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30.09.2016

14:40 Uhr

Iran-Besuch

Sigmar Gabriel auf brisanter Mission

Wirtschaftsminister Gabriel will die einst engen Handelsbeziehungen zu Iran wiederbeleben. Am Sonntagabend reist er erneut in das Land – begleitet von einer Wirtschaftsdelegation. An strittigen Themen mangelt es nicht.

Der Wirtschaftsminister fliegt am Sonntagabend erneut in den Iran. Er will die Türen zu einer neuen Blütezeit der deutsch-iranischen Wirtschaftsbeziehungen aufstoßen. AFP; Files; Francois Guillot

Sigmar Gabriel

Der Wirtschaftsminister fliegt am Sonntagabend erneut in den Iran. Er will die Türen zu einer neuen Blütezeit der deutsch-iranischen Wirtschaftsbeziehungen aufstoßen.

BerlinErst der Besuch bei Russlands Präsident Wladimir Putin, nun der Trip nach Teheran: Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel sieht sich bei seiner Visite im Iran Anfang kommender Woche einer Vielzahl brisanter Herausforderungen und Fallstricke ausgesetzt.

Gut ein Jahr nach der Beilegung des Streits über das Atomprogramm will er die Türen zu einer neuen Blütezeit der deutsch-iranischen Wirtschaftsbeziehungen aufstoßen. Dabei muss er aber jeden Anschein der Anbiederung vermeiden, denn von westlichen Standards in Demokratie und Menschenrechten ist das Land weit entfernt.

Zudem gilt der Iran als Unterstützer des syrischen Machthabers Baschar al-Assad Assad, dem die Bundesregierung Kriegsverbrechen und Barbarei vorwirft. Andererseits hat der SPD-Chef aber auch ein Interesse daran, die Reformer um Präsident Hassan Ruhani zu stärken.

Gabriel selbst hat in einem Interview mit Spiegel Online angekündigt, er werde bei den strittigen Themen kein Blatt vor den Mund nehmen. „Wir müssen über das Verbindende und Trennende sprechen.“ Dass es bis zu einem „normalen freundschaftlichen Verhältnis“ zwischen beiden Ländern noch ein weiter Weg ist, daraus machte er keinen Hehl. Andererseits stehe dies engeren bilateralen Wirtschaftsbeziehungen auch nicht entgegen.

Im Vordergrund soll bei dem Besuch in Begleitung einer großen Wirtschaftsdelegation aber die Wiederbelebung des einstmals engen deutsch-iranischen Handels stehen. Darauf dringt die exportstarke deutsche Wirtschaft, denn inzwischen gehen ihr in der Welt die Wachstumsmärkte aus. „Das Interesse ist enorm“, beschreibt der Außenwirtschaftschef des DIHK, Volker Treier, die Stimmung.

Der Iran gilt nach der Aufhebung westlicher Wirtschaftssanktionen als einer der vielversprechendsten Zukunftsmärkte. Dass die deutschen Exporte dorthin im ersten Halbjahr 2016 um 15 Prozent zulegten, belegt das Potenzial. Allerdings ist der Zuwachs „langsamer als ursprünglich erhofft“, sagt Treier.

Denn die Vergleichsbasis aus dem Vorjahr war wegen der damals noch geltenden Sanktionen niedrig. Und im gesamten vergangenen Jahr gingen die deutschen Exporte in das Land noch um gut 13 Prozent zurück. Der Warenaustausch zwischen beiden Ländern belief sich insgesamt gerade mal auf 2,4 Milliarden Euro.

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