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05.01.2007

22:23 Uhr

Iraker kündigen Militäroffensive an

US-Demokraten sind gegen Truppenaufstockung im Irak

Die neue demokratische Führung des US-Kongresses setzt ihren Kurs gegen den Irakkrieg fort und spricht sich gegen einen Aufstockung der Truppen in dem arabischen Land aus. In deutlichen Worten plädieren die Demokraten in einem Brief für mehr irakische Eingenverantwortung.

HB WASHINGTON. „Noch mehr Kampftruppen würden nur mehr Amerikaner gefährden“, schrieben Senats-Mehrheitsführer Harry Reid und die Präsidentin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, am Freitag an US-Präsident George W. Bush. Zudem würde der Schritt die Kapazitäten des Militärs überfordern. Stattdessen verlangen sie von Bush, mit dem Abzug von Soldaten zu beginnen.

„Wir glauben, der Weg nach vorn ist, mit einer schrittweisen Verlagerung unserer Truppen in den nächsten vier bis sechs Monaten zu beginnen“, hieß es in dem Brief weiter. Gleichzeitig sollte ihre Hauptaufgabe künftig etwa die Ausbildung irakischer Kräfte sein und nicht mehr der Kampfeinsatz.

„Kurz gesagt, ist es an der Zeit, unsere Truppen aus dem Irak herauszuholen und der irakischen Führung klarzumachen, dass unser Engagement nicht endlos ist“, heißt es in dem Brief weiter. Die USA könnten die religiösen Probleme nicht lösen. Nur die Iraker selbst könnten eine politische Lösung finden, um die Situation zu stabilisieren.

Die „New York Times“ hatte jüngst berichtet, Bush wolle die US-Truppen in dem Land wohl um 17 000 bis 20 000 Soldaten aufstocken. Die meisten der zusätzlichen Kräfte sollten voraussichtlich in der Hauptstadt Bagdad und deren Umgebung eingesetzt werden, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums in Washington.

Gleichzeitig hat die irakische Regierung eine neue Militäroffensive gegen Aufständische in der Hauptstadt Bagdad angekündigt. Irakische und amerikanische Truppen würden noch an diesem Wochenende gemeinsam damit beginnen, Stadtteil für Stadtteil zu durchkämmen, sagten Berater von Ministerpräsident Nuri al-Maliki am Freitag. Die Offensive ist den Angaben zufolge eine erste Stufe der neuen amerikanischen Irak-Strategie zur Befriedung des Landes. Am Donnerstag hatte er in einer Videoschaltung nahezu zwei Stunden mit Al-Maliki die künftige Irak-Politik seiner Regierung erörtert.

Diese neue Strategie will Präsident Bush in der nächsten Woche der Öffentlichkeit bekannt geben. Bislang gibt es noch keine offizielle Äußerung der Regierung, ob die Truppen im Irak tatsächlich aufgestockt werden sollen.

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