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29.07.2012

14:55 Uhr

Iran-Konflikt

Bericht über geheime US-Angriffspläne

Verfügt die US-Regierung bereits über Angriffspläne, falls die diplomatischen Verhandlungen mit dem Iran scheitern? Ein Zeitungsbericht legt diesen Verdacht nahe. Die israelische Regierung reagiert umgehend.

Das iranische Atomkraftwerk Buschehr. dpa

Das iranische Atomkraftwerk Buschehr.

JerusalemIn Israel hat ein Zeitungsbericht über Notfallpläne der USA für einen möglichen Angriff auf den Iran für Aufregung gesorgt. Die israelische Zeitung "Haaretz" berichtete am Sonntag unter Berufung auf US-Regierungskreise, dass der Sicherheitsberater von US-Präsident Barack Obama, Thomas Donilon, Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in diesem Monat über die Vorkehrungen der USA unterrichtet habe. Die US-Pläne kämen jedoch nur zum Einsatz für den Fall, dass die Diplomatie im Atomstreit mit dem Iran scheitern sollte.

Ein Vertreter der israelischen Regierung, der namentlich nicht genannt werden wollte, wies den Bericht entschieden zurück: "Nichts in diesem Artikel stimmt. Donilon hat den Ministerpräsidenten nicht zum Abendessen getroffen, es hat kein Vier-Augen-Gespräch gegeben und er hat ihm auch keine Pläne für einen Angriff auf den Iran vorgelegt."

Die islamische Republik wird verdächtigt, heimlich an Atomwaffen zu arbeiten, hat dies aber stets zurückgewiesen. Israel fühlt sich nach zahlreichen Drohungen aus dem Iran in seiner Existenz bedroht und hat sich das Recht auf einen Militärschlag gegen das iranische Atomprogramm vorbehalten. Die USA setzen allerdings noch auf die Wirkung international verhängter Sanktionen gegen den Iran.

Am Sonntag besuchte der Herausforderer von Obama bei der Präsidentenwahl im November, Mitt Romney, Israel. Auf dem Programm stand auch ein Treffen mit Netanjahu. Kurz zuvor erklärte Romneys Sicherheitsberater, dass der Republikaner einen Militärschlag Israels gegen den Iran unterstützen würde. Sollte sich Israel dazu entschließen, um den Iran von seinem Atomprogramm abzuhalten, würde Romney diese Entscheidung respektieren, sagte Dan Senor am Sonntag zu Journalisten.

Syrien und der Iran haben derweil eine Verschwörung Israels für den syrischen Konflikt verantwortlich gemacht. Das Ziel sei der Sturz der Regierung in Damaskus, sagten Syriens Außenminister Walid al-Muallim und sein iranischer Amtskollege Ali Akbar Salehi am Sonntag in Teheran. „Das zionistische Regime (Israel) agiert als Drahtzieher und führender Provokateur dieses Komplotts“, erklärte Al-Muallim. Sein Land sei entschlossen, die „bewaffneten Terroristen“ zu besiegen - „auch die in Aleppo“.
Der iranische Außenminister warnte Katar, Saudi-Arabien und die Türkei davor, sich einzumischen. „Die Länder sollten sich der gefährlichen Folgen einer solchen Politik für die gesamte Region bewusst sein.“ Sie sollten auch nicht naiv sein und glauben, dass ein Regimewechsel in Syrien einfach zu erreichen sei.
Al-Muallim bekräftigte vor Journalisten, Syrien werde keine Chemiewaffen in dem Konflikt einsetzen. Die Regierung in Damaskus lehne Massenvernichtungswaffen ab und halte sich an internationale Konventionen, sagte er.

Von

rtr

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