren außerdem Vertreter kleinerer Parteien und Persönlichkeiten, darunter auch einige Nicht- Schiiten. Als Anwärter auf Spitzenämter gelten der SCIRI-Vorsitzende Abdelasis al-Hakim (Präsidentenamt, falls Allawi Ministerpräsident bleibt) und der gegenwärtige Finanzminister Adil Abdel Mahdi (Ministerpräsidentschaft). Der Dawa-Vorsitzende Ibrahim al-Dschafari, derzeit einer von zwei Vize-Präsidenten, rechnet gleichfalls mit einem Spitzenamt. Auf einem aussichtsreichen Listenplatz steht außerdem der ehemalige Pentagon-Günstling Ahmed Chalabi. Der Block genießt die indirekte Unterstützung des schiitischen Großajatollah Ali al-Sistani. SCIRI steht dem Regime in Teheran sehr nahe.

Kurdische Koalitionsliste - Block der beiden großen Kurdenparteien KDP (Kurdische Demokratische Partei), angeführt von Massud Barsani, und PUK (Patriotische Union Kurdistans), angeführt von Dschalal Talabani, sowie weiterer kleinerer kurdischer Organisationen. Wichtige Kurden in der gegenwärtigen Regierung sind Außenminister Hoschiar Sibari (KDP) und Vize-Ministerpräsident Barham Saleh (PUK).

Irakische Kommunistische Partei (ICP) - Älteste Partei im Irak, 1934 gegründet. Unter den ärmeren Schiiten in den Städten verankert, mit Ausstrahlung auf andere Volksgruppen. Unter dem Saddam-Regime brutal verfolgt. Der im Exil überlebende Flügel unter Parteichef Hamid Madschid Mussa arbeitete nach dem US-Einmarsch 2003 in Regierungsrat und Übergangsregierung mit. Die einst marxistisch-leninistische Kaderpartei hat heute eine sozialdemokratische Ausrichtung.

Irakische Islamische Partei (IIP) - Zog ihre Kandidatur am 27. Dezember 2004 zurück. Exil-Partei, einflussreichste legale Organisation unter den Sunniten. Unterstreicht sunnitische Identität, suchte eine kritische Zusammenarbeit mit der Besatzungsmacht.

Irakische Liste - Bündnis des Übergangsministerpräsidenten Ijad Allawi. Langjähriger CIA-Zuträger und heimlicher Favorit Washingtons. Versucht durch die Erringung von Mandaten im Spiel zu bleiben, um eventuell als Kompromisskandidat im Amt bleiben zu können.

Die Iraker - Partei des amtierenden Übergangspräsidenten Ghasi al-Jawar. Gibt sich konfessionen- und ethnienübergreifend.

Mit Mandaten rechnen können zudem ethnisch-konfessionelle Minderheitengruppen wie die Turkmenische Front und die Nationale Liste von Mesopotamien, die von der unter den chaldäischen Christen verankerten Assyrischen Demokratischen Bewegung getragen wird.

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