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23.01.2005

18:40 Uhr

irakische Übergangsregierung kündigte massive Sicherheitsanstrengungen für die Wahl an

Al Sarkawi erklärt Demokratie den Krieg

Eine Woche vor der Wahl im Irak am 30. Januar hat der El-Kaida-Extremist Abu Mussab El Sarkawi eine neue Hass-Botschaft im Internet veröffentlicht. Sein klares Ziel: die Iraker von der Teilnahme an dem „unislamischen" Referendum.

HB DUBAI. In der Botschaft erklärte er den demokratischen Kräften in dem Golfstaat den Krieg. Der irakische Ministerpräsident Ijad Allaui versicherte am Sonntag, seine Regierung werde alles ihr mögliche zum Schutz der Wahllokale tun.

„Wir haben einen erbitterten Krieg gegen das Prinzip der Demokratie und alle, die diese verwirklichen wollen, erklärt“, sagte Sarkawi in einer im Internet veröffentlichten Aufnahme. Er forderte die sunnitischen Moslems im Irak auf, sich gegen die Abstimmung zu stellen. Diese sei eine Verschwörung der USA und der schiitischen Moslems. Die Demokratie sei fundamental unislamisch und eine Lüge, die die USA für eine Gehirnwäsche der Moslems nutzten, sagte Sarkaui. „Die Kandidaten bei der Wahl wollen Halbgötter werden und diejenigen, die sie wählen sind Ungläubige. Und mit Gott als meinem Zeugen habe ich sie über unsere Absichten informiert“.

Üble Kräfte versuchten, dem Irak zu schaden, sagte Allaui dem britischen Fernsehsender BBC. „Wir sind entschlossen, unser Bestes zu tun, um der eskalierenden Gewalt ein Ende zu bereiten“, sagte er. Zahlreiche Vertreter der Sunniten hatten wegen der Gewalt eine Verschiebung der Wahl gefordert.

Die Anhänger Sarkawis versuchen bereits seit Wochen, die Abstimmung durch eine Welle der Gewalt zu verhindern. Mit rund 60 % stellen die Schiiten die Bevölkerungsmehrheit im Irak. Sie waren unter dem inzwischen gestürzten Präsidenten Saddam Hussein unterdrückt. Die Machtelite des Irak hatte damals ihre Wurzeln in der sunnitischen Volksgruppe.

Die irakische Übergangsregierung kündigte massive Sicherheitsanstrengungen für die Wahl an. So sollen die Grenzen abgeriegelt, der Flughafen von Bagdad am 29. und 30. Januar geschlossen und die nächtlichen Ausgangssperren in verschiedenen Städten verlängert werden. Mit strengen Verkehrskontrollen am Wahltag will sie verhindern, dass Selbstmordanschläge auf Wahllokale verübt werden. In erster Linie sind die irakischen Kräfte für die Sicherheit bei der Wahl verantwortlich. Polizei und Armee sollen bei mehr als 5000 Wahllokalen postiert werden. Zudem sollen auch schnelle Eingreif-Truppen der US-Armee bereitstehen.

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