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20.08.2011

11:55 Uhr

Iran

Inflationsrate soll geheim bleiben

Der Iran will seine Inflationsrate nicht veröffentlichen. Das bringt Parlamentarier gegen Präsident Mahmud Ahmadinedschad auf.

Das iranische Parlament wehrt sich gegen Ahmadinedschad. dapd

Das iranische Parlament wehrt sich gegen Ahmadinedschad.

TeheranIm Iran soll die Inflationsrate auf Anordnung der Regierung von Präsident Mahmud Ahmadinedschad geheim gehalten werden. Dagegen protestiert nun das iranische Parlament, wie die Nachrichtenagentur Isna berichtet.

Der Chef der Statistikbehörde, Mussa-al-Resa Servati, habe vergangene Woche vor dem Haushaltsausschuss des Parlaments erklärt, er sei von der iranischen Führung angewiesen worden, die Inflationsrate nicht zu veröffentlichen.

Nach Angaben der iranischen Zentralbank lag die Inflationsrate im Juni bei 16,3 Prozent. Zum Vergleich: In Deutschland lag die Teuerungsrate im Juli bei 2,4 Prozent im Vergleich zum gleichen Vorjahresmonat, in China zuletzt bei 6,5 Prozent. Die Inflationsrate spiegelt die Entwicklung der Verbraucherpreise wider.

Ein Ziel Ahmadinedschads war es stets, die Inflationsrate unter zehn Prozent zu drücken. Ein Bestandteil seiner Wirtschaftsreformen sind Ausgleichszahlungen für Familien mit mittlerem und kleinem Einkommen. Fachleute meinen, dass die Zahl der Empfangsberechtigten, die monatlich 45 Dollar (31 Euro) erhalten, aus finanziellen Gründen deutlich beschränkt werden müsse. Die Wirtschaftspolitik ist für die meisten Iraner wichtiger als innen- oder außenpolitische Aktivitäten.

Von

dpa

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

20.08.2011, 14:15 Uhr

Der Vergleich mit der Teuerungsrate in Deutschland hinkt. Deutschland hat bei weitem nich so ein Wirtschaftswachstum wie die Islamische Republik. Selbst der Vergleich mit China hinkt, weil die Volksrepublik nicht so ein Reformpaket wie Iran verabschiedet hat, in dem ein Haufen von Subventionen abgebaut wurden. Interessant dazu auch ein etwas älterer, aber dennoch sehr aktueller Artikel.

MeryemAzimi

20.08.2011, 16:10 Uhr

Man kann nicht eine deutsche oder chinesische Inflationsrate mit iranischen Zahlen in Zeiten der Subventionsreformen vergleichen. Natürlich sind die Verbraucherpreise in Iran gestiegen, seitdem die Energiepreise nicht mehr subventioniert werden. Aber die Ausgleichszahlungen sind Bestandteil dieser Reformen, auf diesem Weg werden diejenigen entlastet, die vorher nicht für die Energieverschwendung verantwortlich waren, weil sie dazu schlicht finanziell gar keine Möglichkeit hatten.Das ist für das Land kein Minusgeschäft, ebenso bekommt die Wirtschaft Zahlungen aus den eingesparten Subventionen, um in energiesparende Technik zu investieren und für staatliche Unternehmen bleibt auch noch Geld. Eine Reform die für mehr soziale Gerechtigkeit sorgt und die der IWF ausdrücklich lobt (http://irananders.de/analysen/news-analysen/article
/iwf-lobt-irans-erfolg-in-der-subventionsreform.html).
Was das Gerangel zwischen Parlament und Ahmadinejad in dieser Frage der Inflation soll,werden wir hier kaum durchschauen.Im Gegensatz zu unseren Gefilden, ist das Parlament in Iran ja von der Regierung unabhängig und das führt immer wieder zu Streitereien, was aber ja nicht grundsätzlich negativ ist. Einen Fraktionszwang gibt es dort eben nicht.

prinzkai89

22.08.2011, 12:00 Uhr

hmm, ich finde es sehr merkwürdig, dass keine Quelle zu dieser Behauptung angegeben wird.

Ich glaube, dass dieser Artikel die wirtschaftliche Lage am Besten darlegt, da man die Angaben problemlos selbst durch die Verlinkungen überprüfen kann.

http://iranicum.com/2011/08/irans-unterschatztes-wirtschaftspotential/1519.html

Jeder weiss doch, dass durch den Reformplan die Preise stark gestiegen sind und die Iraner statt 10 Cent pro Liter benzin nun 30 Cent zahlen müssen. Selbst für iranische Verhältnisse ist das noch relativ günstig.

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