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25.09.2014

19:07 Uhr

Irakischer Geheimdienst

Terroranschläge in Paris und New York vereitelt

Es war die Begründung für die US-Luftangriffe auf Stellungen der IS in Syrien: Das Pentagon sprach von konkreten Anschlagsplänen der Terroristen im Westen. Der irakische Geheimdienst liefert nun weitere Details.

Er erläuterte die Hintergründe der US-Angriffe in Syrien und begründete sie auch mit konkreten Anschlagsplänen der Terroristen: General William Mayville. ap

Er erläuterte die Hintergründe der US-Angriffe in Syrien und begründete sie auch mit konkreten Anschlagsplänen der Terroristen: General William Mayville.

New YorkTerroristen haben nach Angaben des irakischen Ministerpräsidenten Haidar al-Abadi aus dem Irak heraus Anschläge in den USA und Frankreich geplant. Der irakische Geheimdienst habe nach der Festnahme mehrerer Männer entsprechende Informationen weitergeleitet, sagte Al-Abadi nach Angaben der Agentur Bloomberg am Donnerstag in New York.

Die aus den USA und Frankreich stammenden Islamisten hätten die U-Bahn in Paris und amerikanischen Großstädten angreifen wollen. Mehrere Verdächtige seien festgenommen worden. Al-Abadi nannte die Informationen glaubwürdig, er warte aber noch auf Details. Es sei auch unklar, ob die Gefahr abgewendet sei.

„Ich habe heute hier genaue Berichte aus Bagdad bekommen, dass einige Elemente festgenommen wurden und dass es Netzwerke gibt, die aus dem Irak heraus Angriffe auf die U-Bahnen in Paris und den USA planen“, sagte Al-Abadi. Vermutlich stecke die Terrormiliz Islamischer Staat dahinter, die noch nicht zerschlagen sei.

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Woher kommt die Terrormiliz?

Die Miliz ist die Nachfolge-Organisation von al-Qaida im Irak, einer radikalen Widerstandsbewegung, die sich Gebiete im Westen des Landes einverleibte, nachdem die Amerikaner den Diktator Saddam Hussein gestürzt hatten, ohne das Machtvakuum zu füllen.

Es handelt um einen Zusammenschluss von sunnitischen Dschihadisten, ehemaligen Anhängern von Saddam Hussein und von Stammesmitgliedern. Die Zahl der Kämpfer wird neuerdings auf rund 30.000 geschätzt. In ihrem Herrschaftsgebiet haben die Extremisten ein Verwaltungssystem aufgebaut, das jeden Aspekt des Alltags kontrolliert.

Welche Gebiete kontrolliert IS?

Die Terrormiliz hat Schätzungen zufolge rund ein Drittel des syrischen Staatsgebietes eingenommen. Dabei gelang es ihr, einen Korridor zwischen ihren westlichsten Eroberungen nahe Aleppo über nördliche Landstriche bis zu östlichen Landesteilen nahe der Grenze zum Irak zu schaffen.

In der Provinz Aleppo stehen unter anderem die größeren Orte Manbidsch und Al-Bab unter ihrem Kommando, dort weht die schwarze Flagge der Miliz auf Regierungsgebäuden und großen Plätzen. Da die Terrormiliz auf beiden Seiten der syrisch-irkanischen Grenze nahtlos Gebiete kontrolliert, kann sie relativ leicht Kämpfer, Waffen und Güter zwischen beiden Ländern hin- und hertransportieren.

Zuletzt stockt der Vormarsch des IS allerdings. Die Miliz verlor etwa die strategisch wichtige Stadt Tikrit, ebenso wie das über Monate umkämpfe Kobane an der türkischen Grenze.

Was ist die „Hauptstadt“ des Islamischen Staats?

Die IS erklärte Rakka, eine Stadt am Euphrat im Nordosten Syriens mit einer halben Million Einwohner, zur Hauptstadt ihres Kalifats und Sitz ihrer Machtzentrale. IS-Kämpfer aus aller Welt strömten dorthin, einige mit ihren Familien. Obwohl schon immer konservativ und unter großem Einfluss von Stämmen, war Rakka früher ein lebendiges und wirtschaftlich blühendes Zentrum.

Heute patrouilliert rund um die Uhr die Sittenpolizei der IS – die sogenannte Hisba – durch die Straßen. Diese bewaffneten Kämpfer in langen Roben kontrollieren, ob ihre strenge Auslegung des Korans auch umgesetzt wird. Die IS hat Musik und Rauchen verboten. Frauen wurden von der Sittenpolizei angewiesen, sich zu verhüllen. Wer gegen die Scharia verstößt, läuft Gefahr, enthauptet oder ans Kreuz gehängt zu werden. Den Schulen der Stadt diktierte die Miliz kürzlich die Inhalte und strich Fächer wie Philosophie oder Chemie.

Wie stark sind die Kämpfer des IS?

Seit Anfang 2014 führt die Miliz mit den gemäßigten und vom Westen unterstützten Rebellen in Syrien einen Zermürbungskrieg. Dabei stürmen IS-Kämpfer Außenposten der Rebellen und nehmen ihnen Ort für Ort durch Gewalt und Einschüchterung ab.

Die Zahl der Kämpfer lässt sich nur schätzen. Fest steht jedoch, dass die Extremisten seit Beginn ihres Vormarsches im Irak Anfang Juni 2014 starken Zulauf bekommen haben. Der US-Geheimdienst CIA geht davon aus, dass die Gruppe in Syrien und im Irak zwischen 20.000 und 31.500 Kämpfer hat. Diese Zahl unterscheidet sich deutlich von den Angaben der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Sie schätzt die Zahl der IS-Kämpfer allein in Syrien auf rund 50.000, davon etwa 20.000 aus dem Ausland. Die Menschenrechtler stützen sich bei ihren Informationen auf ein Netz von Aktivisten in Syrien.

Welche Rohstoffe hält IS in der Hand?

Die Terrormiliz hatte im bis Herbst 2014 faktisch alle größeren Ölfelder im Osten Syriens, darunter das landesweit größte namens Omar mit einer Förderkapazität von 75.000 Barrel pro Tag erobert. Der IS nahm die Produktion teilweise auf und finanzierte sich auch über den Verkauf von Rohöl unter Marktpreisen. Das geförderte Öl werde über Mittelsmänner an die Türkei und den Irak geliefert.

Doch nach dem Verlust von Tikrit Anfang April 2015 hat die Terrororganisation auch mindestens drei Ölfelder verloren. Damit bleibt der Miliz im Irak nur noch ein einziges Ölfeld: Qayara mit einer Förderkapazität von gerade einmal 2000 Barrel am Tag. Das seien gerade noch fünf Prozent der zuvor vom IS innerhalb des Irak kontrollierten Menge.

Wie verhält sich der syrische Diktator Assad?

Syriens Präsident hat vor kurzem die Luftangriffe auf IS-Hochburgen verstärken lassen. Die Regierung öffnete die Türen für eine mögliche Kooperation mit den USA im Kampf gegen IS, sie stellte aber zugleich klar, dass jeglicher Angriff mit Damaskus abgestimmt sein müsse. Für die US-Regierung ist dies allerdings ein Problem: Sie möchte nicht an Assads Seite erscheinen, zumal sie dessen Rücktritt seit Jahren verlangt. Unter der Hand machte das Assad-Regime lange sogar Geschäfte mit den Terroristen nach dem Motto: Strom gegen Öl.

Was können die USA mit Luftschlägen ausrichten?

Jedweder Luftschlag der USA in Syrien würde sich wahrscheinlich auf Gebiete nahe der Grenze zum Irak sowie militärische Ziele wie Trainingslager in Rakka konzentrieren. Dort verfügt Assad kaum über Luftabwehr.

In jedem Fall werden sich Luftangriffe schwieriger gestalten als im Irak: Dort segnet Bagdad das Vorgehen ab, zudem verlaufen die Frontlinien deutlicher. In Syrien hingegen gibt es auf engem Raum verschiedene Fraktionen, zu denen neben IS auch der al-Qaida-Ableger Nusra-Front, die vom Westen unterstützten Rebellen der Freien Syrischen Armee und die Regierungstruppen gehören. Während die gemäßigten Rebellen US-Luftschläge fordern, lehnen die extremeren Kämpfer ein Engagement der USA ab.

Paris verstärkte einen Tag nach der Enthauptung eines Franzosen in Algerien die Sicherheitsmaßnahmen gegen mögliche islamistische Terrorakte. Die Maßnahmen sollen für öffentliche Plätze und den öffentlichen Verkehr in Frankreich gelten. Das teilte der Élysée-Palast am Donnerstag nach Beratungen von Staatspräsident François Hollande mit seinen verantwortlichen Ministern zur Sicherheitslage mit.

Um eine wirksame und koordinierte Antwort auf die terroristische Bedrohung zu geben, ist Paris in „ständigem Kontakt mit seinen europäischen und internationalen Partnern“. Frankreich ist dabei auch bereit, bei der raschen Umsetzung von Maßnahmen gegen ausländische islamistische Kämpfer alle Staaten zu unterstützen, die darum bitten.

Französische Kampfflugzeuge haben am Donnerstag erneut Luftangriffe gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Nordirak geflogen. „Es hat am Morgen Luftschläge französischer Flugzeuge im Irak gegeben“, bestätigte Regierungssprecher Stéphane Le Foll. Es war die zweite Angriffswelle, seit Frankreich sich den US-geführten Aktionen gegen die Terrormiliz im Irak angeschlossen hat. Die Terroristen in Algerien hatten mit der Enthauptung ihrer Geisel gedroht, sollte Paris die Luftangriffe fortsetzen.

Kommentare (3)

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Herr UWE Keil

25.09.2014, 18:35 Uhr

Die geplanten False Flag Terrorattentate werden sicher kommen. Sie werden das Finanzsystem zum Zusammenbruch bringen. So ist es geplant. Wie so oft stirbt die Wahrheit dabei zuerst. Aber die Masse der Menschen haben ja auch gar kein Interesse daran. Die "Brot und Spiele" Zeit wird dann verschärft weitergehen. Das Geschrei und Gejammere des Pöbels wird groß werden.....

Herr Paul Müller

25.09.2014, 19:29 Uhr

"...Terroranschläge in Paris und New York vereitelt..."

Na nun wirds bunt. Herausgefunden haben solls der irakische Geheimdienst (!), der bis gestern nichts von angeblich 30000 ISIS Kämpfern gewußt haben soll. Für wie blöde halten die ihre Regierten ...?

Herr Theo Gantenbein

29.09.2014, 17:26 Uhr

Jetzt werden wieder angebliche Anschlagspläne konstruiert um die Angriffe auf die IS vor der amerikanischen und europäischen Bevölkerung zu rechtfertigen.

Der irakische Geheimdienst hat irgend einen armen Teufel so lange gefoltert, bis der alle gewünschten Anschlagspläne zugegeben hat.

Und die Geheimdienste können sich dann damit brüsten, die Anschläge gerade noch vereitelt zu haben.

Wer glaubt solche Märchen eigentlich?
Joe Average auf jeden Fall..

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